Content Creatorin Buket Kartaloglu (24) aus Zürich ist für Marken wie L’Oréal Paris, Vichy Laboratoires und Zalando tätig und inspiriert mit ihren Fashion-Looks und Einblicken in ihren Alltag als Gründerin. Im Interview spricht die Schweizerin über ihre eigene Marke, Vor- und Nachteile von Social Media und verrät ihre modischen Highlights für den Herbst.
Liebe Buket, wie bist Du zu Instagram gekommen?
Meinen aktuellen Account habe ich 2021 erstellt, ganz ohne ein konkretes Ziel. Einfach, weil ich gerne Bilder gemacht habe. Damals war ich noch in der Ausbildung zur Modeberaterin und hatte beruflich noch andere Pläne. Erst im Sommer 2023 hat sich das Ganze dann in eine neue Richtung entwickelt und meine „Influencer“-Reise so richtig begonnen.
Wie wurdest Du erfolgreich – wie konntest Du zum Beispiel Deine Followeranzahl steigern und wie wurden Marken auf Dich aufmerksam?
Am Anfang fiel es mir nicht ganz leicht, mich zu öffnen. Vor allem, weil ich als Schweizerin Content auf Hochdeutsch gemacht habe. Ich hatte Zweifel, ob mein Akzent komisch wirkt oder ob andere es lustig fanden, dass ich versuche, etwas aufzubauen. Mit der Zeit habe ich aber mehr Selbstvertrauen gewonnen und angefangen, strategischer zu posten. Ich bin meiner Nische treu geblieben, habe regelmäßig Content geteilt, und genau dann ging es mit der Followerzahl plötzlich richtig schnell nach oben. So wurden auch erste Marken auf mich aufmerksam.
Wie viele Kooperationsanfragen erhältst Du ungefähr im Monat und nach welchen Kriterien suchst Du Deine Partner aus? Lehnst Du zum Beispiel auch mal lukrative Anfragen ab?
Die Anzahl der Anfragen variiert von Monat zu Monat. Manchmal sind es bis zu zehn, manchmal auch weniger. Ich habe schon öfter Kooperationen abgelehnt, selbst wenn sie finanziell attraktiv gewesen wären. Wenn ich merke, dass die Marke oder das Produkt nicht zu mir oder zu meinem Content passt, sage ich lieber nein. Es ist mir wichtig, mich mit der Brand wirklich identifizieren zu können und nur das zu bewerben, hinter dem ich auch zu 100 Prozent stehe.
Mit welchen bekannten Marken hast Du in der letzten Zeit zusammengearbeitet?
Ich habe das Glück, mit wirklich tollen Marken zusammenarbeiten zu dürfen. Zu den bekanntesten in letzter Zeit zählen unter anderem L’Oréal Paris, Vichy Laboratoires und Zalando. Da waren echt coole Kampagnen dabei!
Du hast mit „Bedeen Zurich“ Deine eigene Marke gegründet. Wie kam es dazu und welche Artikel bietest Du an?
Bedeen ist mein Herzensprojekt und entstand aus einer Vision, die ich schon während meiner Ausbildung zur Modeberaterin hatte. Ich biete zeitlose Pieces wie hochwertige Blazer, Hosen und ausgewählte Oberteile an.
Ich mache wirklich alles selbst – vom Design der Artikel über den Content bis hin zum Verpacken der Bestellungen. Das Atelier, in dem produziert wird, befindet sich in Istanbul. Mir ist wichtig, dass jedes Teil Qualität, Stil und Persönlichkeit vereint. Genau diese Kundschaft konnte ich auch erreichen und habe mir in kurzer Zeit etwas aufbauen können.
Was waren die Highlights in Deiner Karriere?
Als Influencerin hatte ich bisher viele unvergessliche Momente, für die ich unglaublich dankbar bin. Ein echtes Highlight war zum Beispiel die Einladung zu einem Event mit Dyson, bei dem ich die Marke hautnah kennenlernen konnte. Ebenso bedeutend waren große Kampagnen wie mit Logitech, die mir gezeigt haben, wie viel Vertrauen und Wertschätzung mir als Creator entgegengebracht werden.
Welche Deiner Instagram-Beiträge sind die beliebtesten?
Am besten kommen aktuell bei meiner Community meine Outfit-Bilder an. Besonders gerne teile ich einfache Office-Looks, City-Styles oder auch Urlaubs-Outfits als Inspiration. Ich liebe es einfach, mich jeden Tag schick zu machen, auch wenn es nur für die Arbeit ist.
Wer fotografiert Dich für Instagram?
Die meisten Fotos macht mein Ehemann. Er unterstützt mich sehr in meinem Alltag als Content Creatorin und kennt mittlerweile genau meine Winkel und meinen Stil. Zusätzlich hilft mir auch meine beste Freundin, die selbst Creatorin ist. Videos und Reels drehe ich meistens alleine, da habe ich inzwischen meine eigene Routine gefunden.
Was fasziniert Dich an Mode und an der Modewelt?
Für mich ist Mode viel mehr als nur Kleidung, sie ist eine Sprache ohne Worte. Sie gibt uns die Möglichkeit, zu zeigen, wer wir sind, wie wir uns fühlen und was uns ausmacht. Ich finde es unglaublich spannend, wie unterschiedlich sich Menschen ausdrücken, einfach nur durch ihren Stil. Besonders liebe ich auch, dass aktuell viele Trends aus der Vergangenheit zurückkommen. Man kann einfach so kreativ sein!
