In den 70er- und 80er-Jahren wurde er zum Meister der Genre-Parodie. Sein Musical „The Producers“ erhielt 2001 zwölf „Tonys“. Zu seinen vielen Auszeichnungen kam 2024 noch der Ehren-Oscar fürs Lebenswerk. Derzeit arbeitet der 98-Jährige an der Fortsetzung von „Spaceballs“.
Mel Brooks, Sohn von deutsch-russischen, jüdischen Eltern, machte ab Ende der 60er-Jahre als Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler und Produzent Karriere und übte oft alle diese Funktionen sogar nebeneinander aus. In der auf seinem 80er-Jahre-Film basierenden Zeichentrickserie „Spaceballs: The Animated Series“ sang er 2008 darüber hinaus auch noch den Titelsong. Für ein gemeinsames Comedy-Album hatten er und sein Freund Carl Reiner 1998 sogar einen Grammy gewonnen. Auch wenn die ganz großen Kinohits in den vergangenen zwei Jahrzehnten ausblieben, tauchte Brooks immer wieder mal in TV-Gastrollen oder als Sprecher in Animationsfilmen auf. 2023/24 war er dann in den Fernsehserien „Only Murders in the Building“ und „Die verrückte Geschichte der Welt, Teil II“ noch mal als Darsteller zu sehen.
Wollte immer vor Publikum treten
Aber selbst mit 98 Jahren setzt Brooks sich noch nicht zur Ruhe: Ende 2024 gingen die Drehbucharbeiten für eine „Spaceball“-Fortsetzung in die Endphase und dürften inzwischen abgeschlossen sein. 37 Jahre nach dem Start des Science-Fiction-Originals, das sich parodistisch an „Star Wars“ orientiert hatte, haben Mel Brooks, Josh Gad und John Greenbaum mit ihrem Drehbuchentwurf für „Spaceball II“ in Fachkreisen für Begeisterung gesorgt. Hauptdarsteller, Co-Autor und Produzent Josh Gad bezeichnete die Zusammenarbeit mit Brooks als „einen der Höhepunkte meiner Karriere“. Handlungsdetails verraten sie aber noch nicht, bestätigen aber, dass die Dreharbeiten für das Projekt voraussichtlich in diesem Jahre beginnen werden. Der 98-jährige Brooks wird aber nicht mehr selbst auf dem Regiestuhl sitzen, sondern diesmal lediglich als „ausführender Produzent“ fungieren. Über die genaue Rollenbesetzung ist noch nichts bekannt, aber Insider trauen Brooks durchaus zu, in dem für 2026 geplanten Streifen erneut die Rolle des Yogurt zu übernehmen, zumal er immer noch voller Tatendrang steckt und nach eigenen Angaben derzeit noch ein weiteres Projekt vorbereitet, in dem er als Sprecher oder Darsteller im Einsatz sein wird.
Mel Brooks dokumentiert in seinen erfolgreichen Filmen, dass er den jüdischen Humor seiner Vorfahren liebt: In jüdischen Arbeiter-Haushalten werde viel gelacht, und die üblichen Jokes gegenüber Familienmitgliedern seien sein „Antrieb zur Comedy“ gewesen. „Es ist ein Riesenspaß, als jüdischer Junge im Haushalt mit drei älteren Brüdern und meiner Mutter sowie meiner Tante und der Oma nebenan aufzuwachsen.“ Nur so kam Brooks über den frühen Tod seines Vaters hinweg, der ihn dann ein Leben lang beschäftigt hat. Schon als Fünfjähriger habe er gewusst, dass er „das verrückte Ding“ machen werde, vor ein Publikum zu treten und es zum Applaudieren und Lachen zu bringen, erzählte Brooks. Das hat er mit so viel Erfolg getan, dass seine Auszeichnungen kaum alle genannt werden können. Er gehört zu dem guten Dutzend Hollywoodstars, die den Titel „EGOT“ tragen können, weil sie die vier renommierten Preise Emmy, Golden Globe, Oscar und Tony gewonnen haben.
Memoiren durch Sohn angestoßen
Brooks, der selbst sehr gern und viel lacht, will auch abseits seiner Filme die Leute zum Lachen bringen. So zeigt sein Handabdruck auf dem Hollywood Boulevard sechs Finger, weil er unbemerkt eine Sechs-Finger-Prothese benutzte. Und als er 2024 den Peabody Award fürs Lebenswerk erhielt, mutmaßte er in seiner Dankesrede, dass er damit wohl als „bestaussehender Kerl im Show-Business“ geehrt werde. Auch mit seinen engsten Vertrauten, seiner langjährigen zweiten Ehefrau Anne Bancroft („Mrs. Robinson“) und seinem besten Freund, dem Komiker und Regisseur Carl Reiner, hat Brooks im Alltag viel Spaß gehabt. Bancroft habe ihn zusätzlich sehr inspiriert und zu seinen Filmprojekten ermutigt: „Sie war immer überzeugt, dass es nichts gibt, was ich nicht kann. Sie war mein größter Fan“, schwärmt Brooks 2021 im „Guardian“ von seiner Frau. Er vermisst die 2020 an Krebs gestorbene Mutter seines Sohnes Max (53) bis heute sehr. Und auch von dem Dritten dieses jahrzehntelang eingeschworenen Trios, dem Kollegen Carl Reiner, musste Brooks sich vor drei Jahren für immer verabschieden. Umso mehr Zeit hat er heute für seinen Sohn, dessen Arbeit als Autor er stolz verfolgt: Max schrieb beispielsweise die erfolgreichen Comedy-Bücher „The Zombie Survival Guide“ (2003) und „World War Z“ (2006).
Mit Max, seiner Schwiegertochter und seinen Enkeln geht Brooks heute häufig zum Dinner in Restaurants. Und Max war es auch, der ihn während der Corona-Pandemie dazu anstiftete, endlich seine Memoiren zu schreiben. In der Biografie mit dem Titel „All About Me“ beschäftigt sich Brooks natürlich auch mit seinen langjährigen Wegbegleitern Bancroft, Reiner oder Gene Wilder, die heute alle bereits verstorben sind. Der Schmerz über diese Verluste habe ihm manchmal das Weiterschreiben fast unmöglich gemacht.