Jede Musikepoche braucht Bands, die mit ihrer Musik mit gängigen Stilmustern brechen und etwas Neues erschaffen. In den 70er-Jahren waren das bahnbrechende Rockbands wie Led Zeppelin oder Deep Purple. In den 80er-Jahren Depeche Mode oder Metallica und in den 90er-Jahren Nirvana, Radiohead oder Portishead.
Niemand erfindet das Rad neu. Das tun auch Sleep Token nicht. 2016 irgendwo in England gegründet, hat sich die maskierte und völlig anonym agierende Band innerhalb von wenigen Jahren trotzdem vom Insidertipp zu einer der am meisten gehypten Rockbands der Gegenwart entwickelt.
Mit ihren bisher erschienenen drei Alben etabliert sie ihren einzigartigen Sound, der sich aus ganz verschiedenen, scheinbar gegensätzlichen Stilrichtungen zusammensetzt. Spielend leicht werden Elemente aus Ambient, Prog Rock, Hip-Hop, Jazz, Heavy Metal, Djent oder Post Metal miteinander verschmolzen. Das vierte Sleep Token-Album „Even in Arcadia“ setzt den eingeschlagenen Weg nicht nur fort, sondern bringt auch ganz neue Akzente ins Spiel.
Ein nicht unwesentlicher Teil der Faszination von Sleep Token besteht weiterhin aus ihrer Anonymität. Hinter Masken haben sich bereits viele Bands versteckt, aber in der heutigen Zeit, in der in jeder Minute Milliarden von Bildern und Videos gemacht werden, ist es wahrlich eine Mammutaufgabe, diese Anonymität zu verteidigen.
Und wie man in manchen Texten auf „Even in Arcadia“, die teilweise sehr persönliche Einsichten von Sänger und Mastermind Vessel offenbaren, herauslesen kann, ist das Versteckspiel hinter Masken und der plötzliche riesige Erfolg, durchaus eine nicht unerhebliche Last.
Egal wer sich hinter dem Schleier von Sleep Token befindet, hier sind mit großer Sicherheit keine blutigen Anfänger am Werk, sondern Virtuosen, welche die Zukunft der Rockmusik einleiten.
Anspieltipps auf diesem großartigen Kunstwerk sind der fast achtminütige Opener „Looking Windward“, „Caramel“ oder das epische Finale „Infinite Baths“. Ein zukünftiges Referenzwerk und schon jetzt ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres.