„Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag“ war ein megaerfolgreicher Blockbuster. 22 Jahre später kommt jetzt die Fortsetzung „Freakier Friday“ ins Kino. Und die ist noch verrückter als das Original. Diesmal tauschen gleich vier Menschen ihre Körper.
Wir erinnern uns: Die alleinerziehende Mutter Tess (Jamie Lee Curtis) hatte damals große Probleme mit ihrer pubertierenden Tochter Anna (Lindsay Lohan). Andauernd stritten sich die beiden über die alltäglichsten Dinge des Lebens. Der Mutter-Tochter-Zwist eskalierte gefährlich, als Anna auch noch die kurz bevorstehende Hochzeit ihrer Mutter mit Ryan (Mark Harmon) mit voller Inbrunst ablehnte. Doch dann geschah etwas völlig Verrücktes: Durch zwei Glückskekse, die Tess und Anna von einer älteren Dame in einem China-Restaurant bekamen, tauschten sie in der folgenden Nacht ihre Körper. Jetzt mussten sie nicht nur mit dem total fremden Aussehen zurechtkommen, sondern sich auch auf die Gefühlswelt der jeweils anderen Person einlassen. Das Chaos, das die beiden in ihren vertauschten Körpern verursachten, bevor sie sich wieder zurückverwandeln konnten, machte „Freaky Friday“ zu einer spritzig-witzigen, völlig durchgeknallten Komödie.
22 Jahre später: Anna ist mittlerweile selbst alleinerziehende Mutter und hat mit ihrer aufmüpfigen Tochter Harper (Julia Butters) verblüffend ähnliche Probleme wie ihre Mutter Tess damals mit ihr. Doch diesmal hat sich Tess als Großmutter zur Aufgabe gemacht, ihrer Tochter Anna den Rücken freizuhalten. Allerdings ist Anna davon alles andere als begeistert. Sie fühlt sich emotional unter Druck gesetzt und bevormundet. Die Dinge kommen richtig in Fahrt, als Anna ihrem Traummann Eric (Manny Jacinto) begegnet. Die beiden werden schnell ein Liebespaar und wollen sogar heiraten. Allerdings hat Erics Tochter Lily (Sophia Hammons) eine tief empfundene Abneigung gegen diese neue Familie in spe. Duplizität der Ereignisse.
Durch einen magischen Zwischenfall, bei dem eine zwielichtige Wahrsagerin ihre Hände mit im Spiel hat, geschieht erneut ein folgenschwerer Körpertausch. Und diesmal tauscht nicht nur Anna den Körper mit ihrer Teenie-Tochter Harper, sondern auch Tess ihren Körper mit Lily. Das Durcheinander am nächsten Morgen ist bei allen Beteiligten gigantisch. Als Lily – also Tess – ihr Gesicht im Spiegel sieht, schreit sie voller Entsetzen: „Ich sehe aus wie eine Birkin-Bag, die man im Regen hat vergammeln lassen!“ Und auch die anderen Körpertausch-Opfer kommen mit dieser ultra-strapaziösen neuen Situation anfangs nur schwer zurecht. Richtig kompliziert wird es dann aber, als plötzlich auch noch Annas ehemaliger Highschool-Schwarm Jake (Chad Michael Murray) auftaucht.
Erwartungen werden erfüllt
In den vergangenen 20 Jahren wurden Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan immer wieder danach gefragt, wann es denn endlich eine Fortsetzung von „Freaky Friday“ mit ihnen geben würde. „Wir wären sofort dazu bereit gewesen“, erinnert sich Lindsay Lohan, „aber leider waren die Drehbücher nie gut genug. Für Jamie und mich war der Film nämlich eine große Sache. Und wenn wir uns noch einmal auf eine Fortsetzung einlassen würden, dann nur, wenn wir sicher wären, dass wir all die großen Erwartungen der ‚Freaky Friday‘-Fans erfüllen können.“ Das Drehbuch von Jordan Weiss, die auch schon das Script zur RomCom „Sweethearts“ (2024) verfasst hat, war dann endlich ein Volltreffer. Da Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan eine enge Freundschaft verbindet, stand dem Sequel „Freakier Friday“ nichts mehr im Weg.
Dass die beiden sich wirklich sehr mögen, sieht man auch ihrem Zusammenspiel an. Immer wenn sie sich vor laufender Kamera zoffen, sprühen nur so die Funken. Weitere Highlights dieses Körpertausch-Klamauks: Wie Jamie Lee Curtis als Lily die romantischen Verirrungen von Jake wiederholt abwehren muss und wie Lindsay Lohan mit ihrer Garagenband Pink Slip zum Showdown den Konzertsaal rockt. „Für den Auftritt mit der Band habe ich monatelang Gitarrenunterricht genommen, damit es diesmal nicht nur toll aussieht, sondern auch supercool klingt“, meint Lindsay Lohan stolz. Die erfahrene Regisseurin Nisha Ganatra („Late Night“) hat „Freakier Friday“ (ab sofort im Kino) souverän inszeniert und die konfliktreiche Beziehung zwischen Mutter und Tochter auch noch auf die dritte Generation ausgeweitet. Natürlich zelebriert der Film schamlos altbekannte Comedy-Versatzstücke, aber das auf ziemlich kurzweilige und komische Weise. Das „Freakier-Friday“-Verwirrspiel ist ein greller Mix aus witzigen Dialogen, Slapstick und Situationskomik und lässt sogar noch etwas Herzschmerz-Romantik aufblitzen. Jamie Lee Curtis, die mit ihrem grandiosen Comeback in den drei „Halloween“-Movies (2018 bis 2022) dem Michael-Myers-Slasher-Horror ein für alle Mal ein Ende gesetzt hat, ist hier wieder ganz in ihrem Element. Für sie war „Freakier Friday“ eine „labour of love“, wie sie sagt. Für Lindsay Lohan, die viele Jahre lang eher mit Alkohol- und Drogenexzessen und durch diverse Verhaftungen Schlagzeilen machte, ist dieser Film extrem wichtig: „Ich freue mich sehr, dass ich mein Talent voll und ganz in ein Projekt einbringen konnte – und nicht mehr verschwendet habe, wie es früher oft der Fall war. Wie ich mich hier präsentieren konnte, macht einen großen Teil meines Selbstverständnisses aus.“ Oder wie Pink Slip singen würde: „She’s it. She’s the ultimate.“
Und hier noch ein kleiner Hinweis zum Schluss: Wer im Kino so lange sitzen bleibt, bis die Credits rollen, kann sich beim Abspann an der Gag-Reel erfreuen. Die Fauxpas, die dort serviert werden, sind wirklich entlarvend und sehr witzig.