Die Herrschaft der Nationalsozialisten über das „Deutsche Reich“ war eines der grausamsten Kapitel der Weltgeschichte. Damit sich dieses Schreckensregime nicht wiederholt, wird in regelmäßigen Abständen an die Vergangenheit erinnert. Nicht nur hierzulande.
Auch der Autor Oliver Hilmes widmet sein Sachbuch „Ein Ende und ein Anfang. Wie der Sommer 45 die Welt veränderte“ dem Leben nach dem globalen Untergang. Dabei erinnert die Struktur seines Werks an den bekannten Nachkriegsroman „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen: Das Buch ist wie ein Kaleidoskop aufgebaut, in dem unterschiedliche Alltagsszenen unterschiedlicher Menschen geschildert werden.
Und da der Krieg keine Rücksicht auf finanzielle oder andere Unterschiede macht, gibt es in diesem Werk auch keine Unterschiede zwischen Arm und Reich, Prominenz oder (vermeintlicher) Normalität.
Wer jedoch erwartet, dass nach dem Krieg alle plötzlich glücklich sind, der irrt. Denn die Welt war traumatisiert – und die Verarbeitung dieses globalen Traumas dauerte relativ lange: Und so werden Gestrandete geschildert, die man hätte auffangen müssen, während andere, die vorher noch für Hitler arbeiteten, immer noch in wichtigen Ämtern vertreten waren.
Bekannte wie renommierte Autoren wie Klaus Mann kommen ebenfalls zu Wort. Aber es sind eher nichtssagende Floskeln für die verzweifelte Menschheit, die sich Taten statt Worte wünscht.
Und was viele vielleicht nicht mehr wissen: Es waren die Amerikaner, die dazu beitrugen, den Ersten Weltkrieg zu beenden. Es waren die Amerikaner, die Weltoffenheit zelebrierten – und denen trotz der offenkundigen Hilfe von vielen Naivität und Verblendung unterstellt wurde. Daran sollte man sich wieder erinnern und dies verinnerlichen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in den von einem Rechtsruck verseuchten USA – im Sinne eines interkulturellen Weltgeschehens und wachsender Resilienz nach der weltweiten Pandemie …