Der 1. FC Saarbrücken hat sein erstes Heimspiel der neuen Saison gewonnen. Gegen Viktoria Köln setzte sich die Mannschaft von Trainer Alois Schwartz vor 13.000 Zuschauern im Ludwigsparkstadion mit 2:1 durch.
Zwei Spiele, vier Punkte. Der von vielen befürchtete Fehlstart ist für den Drittligisten 1. FC Saarbrücken ausgeblieben. Doch das 2:1 gegen Viktoria Köln lässt einige Fragen offen.
Matchwinner vor gut 13.000 Zuschauern war Kai Brünker, der beide Treffer erzielte (7., 39.). In der Nachspielzeit wurde es jedoch noch einmal gefährlich, als David Otto zunächst per direktem Freistoß verkürzte (90.+3) und kurz darauf mit einem Distanzschuss die Latte traf (90.+4).
Schwartz nahm im Vergleich zum 3:3-Auftakt in Cottbus drei Änderungen in der Startelf vor: Ex-Kapitän Manuel Zeitz kam in die Startelf, ebenso Calogero Rizzuto und Dominic Baumann. Dafür blieben Robin Bormuth und Elijah Krahn zunächst auf der Bank, Patrick Sontheimer wird nach einem Sehnenriss im Oberschenkel vermutlich bis zum Jahresende ausfallen. „Ich wollte einen Sechser, der die Position hält. Das hat er ordentlich gemacht“, sagte Schwartz über Zeitz’ Auftritt. Um die Identifikationsfigur hatte es unter der Woche reichlich Wirbel gegeben. Trainer Schwartz begründete seine Kapitäns-Entscheidung zumindest etwas doppeldeutig. Dass Zeitz daraufhin ein Vier-Augen-Gespräch aus der Trainerkabine in einem Podcast mit Stadionsprecher Christoph Tautz quasi im Wortlaut wiedergab, erwischte den Coach auf dem falschen Fuß. Immerhin: Die Irritationen wurden unter der Woche ausgeräumt: „Manuel und ich sind fein“, bekräftige Schwartz.
Bei glühend heißen Temperaturen erwischte Saarbrücken einen Traumstart. Bereits in der zweiten Minute prüfte Niko Bretschneider Viktoria-Keeper Dudu, ehe eine präzise Freistoßflanke von Tim Civeja den Kopf von Brünker fand – 1:0 (7.). Köln versuchte, mit viel Ballbesitz ins Spiel zu kommen, blieb aber an der gut organisierten FCS-Abwehr hängen. Kurz vor der Pause nutzten die Hausherren einen Moment der Unordnung: Rizzuto schaltete nach einem Foul in der eigenen Hälfte blitzschnell, schickte Brünker steil, und der traf freistehend zum 2:0 (39.).
Die Suche nach einem Qualitäts-Sechser
Nach dem Seitenwechsel verlegte sich der FCS aufs Verteidigen. Die Gastgeber lauerten auf Konter, verpassten aber die Vorentscheidung, als Rodney Elongo-Yombo in der 55. Minute scheiterte. Viktoria kam vor allem nach Standards gefährlich auf – so prüften Otto (66.) und Simon Handle (75.) Torhüter Phillip Menzel.
„Wir wollten offensiv und mutig spielen. Entsprechend war die Aufstellung. Wir sind früh in Führung gegangen. Danach waren wir aber zu tief. Nach dem 2:0 ging es so weiter. Der Gegner hatte viel mehr Ballbesitz und ist mehr und mehr in unsere Hälfte gekommen, weil wir viel zu passiv waren“, kritisierte Schwartz nach dem Schlusspfiff. Seine Mannen zeigten wieder einmal ein altes Muster. Im Gefühl des sicheren Sieges verfiel man in einen Verwaltungsmodus: „Die hauen jeden Ball vorne rein. Dann wird es irgendwann schwer“, relativierte Abwehrspieler Lasse Wilhelm. Man mag dem FCS und seinen Akteuren manches vorwerfen, aber charakterlich stellt er seit Jahren ein gutes Team auf den Platz. Die Gruppe ist weitestgehend homogen, Quertreiber und Stinkstiefel sind seit gefühlt einer halben Ewigkeit die absolute Ausnahme. Aber krisenfest ist die Mannschaft nicht. In einer sympathischen und durchweg intelligenten Truppe fehlt es an ein, zwei Haudegen. Schwartz würde daher gerne noch einen Sechser verpflichten. Nicht nur, weil Sontheimer lange fehlen wird, sondern auch, weil er auf dieser Position gerne einen Lautsprecher hätte. „Wir werden sehen, ob wir was finden“, sagt der Trainer. Der hinter den Kulissen bereits gehandelte Braunschweiger Robin Krauße ist nach FORUM-Informationen aber kein Thema. Schwartz präferiert die Lösung mit einem Spieler, der unter Vertrag steht und sich durch ein Engagement beim FCS mehr Spielzeit verspricht. Dennoch könnte der Ex-Sandhäuser Marco Schikora (derzeit vereinslos) doch noch in den Fokus rücken. Doch zunächst gilt es, die ersten beiden Spiele zu analysieren.
Torwart Menzel legte den Finger in die Wunde: „Wir haben wieder nicht gut gespielt. Defensiv waren wir lange stabil. Aber mit dem Ball waren wir sehr hektisch. Wir haben die Bälle leicht abgegeben, dadurch kam der Gegner immer besser ins Spiel. Nach dem Anschlusstreffer war es dann vogelwild. Wir nehmen die vier Punkte gerne mit, wissen aber, dass wir sehr, sehr viel Arbeit vor uns haben.“ Am Freitag ist erst einmal Durchschnaufen angesagt. In der ersten Runde um den DFB-Pokal treffen die Blau-Schwarzen auf den Zweitligisten FC Magdeburg. „Da freuen wir uns drauf und wollen den Favoriten ärgern“, sagte Schwartz.