Michael von Benkel wurde erst Staatsanwalt und ist heute Strafrichter in einer bayerischen Kleinstadt. Dabei ist ihm – wenig überraschend – tatsächlich so einiges an makabren Kuriositäten untergekommen, die er literarisch bearbeitet hat.
In seinen Romanen behandelt Michael von Benkel zwar keine realen Fälle, doch es kommen durchaus real erlebte Elemente darin vor. Man kennt dies vielleicht auch von Ferdinand von Schirach und seinen Erfolgsbüchern – bei Michael von Benkel stammen die mitunter tragischen, aber auch komischen Figuren aus allen sozialen Schichten. Es sind Geschichten, die das Leben eben schreibt – oder schreiben könnte.
Hier ist es ein eigentlich kreuzbraver, aber selbstverliebter städtischer Beamter, der seinen Lebensabend eigentlich genießen könnte, sich stattdessen aber über einen Exkollegen ärgert, der ihn beinahe aus dem Job katapultiert hat und den er deshalb nun im Gegenzug aus dem Leben katapultieren will – aus Rache, um weitere Gefahr abzuwenden, und um sich endlich einmal etwas zu trauen.
Er ist der Annahme, den perfekten Mord ausführen zu können, und ist sich darüber hinaus sicher, dass sein Opfer auch niemand vermissen wird. Und noch eine Sache hat er perfekt durchdacht: Er raucht nicht, weshalb er denkt, dass die Polizei überhaupt nicht erst auf ihn kommen kann, falls es doch an mögliche Ermittlungen gehen sollte.
Doch wie das immer so ist: Fast alles kommt anders als geplant, und so kommen dem Mörder ständig neugierige Nachbarinnen, Verehrerinnen, natürlich auch die Polizei und weitere nervige Mitbürger in die Quere.
Außer dem Mord klappt trotz aller Planung deshalb eigentlich nichts wie gedacht. Kein Wunder also, dass das Buch bis zum letzten Moment überraschende, lebendige Wendungen bietet.
Lediglich der Tote hält sich bedauerlicherweise an das bei typischen Kriminialromanen verpflichtende Schema: Er bleibt tatsächlich bis zur letzten Buchseite tot.