Frankreich ist für viele Reisende ein Sehnsuchtsort. Insbesondere Paris gilt als Touristenmagnet. Die Autorin Sophie Bonnet besitzt ein Faible für die Provence – und deren Küche. Ihre mit Rezepten angereicherten Frankreich-Krimis erklimmen regelmäßig die Bestsellerlisten.
In ihrem neuen Kriminalroman „Provenzalisches Licht. Ein Fall für Pierre Durand“ verwandelt sich jedoch das scheinbar malerische Paradies, ein beschauliches Dorf in der Provence, in den unfreiwilligen Schauplatz eines drohenden Mordes.
Schnell wird klar: Hier kann man niemandem mehr trauen. Dies ist tragisch – und zwar nicht für den Leser oder die Dorfbewohner, sondern für die Modeindustrie.
Denn eigentlich sollte in Sainte-Valérie (ein erfundener Ort der Autorin) eine Modenschau des Designers Cyril Fontanel über die Bühne gehen. Als dann der Designer höchstpersönlich Morddrohungen erhält, gilt es, den Täter ausfindig zu machen. Dieser hat nämlich bereits einen Menschen auf dem Gewissen …
Die Autorin Sophie Bonnet arbeitete selbst einige Jahre in der Modebranche und schreibt mit spitzer Feder, die sich nicht nur auf die Handlung, sondern auch auf die ihrer Meinung nach existierenden Fallstricke der modernen Modeindustrie bezieht. Sophie Bonnet hält aus humanitären Gründen nicht viel von „Billigware“ und vergisst dabei, dass sich die meisten keine hochwertige Designerkleidung leisten können. Schade eigentlich. Denn „Provenzalisches Licht“ besticht durch viel Humor und einen spannenden Plot. Die Rezepte zum Nachkochen klingen ebenfalls gut.
Doch auch wenn Sophie Bonnet der früheren Präsenz
hochwertiger Mode nachtrauert, besitzt die aktuelle Gegenwart eine ganz andere Logik: Relevante Themen sind heute Finanzierbarkeit und Nachhaltigkeit, die sich aber oftmals widersprechen. Die Menschen sparen. Die Schlaueren investieren zunächst in die eigene Schulung und die Bildung ihrer Kinder. Modisch werden kann man immer noch später. Und erst dann lohnt sich auch Nachhaltigkeit. Nichtsdestotrotz ein spannender Kriminalroman.