Der „Pianist Of The Year 2023“ wird als Teil der Zukunft des Jazz gefeiert, aber Emmet Cohen huldigt auch den alten Meistern am Klavier. Bald gastiert der New Yorker mit seinem Trio bei „fill in – International Jazz Festival Saar“ in Saarbrücken.
Er schöpft gern aus der Jazzgeschichte, aber beim genauen Hinhören entdeckt man auch Hinweise auf einen Modernismus. Der Pianist Emmet Cohen verehrt Legenden wie Jelly Roll Morton, Fats Waller, Duke Ellington, Earl Hines und Art Tatum, aber am meisten bewundert er Michael Funmi Ononaiye. Der 2023 verstorbene US-Amerikaner wurde in seiner Heimat als „The Jazz Vibe Provider of New York City“ gefeiert. Cohen hat dem DJ und Perkussionisten, der stets eine gute Atmosphäre schaffte, kürzlich ein ganzes Album gewidmet. Und er schwört auf Ononaiyes Weisheiten: „Begrenzen Sie Ihren Nachrichten- und Informationskreislauf. Holen Sie sich, was Sie wissen müssen, und schalten Sie dann ab. Lassen Sie einen leeren Raum, einen Raum für Möglichkeiten. Fühlen Sie Ihre Gefühle. Gefühle lösen Blockaden in der Lebenskraft.“
Emmet Cohens Mission ist es, Menschen für Jazz zu begeistern, die noch gar nicht wissen, dass sie diese Musik mögen. Mit seinen 35 Jahren hat er schon mit einigen der größten Jazzkünstler gespielt, darunter Ron Carter, Benny Golson, Jimmy Cobb, George Coleman, Jimmy Heath, Tootie Heath, Houston Person, Christian McBride und Kurt Elling.
Wenn Emmet Cohen Stride-Piano spielt – ein Solo-Klavierstil aus der Frühzeit des Jazz – dann klingt das cool, leicht und sehr aktuell. Im Laufe der Jahre hat er eine Vorliebe für verschiedene Epochen des Jazz entwickelt. „Der Jazz ist etwas über 100 Jahre alt“, sagt er. „Er begann mit dem Ragtime, mit Pianisten wie Jelly Roll Morton und Scott Joplin, der zu den Klängen von Louis Armstrong und anderen wie Fats Waller führte. Ich liebe den frühen Jazz, aber dann verliebte ich mich auch in den Sound der Big Band, des Swing und des Bebop der 1940er-Jahre mit Leuten wie Charlie Parker und Dizzy Gillespie. Auch die neue Musik nach dem Bebop wie John Coltrane und Miles Davis und modernere Sachen.“
Die Website Ukjazznews.com schrieb, dass Emmet Cohen ein wichtiges Geheimnis der Jazzmusik gelüftet hat: „Sie muss nicht introspektiv oder undurchdringlich sein. Sie muss nicht feierlich oder trübselig sein. In der Vergangenheit sind gute Dinge passiert, und es schadet nicht, die große Tradition zu feiern. Es kann sogar aufmunternd sein und ist eine hervorragende Möglichkeit, mit dem Publikum in Kontakt zu treten.“
Millionen von Menschen haben die Musik von Emmet Cohen im Netz entdeckt. Wie vertreibt er sich eigentlich die Zeit im Internet und in den sozialen Medien? Er habe eine Menge Interessen außerhalb der Musik, sagt er. „Ich liebe Fitness und Yoga, also recherchiere ich diese Dinge auf Youtube. Ich bin auch ein Schachspieler und recherchiere viel über Schach und Unterricht auf Youtube. Das bereitet mir definitiv Vergnügen.“