Häßler tritt zurück
Der frühere Welt- und Europameister Thomas Häßler hat sein Traineramt beim Bezirksligisten FC Spandau 06 zur Verfügung gestellt. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn war der heute 59-Jährige noch als Assistenzcoach beim 1. FC Köln, aber auch im Ausland tätig. In der Position des Cheftrainers bei Club Italia (später Berlin United, inzwischen aufgelöst) arbeitete Häßler 2016 erstmals in seiner Heimatstadt. Nach dem Aufstieg mit dem BFC Preussen im Jahr 2022 musste „Icke“ jedoch aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten – entschloss sich aber nach einer Auszeit, zur Saison 2024/25 das Amt beim FC Spandau 06 zu übernehmen. In der Vorbereitung zur aktuellen Saison kam es im Verein allerdings zu internen Querelen, viele Spieler verließen den Club – zwischenzeitlich warb man via Internet sogar mit Häßlers Konterfei um neue Fußballer. Auch im Vorstand war es zu einem Zerwürfnis gekommen, worauf der frühere Nationalspieler nach einigen abgesagten Testspielen und einem in Unterzahl angetretenen Pokalspiel nun seinen Rücktritt erklärte.
Nur die VSG siegt
Am vierten Spieltag der Regionalliga Nordost feierte die VSG Altglienicke ihren dritten Saisonsieg – nach dem 2:0-Erfolg beim FC Eilenburg findet der gute Start mit Platz vier auch tabellarisch seinen Ausdruck. Jonas Nietfeld und Sydney Sylla erzielten bereits vor der Pause die Treffer für das Team von Trainer Ersan Parlatan. Torflaute herrscht dagegen weiterhin beim FC Hertha 03. Die Zehlendorfer mussten sich in ihrem Heimspiel im Stadion Lichterfelde dem amtierenden Staffelmeister Lok Leipzig mit 0:1 geschlagen geben und bleiben ohne Punkte bei bislang nur einem Torerfolg. Erstmals ohne Treffer blieb wiederum der BFC Preussen: Beim Überraschungsteam der Stunde, dem FSV Luckenwalde, verlor der Neuling glatt mit 0:3. Ein Eigentor von Willi Reincke aus 35 Metern brachte den BFC Dynamo gegen den ZFC Meuselwitz in Rückstand – so reichte es dank Leandro Putaros Treffer nach der Pause für die Hohenschönhauser nur zu einem 1:1. Mit eben diesem Resultat konnte Hertha BSC II in Greifswald zufriedener sein.
Start in der Berlin-Liga
Vergangenes Wochenende startete auch die Berlin-Liga in die neue Saison. Traditionsverein Blau-Weiß 90 ist nach dem Abstieg 2024 wieder in die höchste Spielklasse der Hauptstadt zurückgekehrt und empfing erstmals überhaupt in einem Pflichtspiel Polar Pinguin. Dennoch galten die Gastgeber in dem Mariendorfer Nachbarschaftsduell als Favorit und setzten sich (mit ihrem starken Personal) dann auch deutlich mit 3:0 durch (Tore: Köhne, Lopes de Oliveira, Geurts). Ein erstes Achtungszeichen konnten tags darauf dazu die Füchse setzen, die beim SV Empor mit 4:2 (Tore: Sunday zwei, Bushaj, Eigentor – Albrecht zwei) gewannen – auch die VSG Altglienicke II knüpfte mit dem 3:1 (Tore: Tomczak 2, El Sadani – Haj Youssef) gegen den TSV Rudow an ihre gute vergangene Saison an. Gleich Federn lassen mussten dagegen zwei Mitfavoriten: Der SFC Stern 1900 (Tor: Thurau) verlor in Frohnau 1:3, der 1. FC Wilmersdorf musste mit einem 2:2 (Tore: Kupfer, Cinar) beim TSV 1897 leben.
Oberliga
TeBe und 47 vorne
Nach dem dritten Spieltag der NOFV-Oberliga Nord stehen Tennis Borussia und Lichtenberg 47 mit voller Punktzahl an der Spitze. „TeBe“ lag dabei zur Pause in Schwerin noch zurück – ein Platzverweis für Dynamo löste dann den Knoten und Frölich sowie Jobe sorgten noch für einen 2:1-Sieg. Die 47er bezwangen Anker Wismar mit demselben Resultat, Gawe und Gruber waren die Torschützen. Trotz Führung durch Schnur und Aufholjagd dank Treffern von Schmüser und Hänsch ging der SV Sparta bei Hansa Rostock II (3:4) hingegen erstmals leer aus. In den beiden Berliner Duellen feierten dazu der SV Tasmania (5:2 beim SD Croatia; Tore: Grigoriadis 2, Magalhaes, Kaiser, Stagge – Ammar, Akova) sowie TuS Makkabi (4:1 beim Berliner AK; Tore: Camara, Ceesay, Coleman, Soumah – Beyazit) deutliche Siege. Nach dem 0:5 bei Aufsteiger Union Klosterfelde wachsen neben den finanziellen nun langsam auch die sportlichen Sorgen bei Viktoria Berlin. Eintracht Mahlsdorf (Tor: Stettin) ist außerdem angesichts des 1:1 in Neustrelitz noch auf der Suche nach der Form der starken Vorsaison.
