Lichtenberger „Festspiele“
In der NOFV-Oberliga Nord liegen beide mit neun Punkten in der Spitzengruppe und bestreiten an diesem Wochenende das Topspiel des fünften Spieltags. Doch vergangenen Sonntag trafen der SV Sparta und Lichtenberg 47 bereits in der zweiten Runde des Berlin-Pokals aufeinander: Das erste Lichtenberger Bezirksderby binnen acht Tagen lockte dabei gut 1.200 Zuschauer auf die Sportanlage an der Fischerstraße. Und die sollten nicht enttäuscht werden, denn bereits zur Pause waren sechs Treffer gefallen – mit 4:2 (Tore: Meyer, Hänsch, Schmüser, Tonk – Graf, Reiniger) hatte sich Sparta dabei in Front geschossen. Nach dem Wechsel aber kamen die 47er durch Gruber (55.) erneut heran, doch Gampe (70.) sorgte mit dem 5:3 für den Endstand und den ersten Sieg des SVS im Lichtenberg-Derby seit 2006 (danach neun 47er-Siege, drei Unentschieden in zwölf Pflicht- und Testspielen). Die „Revanche“ an diesem Wochenende wird dann im Hans-Zoschke-Stadion von Lichtenberg 47 stattfinden.
Makkabi scheidet aus
In der zweiten Runde des Berlin-Pokals gab es nur wenige Überraschungen – allerdings musste Oberligist TuS Makkabi, Sieger 2023 und Finalist 2024, früh die Segel streichen. Beim eine Klasse tiefer spielenden Türkspor unterlagen die Charlottenburger mit 0:1. Titelverteidiger BFC Dynamo, der in der Regionalliga noch schwächelt, setzte sich standesgemäß 7:1 gegen Bezirksligist VfB Berlin durch – Putaro bestätigte dabei mit vier Treffern seine ansteigende Form. Auch die weiteren Topfavoriten aus der Regionalliga gaben sich keinerlei Blöße: So setzte sich die VSG Altglienicke mit 6:0 bei NSF 07 (Bezirksliga) ebenso sicher durch wie der FC Hertha 03 durch ein 4:0 bei BW Mahlsdorf/Waldesruh (Kreisliga A). Der BFC Preussen kam beim Bezirksligisten 1. Traber FC sogar zu einem 11:0-Erfolg – den Vogel schoss in der zweiten Runde aber SFC Veritas (Bezirksliga) mit einem 12:0 bei SG Prenzlauer Berg (Kreisliga B) ab.
BAK mit Personalwechsel
Vergangene Woche hat der Berliner AK bekannt gegeben, dass sein Toptalent Iaio Manco Danfa den Verein verlässt – unter den zahlreichen Interessenten aus höherklassigen Ligen bekam Bundesligist Borussia Mönchengladbach letztlich den Zuschlag. Der 18-Jährige machte nach seinem Wechsel vergangenen Sommer von Viktorias U17 zum BAK auf sich aufmerksam (31 Tore in 27 Partien aller Wettbewerbe), obwohl er keine Ausbildung in einem Nachwuchsleistungszentrum genossen und nie in der Jugendabteilung eines größeren Clubs gespielt hat. Der BAK erhielt für Danfa eine nicht genannte Ablösesumme und ließ sich dazu diverse Möglichkeiten auf Bonuszahlungen vertraglich zusichern. Auf dem Trainerstuhl der Moabiter Männer (NOFV-Oberliga Nord) gab es dazu bereits einen Wechsel: Nach nur vier Spielen (vier Punkte) kam es zur Trennung von Philipp Sternitzke, der erst im Sommer als neuer Coach präsentiert worden war. Laut einer Pressemitteilung gaben „persönliche und familiäre Gründe“ den Ausschlag – das Amt übernimmt nun wieder Vorgänger Hassan Beltagy.
Frauen-Bundesliga
Union-Frauen zum Debüt
Unglücklicher Einstand in der Frauen-Bundesliga für den 1. FC Union – die Köpenickerinnen führten durch ein Elfmetertor von Heiseler bis zur letzten Minute, mussten dann aber noch das 1:1 der Mitaufsteigerinnen vom 1. FC Nürnberg hinnehmen. Viktorias Frauen blieben in der 2. Liga wiederum weiterhin ohne Sieg – am dritten Spieltag kam der Neuling aus Berlin vor rund 700 Zuschauern im Stadion Lichterfelde nicht über ein 1:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 hinaus – dabei rettete ein Tor von Ehegötz in der Nachspielzeit den „Himmelblauen“ zumindest den zweiten Punkt der Saison 2025/26. In der Frauen-Regionalliga Nordost verpasste Hertha BSC am zweiten Spieltag die Chance, den Vorsprung gleich auf sechs Punkte zu den Mitfavoritinnen von RB Leipzig II auszubauen. Die Berlinerinnen unterlagen am Ende mit 2:3 (Tore: Wellhausen, Dreher). Türkiyemspor sicherte sich dagegen durch ein 3:0 bei Fortuna Dresden drei Punkte, Union II mit einem 0:0 bei Jenas Reserve immerhin einen Zähler – Aufsteiger BW Hohen Neuendorf unterlag dagegen Hansa Rostock mit 1:4.
