Der Bedarf an Pflegeplätzen in ländlichen Regionen steigt. Die Victor’s Group entwickelt gemeinsam mit exsos neue Wohnformen. Die Landhaus Seniorenwohngemeinschaften verbinden moderne Pflege mit regionaler Verankerung.
Im fortgeschrittenen Alter möchte man meist nur eines: bleiben, wo das Leben stattgefunden hat. Im vertrauten Dorf, nahe bei Kindern, Nachbarn und gewohnten Wegen. Laut Statistischem Bundesamt wünschen sich das über 90 Prozent der älteren Bevölkerung, selbst dann, wenn Unterstützung oder Pflege notwendig wird. Dieser Wunsch ist kein nostalgisches Festhalten, sondern Ausdruck eines tiefen Bedürfnisses nach Sicherheit, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung.
In ländlichen Regionen ist diese Verbundenheit mit dem Ort besonders stark ausgeprägt. Die persönliche Geschichte ist dort oft eng verknüpft mit der Landschaft, der Nachbarschaft und dem Lebensrhythmus des Dorfes. Gleichzeitig geraten diese Regionen zunehmend unter Druck. Pflegeangebote konzentrieren sich auf städtische Räume, während in vielen ländlichen Kreisen der Anteil der über 65-Jährigen kontinuierlich wächst. Die Bevölkerung insgesamt nimmt hingegen ab. Damit entsteht ein wachsendes Gefälle zwischen Bedarf und Versorgungsmöglichkeiten. Schon heute fehlen vielerorts Pflegeplätze, barrierefreier Wohnraum ist Mangelware. Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 bundesweit rund 290.000 Pflegeplätze zusätzlich gebraucht werden. Für viele kleine Gemeinden bedeutet das nicht nur eine soziale Herausforderung, sondern auch einen wirtschaftlichen Kraftakt.
Gleichzeitig zeigt sich in Umfragen eine wachsende Offenheit für neue Wohn- und Pflegeformen. Laut Generali-Altersstudie befürworten rund 64 Prozent der über 60-Jährigen gemeinschaftliches Wohnen im Alter. Mehr als jeder Fünfte kann sich vorstellen, in eine betreute Wohngemeinschaft zu ziehen. Entscheidend ist dabei vor allem eines: Das Angebot muss in die vertraute Umgebung eingebettet sein. Es muss sich einfügen in den Alltag des Dorfes oder der Kleinstadt, nicht außerhalb entstehen. Es muss sozial und räumlich erreichbar bleiben.
Durchdachte Lösung
Ein solches Konzept entsteht seit 2021 in enger Kooperation zwischen der Victor’s Group, einem der größten privaten Pflegeanbieter in Deutschland, und exsos, einem unternehmerischen Komplettanbieter im Bereich Wohn- und Pflegeeinrichtungen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Pflege auf dem Land neu zu denken. Die Idee: Landhaus Seniorenwohngemeinschaften mit überschaubarer Größe, integriert in gewachsene Gemeindestrukturen, getragen von regionalen Partnerschaften und verbunden durch intelligente Systeme.
Die Häuser selbst folgen einem klaren Konzept. Sie sind bewusst wohnlich gestaltet, immer in moderner Holzbauweise realisiert, um Atmosphäre und Identifikation zu schaffen. Das architektonische Prinzip folgt dabei keinem institutionellen Raster, sondern orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen, die dort leben und arbeiten. Die Standorte bieten Raum für liebevolle Pflege, Begegnungszonen, die sich der Nachbarschaft öffnen und demnächst auch für betreutes Wohnen mit ambulanter Betreuung. Kooperationen mit Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden oder Ehrenamtlichen stärken die soziale Einbindung. Die professionelle Pflege wird bei Bedarf durch ortsansässige Ärzte ergänzt, die die Menschen schon ihr Leben lang kennen. So entstehen Orte, an denen Pflege nicht isoliert, sondern eingebunden geschieht. Auch in der Personalfrage bietet das Konzept Vorteile. Viele der Mitarbeitenden kommen aus der Region, kennen die Menschen, sprechen dieselbe Sprache. Die Kombination aus planbaren Arbeitszeiten, digitaler Unterstützung, flachen Hierarchien und einem wertschätzenden Miteinander schafft ein Umfeld, in dem die Mitarbeiter langfristig bleiben wollen.
Für Kommunen ist dieses Modell mehr als ein Projekt. Es zeigt, dass Pflege auch jenseits großer Zentren funktionieren kann. Es braucht keine Megastrukturen, sondern durchdachte Lösungen, lokale Partner und eine klare Vision.