Generalproben
Vor dem Saisonstart der NOFV-Oberliga Nord an diesem Wochenende absolvierten die Berliner Vertreter ihre letzten Testspiele. Der Vizemeister der Vorsaison, Lichtenberg 47 (Tore: Gruber, Eigentor, Reiniger), gewann etwa gegen GW Ahrensfelde mit 3:1 –
beim deutlichen 7:0-Erfolg gegen BW Hohen Neuendorf (Berlin-Liga) gelang Conte für Aufsteiger SD Croatia ein Dreierpack. Tennis Borussias Generalprobe verlief beim 4:1 (Tore: Danko, Isik, Sey, Jobe) gegen Budissa Bautzen (OL Süd) ebenso erfolgreich wie die des SV Sparta (Tore: Hänsch, Gampe, Al-Areed), der sich 3:1 gegen Einheit Zeperrnick (Landesliga Nord BB) durchsetzte – auch TuS Makkabi verzeichnete einen Erfolg beim 1:0 über den SC Charlottenburg (Tor: Soumah). Niederlagen mussten hingegen die weiteren Berliner Oberligisten hinnehmen: Mit 2:3 verloren der Berliner AK (Tore: Uysal, Beyazit) gegen VfB Krieschow (OL Süd) sowie Eintracht Mahlsdorf (Tore: Mätzke, Köster) gegen 1. FC Frankfurt/O (BB-Liga), der SV Tasmania (FOTO) unterlag 0:2 gegen den RSV Eintracht (OL Süd).
Berlin-Liga: Benyaminas Comeback
So ganz hatte Karim Benyamina die Schuhe nie an den Nagel gehängt: Der Stürmer genießt jedenfalls nach 200 Einsätzen und 62 Toren für den 1. FC Union (2006-2011) immer noch einen gewissen Kultstatus in Köpenick, obwohl er zuletzt für diverse Seniorenteams des Berliner Rivalen Hertha BSC auflief. Dazu trainierte der inzwischen 43-Jährige den 1. FC Wilmersdorf (Berlin-Liga), nicht ohne in den Einheiten immer wieder selbst mitzumischen. Nun konnte ihn Sportdirektor Timo Szumnarski nach längeren Gesprächen davon überzeugen, auch wieder im Herrenbereich aktiv zu werden. „Wir haben lange vergeblich einen Mann für die Position gesucht – dabei hat man in den Einheiten gesehen, dass wir immer noch einen der besten Stürmer Berlins in unseren Reihen haben“, so Szumnarski. Benyamina gelang gleich bei der 1:9-Pleite im Test gegen Tasmania zumindest das einzige Tor.
Viktorias Lebenszeichen
Lange hatte sich Regionalligaabsteiger Viktoria Berlin nach der Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens Anfang Juni in Schweigen über seine unmittelbare Zukunft gehüllt – obwohl man vom NOFV bereits der Oberliga Nord 2025/26 zugeordnet worden war. Kein Trainerteam, massenhaft Abgänge und abgesagte Testspiele sorgten jedenfalls für Zweifel – vergangene Woche aber gaben die Himmelblauen ein Lebenszeichen von sich. So wurde mit Thomas Kost ein durchaus namhafter Coach vorgestellt, der zuletzt bei Rot-Weiß Erfurt als Assistent, aber auch schon für den FC Arsenal als Scout arbeitete. Ein alter Bekannter konnte dazu mit Rocco Teichmann als Sportlicher Leiter zurückgewonnen werden – der 39-Jährige war bereits von 2016 bis vergangenen Sommer in leitenden Funktionen am Ostpreußendamm tätig. Mit den Torwarttalenten Adamczak und Pohlmann (beide 18) sowie Tchadjei (26, RW Koblenz) wurden erste Verpflichtungen bekannt, Kapitän Enes Küc verlängerte dazu seinen Vertrag – bereits am Sonntag steht Viktorias Saisonauftakt bei Croatia an.
Ein Sieg und ein Ausfall
Unverrichteter Dinge mussten am Freitagabend vergangener Woche Aktive, Pressevertreter und Besucher des ersten Saisonspiels von Hertha BSC II in der Regionalliga Nordost den Olympiapark wieder verlassen. Grund: Gegner ZFC Meuselwitz steckte mit dem Bus in einer Vollsperrung fest. Gespielt werden konnte hingegen in Fürstenwalde, wo die VSG Altglienicke ihr erstes „Heimspiel“ der Saison bestritt. Im Berliner Duell auf Brandenburger Territorium fremdelten die Treptower dabei nicht mit der ungewohnten Umgebung und bezwangen den FC Hertha 03, der nach Platzverweis gegen Wicht (50.) nur noch zu zehnt agierte, mit 2:0 (Tore: Nietfeld, Wagner). Ein unglückliches Saisondebüt gab es für den BFC Dynamo: Lange hielt das Bollwerk in Halle, dann gelang Damelang (80.) doch der Treffer zum 1:0-Sieg des HFC. Aufsteiger BFC Preussen (Tore: Ramadan, Hoch) kam dazu nach zweimaligem Rückstand gegen den FC Eilenburg immerhin zu einem 2:2-Unentschieden.
