Im siebten Spielfilm des „Jurassic Park“-Franchise jagt eine Handvoll Abenteurer die größten lebenden Dinosaurier aller Zeiten. Die Mission: den Dinos DNS-Proben abzuzapfen, um damit ein Medikament herstellen zu können.
Was die Verpackung eines Schoko-Riegels alles anrichten kann! Vor 17 Jahren achtlos von einem Labormitarbeiter weggeworfen, verklemmte die sich nämlich in einer Tür des Hochsicherheitstrakts einer Forschungsanlage auf der Insel Saint-Hubert im Atlantik, wo neue Dino-Spezies gezüchtet wurden. Das Resultat: Der Sicherheitstrakt, in dem die Urweltviecher untergebracht waren, explodierte.
Zwei Dutzend dieser schrecklich genmanipulierten Exemplare entkamen in den Dschungel. Die Menschen, die diesen Super-GAU überlebten, wurden evakuiert. Seitdem ist die Karibik-Insel Saint-Hubert Sperrgebiet.
Zu genau dieser Insel machen sich nun ein paar Abenteurer auf, um dort auf Saurier-Jagd zu gehen. Aber nicht, um sie zu töten oder einzufangen, sondern um ihnen DNS-Proben abzuzapfen. Und zwar den größten Dinosaurier-Spezies zu Wasser (Mosasaurus), zu Lande (Titanosaurus) und in der Luft (Quetzalcoatlus). Gesponsert wird diese riskante Mission vom Pharmakonzern Parker Genix, der sich erhofft, aus dem extrem seltenen Dino-Erbgut ein Medikament gegen Herzkrankheiten herstellen zu können. Und damit das Monopol für den Super-Stoff zu haben und zig Milliarden Dollar zu scheffeln.
Die Söldnerin Zora Bennett (Scarlett Johansson) soll dafür sorgen, dass diese Truppe, darunter der Pharmavertreter Martin Krebs (Rupert Friend), der Paläontologe Dr. Henry Loomis (Jonathan Bailey) und der Schiffskapitän Duncan Kincaid (Mahershala Ali), ihren gefährlichen Auftrag auch erfüllt.
Regisseur Gareth Edwards („Godzilla“) hat sich für die Legende von „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ vor allem an Steven Spielbergs Original „Jurassic Park“ aus dem Jahr 1993 orientiert und alle weiteren Dino-Filme weitgehend vernachlässigt. So holte er sich für die Story auch David Koepp, der schon das Drehbuch zum allerersten „Jurassic Park“-Film schrieb. Außerdem wurde wieder auf 35-mm-Material gedreht, um dem Stil des ersten Films ganz nahe zu sein. So fühlen sich die atemberaubenden Panoramen von Thailands Dschungel, die Riesengräser-Wiesen, verwunschenen Bäume, Sümpfe und Flüsse mit gefährlichen Stromschnellen wieder ganz frisch und unverbraucht an. Und auch die Riesenechsen entfalten dadurch eine mitunter magische „Lost World“-Aura.
Spektakuläre Szenen
Zunächst machen Zora & Co. aber Jagd auf den in den Tiefen des Meeres lebenden Mosasaurus. Doch bevor es zur Begegnung mit diesem Giganten kommt, treffen sie auf eine Familie, deren Segelboot von einem Spinosaurier gerammt wurde und die hilflos auf dem Meer treibt. Man nimmt die Schiffbrüchigen natürlich an Bord. Dann geht es los mit der Hatz auf den Mosasaurus, bei der sich Zora zum ersten Mal als furchtlose Kämpferin erweist. Wie sie kopfunter am Bug des Bootes hängend dem Mosasaurus die DNS-Probe abnimmt, ist schon spektakulär. Ganz im klassischen Stil, freischwebend zwischen „Moby Dick“ und „Der weiße Hai“. Doch dann bricht erst so richtig die Hölle los. Ein Rudel Spinosaurier attackiert das Boot dermaßen aggressiv, dass Kapitän Kincaid nichts anderes übrigbleibt, als das Gefährt auf der Insel Saint-Hubert auflaufen zu lassen. Bei dieser halsbrecherischen Aktion werden das Forscher-Team und die gerettete Familie getrennt. Man schlägt sich nun auf verschiedenen Wegen durch das unwegsame Gebiet zu der verlassenen Forschungsstation durch. Immer höchst wachsam, um keiner der mutierten Bestien zu begegnen.
Das Forscher-Team trifft beim Marsch durch den Dschungel schließlich auf eine Titanosaurus-Herde, die friedlich auf einer Wiese grast (Wir erinnern uns dabei gern an Spielbergs Brachiosaurus-Herde in „Jurassic Park“). Diesen sanften Giganten können sie problemlos eine DNS-Probe entnehmen. Fehlt nur noch eine Probe des Flugsauriers Quetzalcoatlus. Da man dieser ultragefährlichen Kreuzung aus Pteranodon und Velociraptor auf gar keinen Fall zu nahe kommen sollte, entschließt man sich, die DNS aus einem Quetzalcoatlus-Ei zu entnehmen. An einer steilen Felswand findet man auch bald ein Nest mit Eiern. Doch da kommt auch schon eine der Flugechsen angeflogen – mit tödlich langem Hackeschnabel und starrem Blick auf Zora, die über dem Nest an einem Seil hängt …
Showdown auf dem Forschungsgelände
Den Kanon der klassischen Monster- und exotischen Abenteuer-Filme kennt Regisseur Edwards natürlich aus dem Effeff. Und er filmt alle Action-Sequenzen, in denen Menschen und Monster aufeinandertreffen, höchst imposant und effektvoll. Ein Höhepunkt des Films ist sicher der Moment, als ein schlafender T-Rex langsam erwacht und leichte Beute wittert. In dieser Szene, die wohl auch als Hommage an „Jurassic Park“-Autor Michael Crichton gedacht ist, spielt ein gelbes Gummiboot eine nicht unbedeutende Rolle. Zum Showdown treffen dann die verwegene Crew und die gestrandete Familie auf dem Jurassic-Park-Forschungsgelände wieder aufeinander. Dort begegnen sie einer schrecklich-schaurigen T-Rex-Mutation: dem geklonten Distortus Rex …
„Jurassic World: Die Wiedergeburt“ (bereits im Kino angelaufen) ist lupenreiner Dino-Fantasy-Eskapismus. Mit einer sehr strengen Scarlett Johansson als toughe Kriegerin mit Herz. Allerdings springt der Funke zu einer romantischen Beziehung mit ihrem Co-Star Jonathan Bailey nicht wirklich über. Man wird sehen, ob dieser „Jurassic World“-Reset tatsächlich der Auftakt zu einer Trilogie wird, die wohl bereits in Planung ist. Ein Plus – neben den exquisiten Schauwerten – ist auf jeden Fall auch, dass die Monster-Echsen diesmal nicht eingezäunt sind, sondern sich frei bewegen können. Und zwar auf einer verwunschenen Insel, die auch der Zufluchtsort von King Kong hätte sein können.