BFC zeigt Nerven
Zum Abschluss der englischen Woche der Regionalliga Nordost traf der BFC Dynamo vergangenen Samstag auf Babelsberg 03 – nach dem 1:1 zuhause gegen Meuselwitz und dem 3:4 bei Neuling 1. FC Magdeburg II standen die Hohenschönhauser unter Druck. Trotz ausgeglichenem Beginn verlor der BFC dann aber nach dem 0:1 durch Foulelfmeter (25.) die Kontrolle und lag zur Pause dann sogar mit 0:4 zurück. Dabei blieb es dann auch – Sportvorstand Enis Alushi sprach Trainer Dennis Kutrieb im Anschluss auf Nachfrage der Presse aber das Vertrauen aus. Nach der Niederlage in Erfurt zeigte sich die VSG Altglienicke dagegen wieder erstarkt und setzte sich mit 3:1 (Tore: Nietfeld 2, Friedrich) beim FSV Luckenwalde durch. Im Berliner Duell erkämpfte sich der FC Hertha 03 gegen Hertha BSC II beim 2:2 (Tore: Reimann, Keller – Rölke, Ünal) den zweiten Saisonpunkt, während der BFC Preussen beim 1:1 (Tor: Breitkreuz) in Chemnitz einen Dreier knapp verpasste. Bitter: Torwart Westphal verletzte sich bei einem Zusammenprall schwer und musste ins Krankenhaus.
Außenseiter auf Platz 1
Die englische Woche zum Auftakt der Berlin-Liga beendete der Vorjahresaufsteiger BW Hohen Neuendorf überraschend als einziger Verein mit der vollen Punktzahl. Im Topspiel gewann der Club von der Havel bei Türkspor mit 4:2 (Tore: Soine 3, Wolf – Kapan, Turan) – nach dem 2:1 (Tore: Eickhoff, Musiol – Ndubueze) bei Polar Pinguin folgt nun der Frohnauer SC mit sieben Zählern auf Rang zwei. Punktgleich sind die Spandauer Kickers, die dem stark gestarteten Aufsteiger Blau-Weiß 90 beim 2:1 (Tore: Dzhaukhar, Tastan – Köhne) den ersten Dämpfer verpassten, aktuell Tabellendritter. Ausgebremst wurden auch die Füchse nach zwei Siegen zum Auftakt – die Reinickendorfer unterlagen dem TSV Mariendorf durch zwei Treffer von Senocak. In den Startlöchern stecken geblieben sind dazu gleich mehrere Favoriten: der 1. FC Wilmersdorf und Oberligaabsteiger SC Staaken (ein Spiel weniger) blieben nach dem torlosen Remis im direkten Duell sieglos, der SFC Stern 1900 steht nach dem 0:0 gegen den BSC auf Rang 10.
Union-Frauen verlieren Test
Vor dem Beginn der Frauen-Bundesliga hat Aufsteiger 1. FC Union seine Generalprobe gegen Aston Villa verloren. Der Tabellensechste der Women’s Super League bezwang die Köpenickerinnen vor 700 Zuschauern in Walsall (England) knapp mit 1:0. Am Sonntag starten die Union-Frauen unter der Leitung von Trainerin Ailien Poese gegen Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg in das „Abenteuer Bundesliga“ (Anstoß um 18.30 Uhr). Unterdessen wurde in der 2. Liga bereits der zweite Spieltag ausgetragen, an dem Aufsteiger Viktoria Berlin beim Ex-Club von Trainer Miren Catovic, dem FC Ingolstadt, mit 0:1 unterlag und so nach dem 2:2 zum Auftakt zu Hause gegen die SG Andernach noch auf den ersten Dreier wartet. Am ersten Spieltag der Frauen-Regionalliga Nordost wiederum siegte Hertha BSC 4:0 (Tore: Reimold, Wellhausen, Seifert, Blättner) bei Türkiyemspor, der 1.FC Union II behielt gegen BW Hohen Neuendorf mit 4:1 (Tore: Reichenbach 2, Okoro, Steiner – Krauss) die Oberhand.
Oberliga Nord
Spitzenduo strauchelt
Die Siegesserie von Tennis Borussia und Lichtenberg 47 wurde am vierten Spieltag der NOFV-Oberliga Nord gestoppt. Die Lila-Weißen unterlagen dabei am Freitagabend im Mommsenstadion überraschend glatt gegen die TSG Neustrelitz (erster Saisonsieg) mit 0:3. Die Lichtenberger verloren am Sonntag beim SV Tasmania, der durch den 2:1-Sieg (Tore: Labbouz, Amamoo – Reiniger) in letzter Sekunde mit den beiden bisherigen Topteams in der Tabelle gleichzog. An der Spitze steht nun punktgleich, aber mit dem besten Torverhältnis der SV Sparta: Die Elf von Coach Dragan Kostic besiegte SD Croatia mit 6:3 (Nikol 2, Schmüser, Hänsch, Gashi, Meyer – Woznikiewicz, Uzuner, Temel) – auch TuS Makkabi hat nach dem 2:1-Sieg (Tore: Soumah, Koomson) gegen Dynamo Schwerin neun Punkte auf dem Konto. Der Berliner AK fuhr beim 4:2 (Tore: Yildirim 2, Nsungu, Beyazit – Tchadjei, Hasani) im Kellerduell über Viktoria dazu drei wichtige Zähler ein, während Eintracht Mahlsdorf nicht über ein 2:2 (Tore: Noack, Zorn) gegen Optik Rathenow hinaus kam.