Wenn Du Dinge im Modebusiness und bei den sozialen Medien verändern könntest – welche wären das?
Ich fände es schön, wenn in der Modewelt noch mehr auf „Qualität über Quantität“ geachtet würde. Themen wie Capsule Wardrobe oder bewusster Konsum könnten viel mehr Platz bekommen. Auf Social Media würde ich mir wünschen, dass mehr echte Vielfalt gezeigt wird, generell mehr Echtheit. Da wirkt oft alles perfekt, aber gerade die authentischen, ehrlichen Momente machen den Unterschied. Ich finde, wir sollten wieder mehr zeigen, dass nicht alles perfekt ist.
Durch die sozialen Medien ist für viele ein stärkerer Druck zur Selbstoptimierung entstanden. Wie stehst Du zu diesem Thema – setzt Du Dich selbst auch manchmal unter Druck, was zum Beispiel Gewicht, Ernährung, Sport oder Beauty-
Eingriffe anbelangt?
Ich glaube, dieses Thema betrifft uns alle. Vor allem, wenn man täglich auf Social Media unterwegs ist. Auch ich habe Momente, in denen ich mich vergleiche und denke: „Vielleicht sollte ich auch so aussehen oder so sein.“ Das ist traurig, aber leider sehr real. Gerade wenn man selbst öffentlich ist, spürt man den Druck noch mehr. In solchen Momenten versuche ich, mich bewusst daran zu erinnern, dass vieles auf Social Media nicht so echt ist, wie es scheint. Es hilft, wieder auf sich selbst zu achten und daran zu denken, dass nicht alles so ist, wie es scheint.
Für welche Themen – abgesehen von Mode und Beauty – nutzt Du deine Reichweite bei Instagram gerne?
Ich teile supergerne Einblicke in mein Office-Life und in meinen Alltag als Gründerin – das ist einfach ein großer Teil von mir. Ich gebe Tipps, wie ich mich motiviere, wie ich meine Ziele angehe und was mir im Alltag hilft, dranzubleiben. Manchmal spreche ich auch über Themen wie Ehe oder Haushalt, also ganz normale Dinge, die viele von uns beschäftigen.
Wie muss ein Look sein, damit Du zufrieden bist?
Für mich gehört auf jeden Fall ein Accessoire dazu – Schmuck oder eine schöne Tasche, die den Look erst richtig komplett macht. Ohne Schmuck würde ich mein Outfit nicht fühlen.
Der Herbst steht vor der Tür – auf welche Farben setzt Du?
Definitiv auf Brauntöne, Navy und Burgundy. Was ich aber auch richtig schön finde, ist, wenn man den warmen Erdtönen noch einen kleinen „Pop of Color“ gibt. Das macht den Look gleich spannender und verspielter.
Wie sieht ein perfekter Herbstlook für Dich aus?
Für mich gehören bequeme Knee Boots, Strumpfhose und ein schöner Rock dazu. Obenrum mag ich einen lässigen Kaschmir-Pullover und dazu ein Cape mit einem passenden Schal. Schmuck darf natürlich nicht fehlen. Bei mir sind das goldene Statement-Pieces plus eine coole Sonnenbrille, die meinen Look vervollständigen.
Was trägst Du im Herbst am liebsten, wenn es etwas schicker sein soll?
Definitiv Boots mit Absatz, einen bodenlangen Mantel, der schon für sich spricht, und dazu eine schön fallende Hose oder einen Rock. So fühlt sich der Look sofort elegant und trotzdem bequem an.
Was würdest Du nie tragen und warum?
Tannengrün zum Beispiel ist gar nichts für mich. Irgendwie passt die Farbe einfach nicht zu mir, auch wenn sie eine Zeit lang total im Trend war. Da bin ich lieber bei Farben, in denen ich mich wirklich wohlfühle.
Kaufst Du selbst noch viel Kleidung und Accessoires oder trägst Du vor allem die Sachen aus Deinen
Kooperationen?
Ich kaufe generell nicht so viel neue Kleidung, sondern trage meine Teile lieber länger und kombiniere sie auf verschiedene Arten. Dafür habe ich mir eine richtig gute Capsule Wardrobe aufgebaut. Natürlich bekomme ich als Influencerin immer mal wieder Sachen von Marken zugeschickt, und die trage ich dann auch gerne und oft. Da darf man sich in der Regel auch selbst was aussuchen, was ich toll finde.
Was sind Deine Lieblingsstücke im Kleiderschrank?
Mein B-Blazer von Bedeen gehört definitiv dazu und meine Bottega-Veneta-Andiamo-Tasche; die trage ich wirklich jeden Tag. Ebenso meine Slingbacks von Chanel. Mit denen sieht einfach jedes Outfit direkt viel schicker aus.
Welche Stücke in Deinem Kleiderschrank sind die teuersten?
Definitiv meine Taschen. Ich kaufe zwar eher selten, aber wenn, dann investiere ich gerne in eine schöne und hochwertige Tasche, die ich auch wirklich vielseitig tragen kann.
Welche Pläne hast Du für die Zukunft?
Ich will meine Träume verfolgen, das Leben genießen und vor allem immer das machen, was mir Spaß macht. Social Media ist für mich mehr als nur ein Job und genau das ist es, was für mich zählt. Jeden Tag lerne ich etwas Neues, ob beruflich oder persönlich, und so kann ich wachsen, mich weiterentwickeln und einfach ich selbst sein. Auf diesem Weg habe ich mir die tollste Community aufbauen können!