Kommen und Gehen
Bei ALBA dreht sich das Personalkarussell immer weiter. Von den Telekom Baskets Bonn wurde Forward Sam Griesel an die Spree gelotst. Der 25-jährige Deutsch-Amerikaner legte am Rhein durchschnittlich knapp 10 Punkte auf und unterschrieb für zwei Spielzeiten. ALBA verlassen hingegen beide Italiener: Nach Ablauf seines Dreijahres-Vertrages in Berlin unterzeichnete Gabriele Procida (23) wieder einen Dreijahres-Kontrakt – allerdings beim spanischen Topteam Real Madrid. Nach zwei Saisons geht auch Guard Matteo Spagnolo (22). Sein Vertrag „wurde im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst.“ Das Frauenteam von ALBA verpflichtete eine neue Flügelspielerin. Die 22-jährige Jo Raflo hat die letzten drei Jahre auf der Mount St. Mary’s University in Maryland (USA) gespielt und bekam in Berlin einen Einjahresvertrag. Laut Sportdirektor Himar Ojeda kann sie „auf mehreren Positionen spielen.“ Sie bringe ein großes Skillset mit, gerade offensiv.
Füchse-Vorbereitung startet gut
Der Deutsche Handball-Meister Füchse Berlin ist seit dem 21. Juli wieder im Training und hat die ersten drei Trainingsspiele gleich sehr erfolgreich absolviert, wenn auch gegen Konkurrenz aus der Oberliga. Am 25. Juli gewannen die Füchse 53:23 in Bremerhaven beim TV Schiffdorf, tags darauf in Plau am See in Südmecklenburg beim Plauer SV 52:15; und auch der BTV 1850 am 27. Juli in der Flatowhalle von Kreuzberg hatte nur wenig mehr zu bestellen: Die Füchse siegten 54:26. Beste Stimmung also vor dem sich direkt anschließenden Trainingslager im Spreewald. Nach dem letzten Testspiel am 16. August bei der SG Flensburg-Handewitt, wird es am 23. August wieder ernst mit dem Supercup gegen den THW Kiel im SAP Garden München. Bundesligastart ist am 31. August zu Hause gegen den Bergischen HC.
Thunder desolat
Vier Wochen zuvor hatten Berlin Thunder eine 7:44-Heimklatsche gegen Rhein Fire kassiert, doch auch beim Rückspiel in Duisburg am 27. Juli hatten die Hauptstädter gegen den amtierenden Champion der European League of Football (ELF) nichts zu bestellen. Rhein Fire führten zur Halbzeit bereits mit 52:0. Erst im 4. Viertel konnte Tyler Foster einen Punt zum Touchdown für Thunder zurücktragen. Kurz darauf konnte man noch einen Fire-Fumble sichern, aber all dies war nur ein Strohfeuer. Die Rheinländer scorten schnell wieder zum Endstand von 69:7 und blieben in der ELF North erster Verfolger von Nordic Storm, gefolgt von Berlin Thunder und den Hamburg Sea Devils. In der German Football League (GFL) zerstoben am 26. Juli schnell alle Träume der Berlin Rebels, dem Meister Potsdam Royals in deren Stadion ein Bein zu stellen. Über den Pausenstand von 42:14 zogen die Brandenburger bis zum Endstand von 74:27 unwiderstehlich davon. In der GFL Nord führen weiter die Dresden Monarchs vor Potsdam und den Berlinern.
Leichtathletik: Topresultate beim ISTAF
Ungewöhnlich früh im Jahr fand das ISTAF diesmal bereits am 27. Juli statt. Rund 28.500 Leichtathletik-Fans im Berliner Olympiastadion sahen in 15 Wettbewerben vier deutsche Siege. Die zweifache Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) setzte sich mit 6,73 Meter gegen die Konkurrenz durch. Der Berliner Speerwerfer Julian Weber (jetzt USC Mainz) fing im letzten Versuch noch den Polen Dawid Wegner ab und siegte mit 84,03 Meter. Die Leverkusenerin Lea Mayer erzielte über die selten gelaufene Distanz von 2.000 Meter Hindernis in 5:57,76 Minuten eine Jahresweltbestzeit. Eileen Demes aus Neu-Isenburg gewann die 400 Meter Hürden in 54,29 Sekunden. Gina Lückenkemper (SCC Berlin) lieferte mit 11,05 Sekunden über die 100 Meter ihre beste Saisonleistung ab, wurde damit aber nur Zweite hinter der vier Hundertstelsekunden schnelleren Maia McCoy (USA).