Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Squash lockt Ende Mai einige der besten Spieler der Welt nach Saarbrücken-Güdingen. Die Tickets für die Veranstaltung sind zwar ausverkauft, dennoch können Zuschauer vor Ort mitfiebern.
Nach 15 Jahren ist es wieder so weit: Die Endrunde um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Deutschen Squash Liga (DSL) kehrt nach Saarbrücken zurück. Damals kombinierte man das Event mit der Europameisterschaft im Einzel – dieses Mal steht ausschließlich die Teamwertung im Fokus. Vom 29. bis 31. Mai werden die „Play-offs“ erneut in der Squash- und Badmintonhalle in Güdingen ausgetragen. Gastgeber ist die Squash Factory Saar-Pfalz, die sich als Dritter der Bundesliga Süd für das eigene „Finale dehemm“ qualifiziert hat.
Kontinuierliche Arbeit im Saarland
Im Viertelfinale am Donnerstag, 29. Mai, trifft das saarländische Team um 18 Uhr auf das Sportwerk Hamburg, den Zweiten der Bundesliga Nord. Bereits um 14 Uhr eröffnen der 1. SC Kempten (Süd-Zweiter) und der 1. Bremer SC (Nord-Dritter) das Turnier. Da erstmals seit drei Jahren wieder sechs Teams an der Endrunde teilnehmen, gibt es zwei Viertelfinal-Begegnungen. Die Staffel-Ersten, der Black & White RC Worms (Süd) und der SC Paderborn (Nord), sind automatisch für das Halbfinale gesetzt. Diese Spiele finden am Freitag, 30. Mai, um 14 Uhr und 18 Uhr statt. Die genaue Reihenfolge wird noch festgelegt – Titelverteidiger Worms darf traditionell wählen, ob er im ersten oder zweiten Halbfinale antreten möchte. Das große Finale steigt am Samstag, 31. Mai, ab 15 Uhr.
„Es ist höchste Zeit, dass ein solches Top-Event wieder in Saarbrücken stattfindet“, sagt Johannes Wessela, stellvertretender Vorsitzender der Squash Factory und zuständig für Marketing und Sponsoring. Zugleich ist er Mitglied des Sportausschusses im Deutschen Squash-Verband (DSQV), Vizepräsident der DSL und Manager des saarländischen Teams. „Wir gehen kommende Saison in unsere zehnte Bundesliga-Saison – das hat vor uns kein saarländischer Verein geschafft“, sagt er mit spürbarem Stolz. „Für unsere kontinuierliche Arbeit und unser Engagement haben wir die Ausrichtung zugesprochen bekommen – quasi als Auszeichnung. Sogar mit Option auf 2026.“
Die Qualifikation der Squash Factory war trotz der geringen Teilnehmerzahl in der Süd-Staffel kein Selbstläufer: Nur vier Teams traten in der Liga an, drei qualifizierten sich für die Endrunde. „Die Qualität war dadurch brutal hoch. Alle Teams haben stark aufgerüstet – auch mit internationalen Spielern“, erklärt Wessela. „Deshalb war es sportlich anspruchsvoller als in den Vorjahren. Jeder musste ans Limit gehen, und oft entschieden Tagesform oder Glück.“
In der Nord-Staffel setzten sich die etablierten Größen durch: Paderborn, Hamburg und Bremen. „Alles Top-Teams – auch international. Wir freuen uns sehr, diese Mannschaften dem Publikum präsentieren zu können. So geballte Qualität sieht man selten“, sagte Wessela. Besonders freut er sich auf das Kräftemessen mit den Weltstars: „Das ist ein absolutes Highlight – auch für unseren besten saarländischen Spieler, Rudolf Fries aus Saarlouis.“ Der 24-Jährige gehört zum Kader der Squash Factory und misst sich regelmäßig auf höchstem Niveau. Seit vier Jahren wird er vom Verein intensiv gefördert. Das sportliche Saisonziel – das Erreichen der Play-offs – wurde erfüllt. „Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe. Wir sehen jedes Spiel als Dankeschön an unsere Fans, Zuschauer und Sponsoren. Wir wollen uns von unserer besten Seite zeigen“, betont Wessela. Sollte es darüber hinaus gelingen, neue Fans oder Partner zu gewinnen, „wäre das das i-Tüpfelchen einer ohnehin sehr erfolgreichen Saison“.
Die Halle ist restlos ausverkauft
Vor dem sportlichen Höhepunkt gilt es jedoch, die organisatorischen Herausforderungen zu meistern. „Wir haben ein engagiertes Kernteam von zehn bis 15 Leuten, die sich reinhängen“, sagte Wessela. Halle vorbereiten, Tribünen aufbauen, Verträge abschließen, Logistik managen – es ist ein Kraftakt. „Im Großen und Ganzen steht alles. Jetzt geht es ums Feintuning – das kriegen wir hin.“
Ein Novum: Bereits Wochen vor Turnierbeginn ist die Halle restlos ausverkauft. Doch auch Kurzentschlossene kommen auf ihre Kosten: Alle Spiele werden live auf sportdeutschland.tv übertragen. Zudem hat das Organisationsteam in der Chillout-Zone der Halle eine große Leinwand aufgebaut. „So können auch spontane Besucher das Geschehen verfolgen – typisch saarländisch eben, ganz entspannt von der Bar aus“, sagt Wessela mit einem Augenzwinkern.