Die SPD hat es geschafft. Die K-Frage ist geklärt. Die vorbereiteten Dossiers mit Wahlkampfmaterial gegen Boris Pistorius können wieder zurück in die Schublade.
Ob wir uns deswegen schon auf eine ruhige Adventszeit freuen dürfen, ist eher fraglich.
Wirklich friedlich wird auch diese Vorweihnachtszeit kaum.
Mit dem Frieden ist es heutzutage ohnehin so eine Sache. Gleich zwei Parteien verkünden ihre „Friedensbotschaft“, die dem Aggressor eines anerkannt völkerrechtswidrigen Krieges in die Hände spielen würde. Auf der anderen Seite investiert das Familienunternehmen Diehl Defence allein im Saarland eine deutliche dreistellige Millionensumme zur Ausweitung ihrer Kapazitäten. Luftverteidigungssysteme, Lenkflugkörper, Munition für die Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik und anderer Nato Partner, „Technologie im Einsatz für Frieden und Freiheit“, wie es das Unternehmen selbst beschreibt.
Die Sache mit dem Frieden kann einen schon zerreißen.
Wer würde nicht jede Petition unterschreiben, die dem Wahnsinn der Kriege überall ein Ende setzen würde! Wenn die Dinge so einfach wären.
Seit den nunmehr über 1.000 Tagen Krieg in der Ukraine ist viel geschrieben und diskutiert worden. Eigentlich müsste alles gesagt sein. Trotzdem kommt es mir manchmal vor, als würden die Debatten jeden Tag neu anfangen und dabei zunehmend oberflächlicher und zuweilen geradezu grobschlächtig werden. Das klingt auf der einen Seite so, als würden „Taurus“-Lieferungen die Lösung aller Probleme herbeiführen, auf der anderen Seite, als hätte Dimitri Sergejewitsch Peskow (Putins Pressesprecher) persönlich die Redebausteine verteilt.
Alles, was dazwischen liegt – und das ist das meiste – geht unter.
„Nicht schlagzeilentauglich“, wie ein Kollege meint. Dafür aber umso tauglicher in den vielen „kleinen“, persönlichen Gesprächen. Da tauchen die echten Sorgen und tiefen Fragen auf. Da kommt schon mal vor, dass ehemalige überzeugte Kriegsdienstverweigerer sagen, sie würden sich im Ernstfall zur Verfügung stellen.
Die haben vermutlich sehr viel mehr gelernt, als all die lauten selbsternannten Friedenspropheten und selbsternannten Kriegsstrategen.
POLITIK
Foto: picture alliance / Anadolu
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