Guido Dorigo (42)
Eismacher und Musiker | Berlin-Mitte
„Cuore di vetro“ – „Herz aus Glas“ – wie der gleichnamige Werner-Herzog-Film heißt, nennt sich Guido Dorigos Eisdiele im Scheunenviertel. Das „Herz“ seines Geschäfts ist tatsächlich aus Glas: eine gläserne Manufaktur mit Kühltruhe und Eismaschine. An schönen Sommertagen werden hier etwa 50 Kilo Obst und Unmengen von Schokolade verarbeitet. Durch die Scheibe können die Gäste beobachten, wie die gefrorenen Köstlichkeiten in sieben Kilo schwere Bottiche strudeln. Einige gehen an Restaurants. Ob sahnig oder vegan: Die Zutaten sind, wenn möglich, regional und saisonal. Die Biomilch kommt aus Brandenburg, die Pistazien aus Sizilien, die Haselnüsse aus dem Piemont und die Bourbonvanille aus Madagaskar. Das Eismachen hat er in Italien bei den Meistern der Zunft gelernt. Darunter der Gelato-Maestro Giacomo Schiavon. Ursprünglich hat Guido Dorigo, der lange in Florenz gelebt hat, Kunstdesign und Architektur studiert. Im oberen Raum seiner Eisdiele veranstaltet er regelmäßig Ausstellungen. Nach Berlin kam er wegen der Musik. Mit seiner Band „Todesstrahlen“ produziert er experimentellen Wave und Metal. Er singt und spielt Bassgitarre und Mandoline. Manchmal „musiziert“ er auch mit Bohrmaschine und Hammer. Die Stücke tragen vielsagende Titel wie „Im Abgrund“ oder „Liebe wie Drogen“. A propos Drogen: Auch von Eis kann man süchtig werden! Nach dem Schoko-Nougat-Kuss „Bacio“, Tiramisu oder salziger Lakritz. www.cuoredivetro.berlin/