Hitzestress unter Wasser
Die zunehmende Erwärmung der Ozeane bringt das Liebesleben des Engelhais aus dem Gleichgewicht. Weibliche Tiere meiden bei ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen ihre Paarungsplätze – mit potenziell dramatischen Folgen für die bedrohte Art. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Studie unter Leitung der Lancaster University, an der auch das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB) in Bonn beteiligt war. Über fünf Jahre hinweg verfolgten die Forschenden mithilfe von Sendern mehr als 100 Engelhaie rund um die Kanareninsel La Graciosa. 2022 registrierten sie dort mit über 23,8 Grad die bislang höchste Wassertemperatur während der Paarungszeit. Während die Männchen weiter ihre traditionellen Reviere aufsuchten, blieben die Weibchen fast vollständig fern. „Extreme Hitzeperioden im Meer sind mit Waldbränden an Land vergleichbar“, erklärt Studienleiter David Jacoby. „Sie wirken sich massiv auf Meereslebewesen aus.“ Für die ohnehin stark gefährdeten Engelhaie, die sich nur langsam fortpflanzen und in flachen Küstengewässern leben, sei das eine doppelte Belastung. Einst war die bis zu 1,8 Meter lange Haiart von Skandinavien bis Nordafrika verbreitet – heute sind die Kanaren eines ihrer letzten Rückzugsgebiete.
Parkinson-Spürnasen
Hunde können offenbar zuverlässig erschnüffeln, ob ein Mensch an Parkinson erkrankt ist. In einer Studie der Universität Bristol erkannten zwei trainierte Hunde in Hautabstrichen von 100 Personen Parkinson mit hoher Treffsicherheit. Die Tiere identifizierten über 70 Prozent der 40 erkrankten Probanden korrekt. Noch besser schnitten sie beim Erkennen gesunder Menschen ab: Hier lagen sie in 90 beziehungsweise 98 Prozent der 60 Fälle richtig. Grundlage des Tests war eine Doppel-Blind-Studie mit Proben von Patienten, die keine Medikamente einnahmen. Woran sich die Hunde orientieren, ist noch unklar. Während die Forschenden Hunde nicht als künftiges Diagnoseinstrument sehen, hält Neurologe Lars Timmermann (Marburg) den Einsatz zur Frühdiagnose für sinnvoll.
Notre-Dame wird digitales Denkmal
Die Pariser Kathedrale Notre-Dame soll bald digital erlebbar werden. Der US-Techkonzern Microsoft plant laut Medienberichten, das weltberühmte Bauwerk als digitales Modell zu erfassen – detailgetreu bis zum letzten Ornament der gotischen Skulpturen. Das Projekt soll mindestens ein Jahr dauern und mehrere Millionen Dollar kosten, wie Microsoft-Präsident Brad Smith dem Magazin „Le Point“ sagte.
Nach dem Vorbild früherer Digitalisierungen – etwa des Mont-Saint-Michel oder der römischen Peterskirche – soll die gotische Kathedrale mit hochpräziser Technik erfasst und damit auch für kommende Generationen digital bewahrt werden. Das Pariser Wahrzeichen hat nach dem Brand im April 2019 im Dezember 2024 wieder seine Türen geöffnet. (dpa)
Mercedes
CLA wird teurer
Mercedes startet die Auslieferung des neuen CLA. Konstruiert auf Basis einer neuen Elektroarchitektur soll er den Rückstand gegenüber Tesla und Co. wettmachen und den Einstieg in die Mercedes-Welt definieren, wenn bald A-, B- und T-Klasse wegfallen. Der CLA wird damit künftig deutlich teurer und ist zunächst ab 55.859 Euro zu haben, wie der Hersteller mitteilt.
Dafür gibt es das auf 4,72 Meter gestreckte Viertürer-Coupé als CLA 250+ mit einem 200 kW/272 PS starken E-Motor am Heck. Alternativ bieten die Schwaben für knapp 5.000 Euro mehr den CLA 350 an, der mit zwei Motoren auf 260 kW/354 PS kommt und Allradantrieb hat. Beide fahren laut Mercedes mit einer 85 kWh großen Batterie, die bis zu 792 Kilometer Normreichweite ermöglicht und danach mit bestenfalls 320 kW geladen werden kann. Die Höchstgeschwindigkeit liegt für beide Versionen bei 210 km/h.
Zwar schlägt der Generationswechsel erst einmal mit über 10.000 Euro zu Buche, doch stellt Mercedes auch günstigere CLA-Modelle in Aussicht. So soll es später eine zweite, kleinere Akku-Variante geben und auch noch einmal Verbrenner mit Mild-Hybrid-Technik. Damit, so heißt es in Stuttgart, werde der CLA dann bei etwa 46.500 Euro starten. (dpa)