3. Liga
Ulm legt nach
Kapitän Johannes Reichert wird dem SSV Ulm 1846 in der kompletten Saison verletzungsbedingt fehlen. Deswegen holten die Spatzen bereits Marcel Seegert aus Mannheim, um den Ausfall zu kompensieren. Mit Jonas David wurde nun ein weiterer Innenverteidiger verpflichtet.
Nur drei Tage nach seinem Wechsel von Mannheim nach Ulm musste Marcel Seegert schon in der Startelf ran – und erhielt viel Lob von seinem Trainer und den Mitspielern. Jetzt haben sich die Spatzen nochmals in der Abwehrzentrale verstärkt, denn Ex-Hamburger Jonas David schließt sich dem SSV Ulm 1846 an. Der 25-Jährige unterschreibt einen Vertrag mit Gültigkeit bis 2027. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe hier in Ulm und in der 3. Liga. Das Gesamtkonstrukt hat mich überzeugt, dass ich hier den nächsten Schritt machen kann und wir gemeinsam erfolgreich werden“, kündigt David sogleich bei seiner Vorstellung an.
Auch SSV-Geschäftsführer Markus Thiele ist von dem Transfer überzeugt: „Durch die Verpflichtung von Jonas sind wir in der Defensive nochmals breiter aufgestellt. Er bringt von seinen Stationen, vor allem vom Hamburger SV, viel Erfahrung mit, zudem ist er körperlich robust. Wir freuen uns, dass wir noch einen weiteren Neuzugang, der uns in der Abwehr variabler macht, ermöglichen konnten.“ Mit einem Marktwert von 600.000 Euro gilt David sogleich als wertvollster Ulmer Profi hinter Bayern-Leihgabe Max Schmitt.
Zuletzt stand David bei der WSG Tirol in Österreich unter Vertrag, wo er 17 Erstliga-Partien bestritt. Ausgebildet wurde der 25-Jährige jedoch beim Hamburger SV. Dort stieg er später auch zu den Profis auf und kam in 59 Partien zum Einsatz. Der endgültige Durchbruch an der Elbe gelang allerdings nicht, weshalb sich David zwischenzeitlich zu den Würzburger Kickers (fünf Drittliga-Spiele) und dem F.C. Hansa Rostock (15 Zweitliga-Spiele) verleihen ließ. In Ulm findet der Innenverteidiger nun eine neue Aufgabe. Bei den Spatzen ist David der 15. Neuzugang in diesem Sommer.
Wiesbaden verstärkt sich
Weitere Verstärkung für die Abwehr des SV Wehen Wiesbaden: Jakob Lewald schließt sich den Hessen an. In der vergangenen Saison spielte der 1,94 Meter große Innenverteidiger für den SV Sandhausen, erhielt dort nach dem Abstieg jedoch keinen neuen Vertrag, sodass er nun ablösefrei nach Wiesbaden wechselt. „Mit Jakob gewinnen wir einen Defensivspieler, der sowohl in der Vierer- als auch in der Dreierkette variabel einsetzbar ist“, hebt Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver hervor. Die Jugend hatte der gebürtige Bremer beim SV Werder verbracht, ehe es ihn über den BSV Rehden, Viktoria Berlin und Dynamo Dresden vor einem Jahr nach Sandhausen zog.
Bei den Kurpfälzern war Lewald nicht nur gesetzt (32 Spiele), sondern auch noch Kapitän. Insgesamt kann er die Erfahrung aus 131 Einsätzen in der 3. Liga vorweisen. Der SVWW ist nun seine vierte Station in der höchsten Spielklasse des DFB. „Die Entscheidung für den Wechsel ist mir sehr leicht gefallen, da der Verein und ich dieselben Ziele und Vorstellungen teilen. Durch die letzten Jahre habe ich eine gewisse Erfahrung in der 3. Liga, die ich gerne einbringen möchte“, sagte Lewald.
Aachen holt Nadjombe
Vor knapp einem Jahr wechselte Pierre Nadjombe aus der U23-Mannschaft vom 1. FC Köln zum 1. FC Magdeburg. Jetzt soll der 22-Jährige aber neue Erfahrungen auf Leihbasis bei Alemannia Aachen sammeln. Sechs Zweitliga-Partien hat Pierre Nadjombe für den 1. FC Magdeburg in der vergangenen Saison absolviert. Allerdings konnte sich der 22-Jährige nicht als Stammspieler durchsetzen – und zählte bislang auch unter Markus Fiedler in der neuen Saison nicht zu den Optionen im Kader. Daher wird Nadjombe nun für diese Spielzeit an Alemannia Aachen ausgeliehen. Der Drittligist war zuletzt vom Verletzungspech verfolgt und suchte händeringend nach Verstärkungen. „Es ergibt Sinn, Pierre zu Alemannia Aachen auszuleihen. Vom 1. FC Köln II aus der Regionalliga kommend ist ihm der Sprung in die 2. Bundesliga bei unserem FCM noch nicht ganz gelungen, sodass er sich nun in der 3. Liga mit Spielpraxis weiterentwickeln kann“, erklärt auch FCM-Sportchef Otmar Schork.