Die Golfwelt blickt in diesen Tagen gebannt auf Nordirland. Genauer gesagt auf Royal Portrush. Die Open Championship versammeln die besten Golfer der Welt. Vor dem bedeutsamen Turnier gibt es noch eine Menge offener Fragen.
Fragt man einen Golfprofi nach einem der größten Turniere im Golfkalender, fällt oft der Name eines ganz speziellen Turniers: The Open Championship. Bereits zum 153. Mal in der Geschichte findet es statt. Auf der ganz großen Golf-Bühne. Es ist einer der bekanntesten Wettbewerbe im Golfkalender. Jeder möchte die Trophäe gewinnen. Im vergangenen Jahr wurde diese Ehre Xander Schauffele zuteil. „Ich fühle mich geehrt, hier als Open-Champion stehen zu dürfen. Das ist etwas, wovon ich sehr lange geträumt habe“, sagte Schauffele stolz nach seinem Gewinn. Auch beim diesjährigen Turnier kämpfen die besten Golfer der Welt um den Pokal. Stattfinden wird die Open Championship, auch British Open genannt, das erste Mal nach 2019 in Nordirland. Es ist das einzige der insgesamt vier Majors, das nicht in den USA, sondern auf europäischem Boden stattfindet. Also mehr als eine echte Standortbestimmung für die Profis.
Außerdem können nicht nur die bekannten Stars ihr Können unter Beweis stellen: Da es eine offene Meisterschaft des Royal and Ancient Golf Club of St. Andrews ist, dürfen auch Amateure an diesem Turnier teilnehmen. Unter anderem deswegen ist das Turnier von immens größer werdender Bedeutung. Des Weiteren gibt es bei der Open Championship die Besonderheit, dass der Austragungsort des Turniers immer im Vereinigten Königreich ist. Im Jahre 1860 wurde die erste Open Championship ausgetragen. Das macht das Turnier zum ältesten Golfturnier, das heutzutage noch ausgetragen wird.
„Der schönste Tag in meinem Leben“
Für einige Profis könnte die Open Championship wieder eine gute Chance sein, auf der ganz großen Bühne zu brillieren. Blickt man auf die jüngsten Ergebnisse, so lassen sich einige mögliche Favoriten hervorheben. Zum einen ist dort zweifellos der Gewinner der US Open, JJ Spaun zu nennen. Mit einer überragenden Leistung krönte er sich vor einem Monat zum Sieger.
„Ich hätte niemals geglaubt, dass ich diese Trophäe einmal hochhalten kann. Ich hatte schon immer Ziele und Träume. Ich wusste nie, wo meine Grenzen liegen. Ich versuche einfach, der beste Golfer zu sein, der ich sein kann. Es ist definitiv wie ein Märchen mit einem märchenhaften Ende. Ein Außenseiter kämpft sich zurück, gibt nicht auf, gibt niemals auf“, sagte der stolze Gewinner.
Ob es Spaun nun gelingt, seine gute Form bei den Open Championship zu bestätigen, ist eine der Fragen, die sich die Golf-Fans stellen. Ein Name, der ebenfalls immer wieder im Kreise der heißen Favoriten fällt, ist Rory McIlroy. Für den Nordiren sind die Open ein echtes Heimspiel. Gerade das könnte noch den ein oder anderen Punkt an Extra-Motivation herauskitzeln. Schaut man sich das bisherige Golf-Jahr McIlroys an, lässt sich bereits ein echtes Highlight herausstellen. Der sympathische Profi gewann im Frühjahr eines der wichtigsten Turniere: das Masters Tournament in Augusta. Für den Nordiren einer der größten Erfolge seiner Karriere: „Das ist der schönste Tag in meinem Leben als Golfer. Ich habe meine Träume wahr gemacht. Dies ist mein 17. Mal hier. Ich habe mich schon gefragt, ob es jemals meine Zeit sein würde.“ Ob seine Zeit auch beim „Heimspiel“ wahr wird, wird sich zeigen. Eine weitere Enttäuschung möchte er in diesem Jahr bei dem Turnier nicht erleben. Im vergangenen Jahr musste er sich teilweise den Widrigkeiten geschlagen geben. „Es ist einer dieser Tage, an denen ich mich einfach nicht gut genug an die Bedingungen angepasst habe“, resümierte McIlroy enttäuscht. In diesem Jahr soll es nun ganz anders werden. Speziell ist das am Fokus auf das Turnier zu erkennen. McIlroy sagte ein Turnier wegen der Vorbereitung auf die Open Championship ab.
