Derby zum Auftakt
Die Regionalliga Nordost startet am letzten Juli-Wochenende, und der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat den Spielplan der Staffel veröffentlicht. Demnach eröffnen am Freitagabend (25. Juli, 19 Uhr) unter anderem die VSG Altglienicke und der FC Hertha 03 im direkten Duell die Spielzeit. Kurios: die Begegnung der beiden Berliner Teams findet im 50 Kilometer entfernten Fürstenwalde statt – bekanntlich hat die VSG mangels ligatauglicher Spielstätte in der Hauptstadt ihrem Heimspielstandort für 2025/26 in die Spree-Arena verlegen müssen. Vergangenes Jahr konnte die Partie noch im Hans-Zoschke-Stadion in Lichtenberg stattfinden. Einen „Hit“ hat gleich zum Auftakt der BFC Dynamo zu bestreiten, der sich beim Halleschen FC (26.07.) mit dem Vizemeister der Vorsaison messen muss. Zeitgleich tritt Aufsteiger BFC Preussen zur ersten Standortbestimmung im eigenen Stadion gegen den FC Eilenburg an, während Hertha BSC II (27.07.) den ZFC Meuselwitz zur Ligapremiere empfängt.
Testphase in vollem Gang
Im Rahmen der Vorbereitung 2025/26 hatte der BFC Dynamo am vergangenen Samstag zur offiziellen Saisoneröffnung gebeten – der Regionalligist empfing dazu keinen Geringeren als Hertha BSC. Die Weinrot-Weißen hielten sich dabei lange Zeit gut gegen den Zweitligisten: Zur Pause führte der Gast durch Winklers Tor nur knapp. Nachdem beide Teams komplett durchgewechselt hatten, wurde die Angelegenheit dann doch noch deutlich – erneut Winkler, Neuzugang Krattenmacher, Thorsteinsson (2) und ein Eigentor sorgten für den 0:6-Endstand. Der FC Hertha 03 feierte im zweiten Test nach dem 1:1 gegen BFC Preussen beim 6:0 über Lichtenberg 47 (Oberliga) den ersten Sieg, Voahariniaina glänzte als doppelter Torschütze. Tags zuvor hatte Hertha BSC II die 47er bereits mit 5:2 besiegt. Preussen gelang seinerseits der erste Erfolg der Vorbereitung (3:1 bei Tasmania), die VSG Altglienicke unterlag Drittligist Energie Cottbus 2:4.
Oberliga: Spielplan steht
Auch für die NOFV-Oberligen hat der Nordostdeutsche Fußball-Verband den Spielplan bekannt gegeben – die Saison 2025/26 in der Staffel Nord, in der sich weiterhin neun Berliner Klubs tummeln, startet am ersten August-Wochenende. Die genauen Ansetzungen stehen dabei aber noch aus: Die aus Hauptstadtsicht interessantesten Duelle stehen aber zwischen Vizemeister Lichtenberg 47 und TuS Makkabi, dem Vorjahresdritten Eintracht Mahlsdorf und SV Sparta sowie Neuling SD Croatia und Viktoria Berlin auf dem Programm. Der Regionalligaabsteiger aus Lichterfelde scheint dabei trotz vorläufigen Insolvenzverfahrens den Spielbetrieb eine Klasse tiefer fortsetzen zu können – stand aber vier Wochen vor Ligastart noch ohne Trainerteam da und musste obendrein zahlreiche Abgänge verzeichnen. Tennis Borussia begibt sich dazu am 1. Spieltag zum Auswärtsspiel bei Union Klosterfelde (Aufsteiger Brandenburg) ebenso auf eine nicht allzu weite Reise wie der SV Tasmania, der zum Auftakt beim FSV Optik in Rathenow (Havelland) gastiert.
Regionalliga Nordost
Ex-CL-Spieler für Preussen
Bereits frühzeitig hatte der neue Geschäftsführer Sport des Regionalligisten BFC Dynamo, Enis Alushi, das Transferkarussell angeworfen: Nach fünfzehn Zugängen geht es aktuell noch um punktuelle Maßnahmen. So kamen zuletzt Mittelfeldspieler Tim Maciejewski (24 – Babelsberg 03) und Josh Görtzen (21 – TV Eimsbüttel) sowie einige Talente hinzu. Ligakonkurrent VSG Altglienicke gab dazu die Verpflichtung von Sydney Sylla (28, Mittelfeld – Viktoria Berlin) bekannt. Der FC Hertha 03 sorgte mit den Neuzugängen Jannis Wienhold (17 – Viktoria U17) und Ernesto Carratala-Jimenez (25 – zuletzt Rosport / LUX) für weitere Alternativen im Tor beziehungsweise Angriff. „Prominente“ Verpflichtung beim BFC Preussen: Gobe Gouano, in Monaco ausgebildet und zuletzt in der 2. bulgarischen Liga aktiv, kann immerhin 30 Minuten Einsatzzeit in der Champions League (2018 für die AS) vorweisen. Der 24-jährige Stürmer traf in zwei Tests jeweils einmal – Verteidiger Jerome Kortebusch (24, Viktoria) ist dazu bereits Neuzugang Nr. 15 in Lankwitz.