Stürmerposition besetzt
Rot-Weiss Essen hat seine wochenlange Stürmersuche beendet und Jannik Mause vom 1. FC Kaiserslautern bis Saisonende ausgeliehen. Zudem besteht eine Kaufoption, die im Falle eines Aufstiegs greifen soll. „Mit Jannik Mause haben wir den Zentrumsstürmer gefunden, den wir gesucht haben. Er bringt Körperlichkeit, Kopfballstärke, aber auch Tempo mit und passt hervorragend zu unserem Spielstil“, erklärt Trainer Uwe Koschinat. Er lobt zudem die Persönlichkeit des Angreifers: „Er hat schwierige Phasen durchgestanden, sich immer wieder durchgebissen und seine Qualität bewiesen – besonders in Ingolstadt.“ Der Angreifer hatte in Kaiserslautern zuletzt keine Perspektive, stand im Sommer in keinem Profikader und sammelte lediglich Minuten in der Oberliga. Zuvor lief er in der Rückrunde für Greuther Fürth auf, kam dort jedoch nur auf 96 Minuten in fünf Einsätzen. Seine Glanzzeit erlebte er in Ingolstadt, wo er in der Saison 2022/23 mit 18 Treffern zu den Top-Torjägern der 3. Liga zählte.
Gindorf nach Aachen
Alemannia Aachen hat kurz vor Ende der Transferperiode erneut zugeschlagen und sich die Dienste von Lars Gindorf gesichert. Der 24-Jährige kommt auf Leihbasis bis Saisonende von Hannover 96 und soll die Offensive beleben. Für die Alemannia ist es bereits der 13. Neuzugang, nach Castelle (Ulm) und Schroers (Bielefeld) der dritte Offensivspieler innerhalb einer Woche. Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi betont: „Wir haben uns sehr um Lars bemüht und sind glücklich, dass die Leihe zustande gekommen ist. Er kann uns sofort weiterhelfen.“ Gindorf selbst habe keine Zweifel gehabt: „Ich wollte unbedingt nach Aachen. Die Gespräche haben mich überzeugt.“ In Hannover war er zuletzt außen vor, obwohl er seinen Vertrag erst im Mai verlängert hatte. Vergangene Saison kam er 24-mal in der 2. Liga zum Einsatz und war an zwei Treffern beteiligt. Insgesamt stehen 34 Zweitligaspiele (drei Tore, zwei Vorlagen) in seiner Bilanz. In der Regionalliga überzeugte er als Torjäger der Zweiten Mannschaft: 38 Tore und zehn Vorlagen in 52 Spielen sprechen für sich. Bei seinem einzigen Einsatz in dieser Saison traf er gleich doppelt. Ausgebildet wurde Gindorf bei der SV Elversberg und dem SC Freiburg, ehe er über den FC Memmingen nach Hannover wechselte. Dort führte er zeitweise die U23 sogar als Kapitän an.
3. Liga
Mannheim legt nach
Kurz vor dem Ende der Transferperiode hat der SV Waldhof Mannheim noch einmal nachgelegt und mit Francisco Mascarenhas, genannt „Masca“, einen Offensivspieler von CD Eldense aus Spanien verpflichtet. Trainer Luc Holtz hatte zuletzt den Wunsch nach weiterer Unterstützung in der Offensive geäußert – die Vereinsführung reagierte. „Wir haben uns bewusst entschieden, noch einen weiteren Stürmer zu verpflichten. Masca bringt Spielstärke, Schnelligkeit und Mentalität mit“, erklärte Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber. Er sei überzeugt, dass der Portugiese die Qualität im Kader spürbar steigern werde. Auch Sportdirektor Mathias Schober lobt den Transfer: „Wir haben unser Scouting international ausgerichtet. Masca hat viele spannende Qualitäten gezeigt, die perfekt zu unserem System passen. Dank der Länderspielpause kann er sich optimal integrieren.“ Der 25-Jährige ist kein Unbekannter im spanischen Fußball. In den vergangenen beiden Spielzeiten stand er bei Real Oviedo und CD Eldense unter Vertrag und sammelte in der 2. Liga 63 Einsätze mit acht Treffern. Ausgebildet wurde er in Portugal bei GD Estoril Praia. Mit einem Marktwert von 800.000 Euro ist er künftig der wertvollste Spieler im Mannheimer Kader. Für Waldhof bedeutet der Transfer auch ein Ausrufezeichen im Vergleich zur Konkurrenz in der 3. Liga. Masca selbst blickt voller Vorfreude auf seine neue Aufgabe. „Nachdem ich mich intensiver mit dem Verein beschäftigt habe, wusste ich, dass ich hier spielen möchte. Die Spielidee, das Umfeld und die fantastischen Fans haben mich überzeugt“, so der Offensivmann, der flexibel einsetzbar ist, aber vor allem über den rechten Fuß kommt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen seien „sehr positiv“ gewesen und hätten ihm die Entscheidung erleichtert. Ob er bereits beim nächsten Auswärtsspiel in Ulm erstmals im Kader steht, ließ Holtz offen. Klar ist jedoch: Mit Mascarenhas soll Waldhof mehr Durchschlagskraft im Angriff erhalten.