Das gleiche tat ein anderer Mitfavorit. Der US-Amerikaner bereitet sich ebenfalls akribisch auf die Open Championship vor. Mit gutem Recht rechnet auch er sich Chancen auf den Sieg aus. Denn Scheffler gewann in diesem Jahr bereits die PGA-Championship. Zum allerersten Mal in seiner Karriere. „Jedes Mal, wenn man ein Major gewinnen kann, ist das ziemlich cool. Ich bin stolz darauf, wie ich diese Woche gespielt habe, indem ich mental bei der Sache geblieben bin.“ Genau diese Mentalität muss er wieder auf den Golfplatz bringen.
Wie bereits erwähnt, versprüht die Open-Championship einen großen Glanz. Jeder, der teilnehmen darf, fühlt eine besondere Ehre. Auch wenn er nicht zur absoluten Golfelite wie Scheffler oder McIlroy gehört. Beispielsweise darf sich der Engländer Nathan Kimsey über die Qualifikation freuen. Er kann es kaum erwarten, bei den Open an den Start zu gehen: „Ich bin im Moment etwas ratlos, was die Stationen angeht. Aber ich bin total aufgeregt. Ich habe davon geträumt, bei den Open zu spielen und freue mich riesig darauf. Es wird etwas ganz Besonderes sein, in Portrush abzuschlagen. Mein Coach war heute an der Tasche, und meine Freundin ist mit mir herumgelaufen, das war etwas ganz Besonderes. Ich freue mich jetzt einfach riesig darauf, dort anzukommen.“ Des Weiteren hat es auch der Este Richard Teder geschafft, sich für das bedeutende Turnier zu qualifizieren. Teder selbst kann seinen Erfolg kaum in Worte fassen: „Die Qualifikation bedeutet mir alles. Sie bedeutet mir die Welt. Ich kann es kaum erwarten, nach Hause zu kommen, zu feiern und mich auf die Open vorzubereiten. Ich glaube nicht, dass es schon so weit ist. Ich spiele bei den Open mit den besten Spielern der Welt und denke, dass ich dort hingehöre, also wird es Spaß machen.“ Der südafrikanische Golfer Justin Walters qualifizierte sich ebenfalls für die Open Championship. „Ich habe den ganzen Tag nicht auf die Rangliste geschaut, also hatte ich keine Ahnung, wo ich stand, aber natürlich wusste ich, dass ich gut spiele. Ich habe auf den hinteren neun Löchern ein paar Bogeys gemacht, was mich etwas nervös gemacht hat, aber ich konnte gut reagieren. Als ich hörte, dass ich durch bin, hat mich das alles mit einem Schlag getroffen. Es war schön, mal wieder etwas Freude zu erleben, nach ein paar harten Jahren“, sagte er emotional.
Herausfordernder Golfplatz
Auch für erfahrene Golfprofis wie Lee Westwood ist die Teilnahme immer wieder von großer Wichtigkeit. Gerade der Austragungsort gefällt ihm: „Royal Portrush ist ein fantastischer Golfplatz, und ich habe dort beim letzten Mal gut gespielt und wurde 2019 Vierter.“ Ebenso hat das Turnier für ihn einen besonderen Glanz: „Die Open sind das größte Turnier im Golfkalender.“ Der Ort des diesjährigen Turniers begeistert nahezu alle teilnehmenden Golfer. Unter anderem ist Tiger Woods voll des Lobes: „Das ist einfach ein wunderbarer Golfplatz. Er bietet so viele Spielmöglichkeiten. Vieles hängt vom Wind und seinen Einflüssen ab. Bei manchen Bunkern fragt man sich, warum sie überhaupt da sind. Und dann sind sie plötzlich im Spiel.“ „Ich denke, dieser Golfplatz ist eine tolle Herausforderung. Er unterscheidet sich sehr von dem, was ich von vielen traditionellen Links-Golfplätzen kenne. Es gibt viel mehr erzwungene Carrys und Doglegs. Es zwingt einen dazu, den Ball etwas häufiger in der Luft zu spielen und die Schlagtechnik zu testen.“
Die Open Championship ist eines der Highlights im Golfkalender. Das bestätigen Profis aller Art. Die Favoritenrollen sind klar verteilt. Es wird spannend zu sehen sein, wer sich am Ende durchsetzen kann. Gelingt McIlroy nach seinem Masters-Gewinn der nächste große Erfolg in diesem Major-Jahr? Oder bestätigt Spaun seine großartige Form nach dem Gewinn der US-Open? Oder gibt es einen Gewinner, mit dem man im Vorhinein nicht rechnet? Möglicherweise kann auch ein Golfer brillieren, der noch nicht lange auf der großen Bühne ist und auf seine Chance wartet. Vom 13. bis zum 20. Juli kommen Golf-Fans aus aller Welt wieder auf ihre Kosten. Eines ist garantiert: Spannung bis zum Schluss.