Viktoria verliert Abwehrtalent
Der Wechsel von Jonah Sticker war schon länger ein offenes Geheimnis, nun ist er offiziell: Der 21-jährige Verteidiger verlässt Viktoria Köln und schließt sich dem SC Paderborn an. Sticker, der 2022 von Fortuna Kölns U19 kam und sich rasch zu einem Leistungsträger entwickelte, absolvierte 57 Partien für die Höhenberger. Sein Vertrag lief eigentlich noch bis 2027, weshalb der Zweitligist eine Ablöse zahlen musste. Medienberichten zufolge liegt diese im hohen sechsstelligen Bereich. Sportchef Stephan Küsters zeigte sich trotz des Verlustes zufrieden: „Wir sind stolz darauf, dass Jonah den Sprung in die 2. Liga geschafft hat. Seine Entwicklung bestätigt unseren Weg als Ausbildungsverein.“ Sticker hatte erst im DFB-Pokal gegen Paderborn für Viktoria gespielt – nun wechselt
er die Seiten.
Nach Vandalismus folgt Solidarität
Eine Woche nach dem erschütternden Vorfall im Wilhelm-Langrehr-Stadion, bei dem Unbekannte mutmaßlich aus dem Umfeld des VfL Osnabrück randaliert und Schäden in sechsstelliger Höhe hinterlassen hatten, suchte eine Delegation des Zweitligisten den direkten Kontakt nach Garbsen. Die Osnabrücker Verantwortlichen zeigten sich tief betroffen von den Verwüstungen. Vor Ort berichteten TSV-Sportdirektor Florian Riedel, selbst früher für Osnabrück am Ball, sowie Koordinatorin Martina Röttger über die schwierige Situation. Schnell wurde klar: Der Regionalligist muss trotz laufender Ermittlungen und anstehender Reparaturen einen großen Teil der Kosten wohl selbst stemmen. Das VfL-Präsidium um Präsident Holger Elixmann versprach deshalb konkrete Hilfsangebote. Parallel dazu rief der TSV eine Spendenaktion ins Leben, die binnen weniger Tage mehr als 13.000 Euro erbrachte. Auch Anhänger der Lila-Weißen beteiligten sich mit einer eigenen Sammlung, die inzwischen über 3.000 Euro umfasst. Bis alle Schäden beseitigt sind, wird es jedoch noch lange dauern – die Arbeiten könnten sich über Monate ziehen.
3. Liga
Rostock verpflichtet Holten
Bei Hansa Rostock ist die Lücke im Angriff geschlossen: Der dänische Mittelstürmer Emil Holten wechselt leihweise von IF Elfsborg nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Verträge waren schon einige Tage zuvor fixiert, doch erst nach dem grünen Licht der Fifa konnte der Transfer offiziell gemacht werden. Für Sportchef Amir Shapourzadeh ist der Neuzugang genau der gesuchte Spielertyp: ein physisch starker Strafraumspieler, der Präsenz ausstrahlt und mit seiner Energie das Offensivspiel beleben soll. Hintergrund ist die angespannte Personalsituation bei den Rostockern, die zuletzt gleich vier Stürmer verletzungsbedingt ersetzen mussten. Holten bringt reichlich Erfahrung mit: In Dänemark, Schweden und Norwegen bestritt er bereits Erstliga-Partien, dazu kommen sechs Einsätze in der Europa League. Zuletzt war er für Fredrikstad FK in Norwegen aktiv und verbuchte dort 24 Spiele mit sechs Treffern und drei Vorlagen. Nun soll er an der Ostsee für die nötigen Tore sorgen. Sein Debüt könnte schon im Landespokal beim SV Traktor Dargun erfolgen.
Bartels startet in der Slowakei neu
Nach fünf Jahren beim SV Waldhof Mannheim hat Torhüter Jan-Christoph Bartels eine neue sportliche Heimat gefunden. Der 25-Jährige, der sich mit den Buwe nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte, unterschrieb beim slowakischen Spitzenklub DAC Dunajská Streda. Bartels blickt auf intensive Jahre in Mannheim zurück: 85 Pflichtspiele absolvierte er und sprach bei seinem Abschied von einer „brutal intensiven Zeit mit vielen Höhen und Tiefen“, die ihn sowohl sportlich als auch menschlich geprägt habe. In den sozialen Medien bedankte sich der Keeper ausdrücklich bei den Fans, Mitspielern und dem Staff für die Unterstützung. Nun beginnt für den ehemaligen Nachwuchskeeper des 1. FC Köln ein neues Kapitel. Streda ist mit einem starken Saisonstart in die slowakische Liga gegangen und liegt aktuell auf Rang drei. Trotz des vierten Platzes in der Vorsaison und der Qualifikation für die Play-offs zur Conference League darf der Verein wegen einer UEFA-Sperre nicht international antreten. Für Bartels bedeutet der Wechsel dennoch die Chance, auf hohem Niveau Spielpraxis zu sammeln. Angebote aus Deutschland, etwa von Energie Cottbus, hatte es zuletzt ebenfalls gegeben.