Gnaase zieht es nach Polen
Mittelfeldspieler Dave Gnaase wagt erstmals den Schritt ins Ausland. Nach seinem Vertragsende beim VfL Osnabrück schließt sich der 28-Jährige Polonia Warschau an. Der Hauptstadtklub spielt in der zweithöchsten Liga Polens und zählt dort zu den ambitionierten Teams im Aufstiegskampf. Gnaase bringt reichlich Erfahrung mit: Für Heidenheim, Würzburg, Zwickau und Osnabrück kam er bislang auf 40 Einsätze in der 2. Bundesliga und 196 Partien in Liga drei. In Warschau will der frühere Saarbrücker nun eine neue Herausforderung annehmen.
Wiesbaden holt belgischen Verteidiger
Der SV Wehen Wiesbaden verstärkt seine Defensive mit Jordy Gillekens. Der belgische Innenverteidiger kommt vom Zweitligisten Francs Borains und unterschrieb bis 2028. „Ich hatte sehr professionelle Gespräche und wollte unbedingt nach Deutschland. Der SVWW war für mich die beste Lösung“, sagt der 25-Jährige.
1860 München holt Stürmer Haugen
Der TSV 1860 München rüstet in der Offensive weiter auf und sichert sich die Dienste von Sigurd Haugen. Der 27-jährige Norweger kommt vom dänischen Klub Aarhus GF und war zuletzt an Hansa Rostock ausgeliehen, wo er in der vergangenen Saison mit zehn Toren und zwei Vorlagen als bester Torschütze der Kogge glänzte. Hansa wollte Haugen gerne fest verpflichten, doch die Verhandlungen mit Aarhus scheiterten. Nun zieht es den Angreifer nach München, wo er künftig mit Kevin Volland, Florian Niederlechner und Patrick Hobsch um Einsatzzeit kämpft.
Haugen, der in seiner Karriere bereits in Norwegen, Dänemark und den Niederlanden aktiv war, bringt internationale Erfahrung und Tempo mit. In der 3. Liga war er in der abgelaufenen Spielzeit der zweitschnellste Spieler. „Ich freue mich, die Fans dieses traditionsreichen Clubs jetzt in meinem Rücken zu haben. Ich hoffe, dass ich mit meiner Erfahrung, meiner Geschwindigkeit und meinem Torriecher dazu beitragen kann, die Ziele der Löwen zu erreichen“, erklärt er zu seinem Wechsel.
Sportchef Christian Werner zeigt sich begeistert vom Neuzugang: „Sigurd verkörpert das, was wir uns unter Löwen-Tugenden vorstellen. Er kommt über Tiefenläufe, hat ein hohes Tempo und eine extreme Antrittsschnelligkeit.“ Trotz der namhaften Konkurrenz im Sturm plant 1860 nicht, andere Angreifer abzugeben – lediglich Fabian Schubert darf sich einen neuen Verein suchen.
3. Liga
Investor Ismaik verkauft Anteile
Beim TSV 1860 München endet eine Ära: Investor Hasan Ismaik hat seine Anteile am Klub verkauft. Künftig hält eine Schweizer Familienholding die Anteile, die bisher dem jordanischen Unternehmer gehörten. Offizielle Zahlen zum Kaufpreis gibt es nicht, laut „Bild“ soll er aber deutlich über den zuletzt genannten 25 Millionen Euro liegen. Mit dem Verkauf wird der Traditionsverein schuldenfrei, da sämtliche Darlehen Ismaiks – mit Ausnahme laufender Finanzierungszusagen – erlassen werden.
Die Löwen und der neue Investor haben sich zudem auf weitreichende Pläne verständigt. So soll der Bau einer neuen Sporthalle in der Nähe des Leistungszentrums forciert werden, die den Nachwuchsteams und den Amateur-Abteilungen des Vereins eine neue Heimat bieten soll. Außerdem bekennt sich der neue Anteilseigner klar zum Grünwalder Stadion. Geplant ist, gemeinsam mit der Stadt München über eine Sanierung der traditionsreichen Arena zu sprechen, damit diese die Auflagen der DFL erfüllt. „Das Präsidium freut sich sehr, einen hochangesehenen und erfolgreichen Partner für 1860 München gewonnen zu haben, der langfristig denkt und sich langfristig an unseren Verein bindet“, erklärt der Verein. Man wolle nun gemeinsam „das große Ziel 2. Liga angehen“.
Hasan Ismaik, der 2011 bei 1860 einstieg und nach eigenen Angaben über die Jahre rund 65 Millionen Euro in den Klub investierte, verabschiedet sich versöhnlich: „Es war von Beginn an klar, dass ich mich nur von meinen Anteilen an diesem fantastischen und geschichtsträchtigen Verein trennen würde, wenn der TSV 1860 davon profitiert.“ Die Löwen schuldenfrei zu hinterlassen, sei für ihn eine „wunderbare Erfolgsgeschichte“. Künftig will er dem Klub als Fan treu bleiben.