Konzert
In die Zeitmaschine gestiegen
Am 3. August sind Wolfgang Niedecken und BAP im Bosenbachstadion in St. Wendel mit ihrer „Zeitreise 2025“ zu Gast. Das Bosenbachstadion ist für Niedecken ein Ort voller Erinnerungen. So hatte der Schlagzeuger der Band, Jürgen Zöller, 1987 seinen ersten Auftritt mit den Kölschrockern in St. Wendel. Bei den kultigen Open Airs im Saarland waren BAP 1987 und 1989 zu Gast und teilten sich die Bühne und den Backstage-Bereich auch mit Joe Cocker. Das aktuelle Programm „Zeitreise“ an diesem Ort zu spielen, passt einfach. Bei der „Zeitreise“ drehen Niedeckens BAP die Uhr um mindestens vier Jahrzehnte zurück. Kein Song im Programm darf jünger sein, muss also von den beiden LPs „für usszeschnigge“ und „vun drinne noh drusse“ stammen oder davor aufgenommen worden sein.
Das bedeutet, es werden auch „Jupp“, „Frau, ich freu mich“ und – aktueller denn je – „Kristallnaach“, aber auch vergessene Perlen wie „Zehnter Juni“ oder „Wenn et bedde sich lohne däät“ zu hören sein. Alles wird frisch präsentiert, allerdings mit viel Respekt vor dem Original – so wie es der Fan von damals noch im Herzen trägt.
Im Dezember des vergangenen Jahres haben Niedeckens BAP in den traditionsreichen Kölner Sartory-Sälen an vier Abenden ihr Album „Zeitreise/Live im Sartory“ aufgenommen und damit unmittelbar Platz 1 der deutschen Album-Charts übernommen. Für Wolfgang Niedecken war es oberstes Gebot, dass die Seele jener Lieder erhalten bleibt, die für so viele Menschen den Soundtrack ihrer Jugend darstellen und somit unwiderruflich verbunden sind mit ihren ganz persönlichen und prägenden Erlebnissen und Gefühlen.
Obwohl keiner der auf der Tour gespielten Songs jünger als 40 Jahre sein wird, besteht absolut keinerlei Gefahr, dass BAP das Repertoire ausgeht. Besucherinnen und Besucher dürfen sich freuen auf einen ganz besonderen Abend – also „bess demnähx“ in St. Wendel.
Restkarten für das Konzert gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen.
Weitere Infos unter: bosenbach-festival.de
Kulturverführung vom 11. Juli 2025
Ferienworkshops für Kinder: Wer oder was ist ein Impundulu? Meine Freundin Wiki weiß es – natürlich: „Impundulu bedeutet übersetzt ,Blitzvogel‘. Er hat die Gestalt eines schwarz-weißen Vogels von der Größe eines Menschen, von dem man sagt, dass er mit seinen Flügeln und Krallen Donner und Blitz heraufbeschwört.“ Wow! Wo lebt er? Nur zur Sicherheit, damit ich mich nie dorthin verirre. In Südafrika! An meine Träume erinnere ich mich selten, und wenn, dann kommen keine Vampirvögel darin vor. Im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist die große Afrika-Schau „The True Size Of Africa“ zu sehen, und der mystische Blitzvogel Impundulu wird in einem der Workshops auferstehen. Das Programmangebot für Juli und August ist umfangreich, es lohnt ein Besuch der Website. Kreativ-Workshops: „Klima-Superheld:innen“ zu „The True Size Of Africa“ für Kinder und Jugendliche (Grundschule sowie Klassenstufen 5 und 6), Freitag, 18. Juli, 14 bis 16 Uhr, Anmeldung: visit@voelklinger-huette.org; „Mystischer Blitzvogel Impundulu – Geschichte illustrieren“, für Schulkinder ab der 1. Klasse, Donnerstag, 24. Juli, 10 bis 13 Uhr, Kunstschule Kassiopeia, Anmeldung: brief@jks-kassiopeia.de oder telefonisch 06898-26206, jeweils kostenfreie Teilnahme, Weltkulturerbe Völklinger Hütte – Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur, 66333 Völklingen, www.voelklinger-huette.org
Kino in- and outdoor: Neben dem Filmhaus bietet auch das Kino Achteinhalb in Saarbrücken Freiluftkino an. Im Innenhof wird sich „Die feine Gesellschaft“ tummeln, die sich an der französischen Opalküste sommers trifft. Juliette Binoche hat sich auch angekündigt. Eine Farce steigere sich zur Groteske, wird versprochen. So was interessiert mich, weil ich mich vorab frage: Wie weit traut sich der Regisseur, zu gehen? Manchmal bleibt eine Groteske auf halber Strecke stehen, nämlich dann, wenn das Ungeheuerliche zu ungeheuerlich wird. Der Impundulu ist ein Ungeheuer, ein Vogel von Menschengestalt. Ich fürchtete mich mehr vor dem Menschen als dem Vogel. Womöglich bestätigt sich diese Annahme auch in „Ein Toter spielt Klavier“. Penny besucht ihren Vater an der französischen Riviera. Die Stiefmutter behauptet, er sei auf Geschäftsreise, aber Penny erscheint seine Leiche. Halluziniert Penny? Das wird Gerhard Zimmermann vom Kino Achteinhalb bei seiner Filmeinführung nicht verraten, aber inwieweit Hitchcocks „Psycho“ etwas mit der Entstehung des Drehbuchs zu tun hatte, vielleicht schon. „Ein Toter spielt Klavier“, Freitag, 18. Juli, 22 Uhr; „Die feine Gesellschaft“, Samstag, 19. Juli, 21.45 Uhr; Freiluftkino im Innenhof, Eintritt jeweils: 7,50 Euro/6,50 Euro, Kino Achteinhalb, Nauwieserstraße 19, 66111 Saarbrücken, www.kinoachteinhalb.de Michaela Auinger