Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus stehen die globale Gesundheitsversorgung unter Druck. Zentrale Akteure wie die WHO, Gavi und der Globale Fonds kämpfen mit drastischen Mittelkürzungen.
WHO – Weltgesundheitsorganisation
Die WHO ist der zentrale gesundheitspolitische Akteur der Vereinten Nationen. Sie wurde 1948 gegründet, mit dem Ziel, eine koordinierte Antwort auf globale Gesundheitsfragen zu ermöglichen. Die Organisation entwickelt internationale Standards, beobachtet und analysiert Krankheitsausbrüche, unterstützt Länder beim Aufbau von Gesundheitsinfrastrukturen und ist federführend bei der weltweiten Ausrottung von Krankheiten wie Polio oder Pocken gewesen. Ihre Bedeutung wurde während der Covid-19-Pandemie besonders deutlich: Die WHO koordinierte die weltweite Reaktion, veröffentlichte Empfehlungen und lieferte wichtige Datengrundlagen.
Finanziert wird die WHO durch Pflichtbeiträge der Mitgliedstaaten und freiwillige Zuwendungen. Die Vereinigten Staaten waren bis 2025 der größte Einzelzahler, mit einem Anteil von bis zu 15 Prozent am Gesamtbudget, darunter auch zweckgebundene Beiträge für Impfprogramme oder Ausbruchsprävention. Unter Präsident Trump wurden diese Mittel bereits in seiner ersten Amtszeit zwischenzeitlich eingefroren. Im Januar 2025 leitete die US-Regierung unter Präsident Trump den Austritt aus der WHO ein und setzte zahlreiche Zahlungen vorübergehend aus. In mehreren Ländern Afrikas und Südostasiens führt dies bereits kurz darauf zu gefährlichen Versorgungslücken.
Gavi – Impfallianz
Gavi, die Impfallianz, wurde im Jahr 2000 als öffentlich-private Partnerschaft gegründet. Ihr Ziel ist es, Kindern in einkommensschwachen Ländern einen verlässlichen Zugang zu lebenswichtigen Impfstoffen zu ermöglichen. In enger Zusammenarbeit mit Unicef, WHO, Weltbank und Stiftungen wie der Gates Foundation unterstützt Gavi nationale Impfprogramme, fördert den Aufbau verlässlicher Kühlketten und verhandelt Medikamentenpreise direkt mit Herstellern. Seit ihrer Gründung hat Gavi laut eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Kinder erreicht und rund 17 Millionen Todesfälle verhindert.
Die Organisation finanziert sich über mehrjährige Wiederauffüllungsrunden durch Staaten und private Geber. Für die aktuelle Strategieperiode 2026 bis 2030 wurde ein Finanzierungsziel von 11,9 Milliarden US-Dollar ausgerufen. Ende Juni 2025, zum offiziellen Zeitpunkt, lagen die Zusagen allerdings mit knapp neun Milliarden deutlich darunter. Der Rückzug der USA trägt wesentlich zu diesem Defizit bei. Unter Trump sagte die USA keine neuen Mittel für Gavi zu, bereits laufende Zahlungen wurden nicht verlängert, weitere Transfers für den Zeitraum 2026 bis 2030 gestoppt.
Die Folgen sind gravierend: Impfprogramme in mehreren Dutzend Ländern geraten ins Stocken. Geplante Kampagnen gegen Masern, HPV oder Rotavirus werden verschoben oder ausgedünnt. Laut Schätzungen könnten bis zu 1,2 Millionen zusätzliche Kindstodesfälle auftreten, wenn die Finanzlücke nicht rasch geschlossen wird.
Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria
Der Globale Fonds wurde im Jahr 2002 als multilaterales Finanzierungsinstrument ins Leben gerufen, um die Bekämpfung der drei großen Armutskrankheiten international besser zu koordinieren. Die Organisation sammelt Mittel von Staaten, Stiftungen und privaten Gebern, die gezielt in nationale Programme vor Ort fließen – etwa für die Beschaffung von Medikamenten, die Ausbildung von Personal oder für Aufklärungskampagnen. Der Globale Fonds hat nach eigenen Angaben seit seiner Gründung über 65 Millionen Menschenleben gerettet und gilt als eine der effektivsten Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen weltweit.
Die Vereinigten Staaten gehören traditionell zu den größten Geldgebern. Ihr Beitrag für die aktuelle Förderperiode lag zuletzt bei rund 1,65 Milliarden US-Dollar jährlich. Bislang blieben die Zahlungen trotz Trumps Rückzugspolitik formal bestehen, auch weil sie über gesetzlich geschützte Budgetlinien wie PEPFAR laufen. Dennoch zeigen sich indirekte Effekte: Die Unsicherheit über die mittelfristige Finanzierung erschwert die Planung, und durch den partiellen Ausfall von PEPFAR, dem US-Flaggschiffprogramm zur HIV-Bekämpfung, entstehen Versorgungsengpässe, die der Globale Fonds auffangen muss.
Diese Situation bringt das System an seine Belastungsgrenze. In mehreren afrikanischen Ländern wurden Lieferungen antiretroviraler Medikamente verzögert, Programme zur Tuberkulose-Früherkennung ausgesetzt.