Drohendes CHL-Aus
Ein starker Auftritt der Eisbären in der Gruppenphase der Champions Hockey League hätte auch eine gelungene Generalprobe für den Start in die neue DEL-Saison bedeutet. Allerdings verloren die Berliner ihre beiden Heimpartien im Wellblechpalast im Sportfroum vergangene Woche. Am Freitag waren die finnischen Gäste von Lukko Rauma jederzeit hoch überlegen und siegten problemlos 6:2. Zwei Tage später gegen Brûleurs de Loups de Grenoble waren die Eisbären nach 21 Minuten beim Stand von 3:0 klar auf Kurs Wiedergutmachung. Drei Gegentore in drei Minuten bedeuteten den Ausgleich. Die Eisbären gingen noch einmal in Front, kassierten aber das 4:4. Im fälligen Penaltyschießen traf der französische Meister dreimal, die Eisbären einmal. Als momentane 18. drohen die Berliner die Achtelfinalqualifikation zu verpassen.
Volleyball-Personalticker
Während bei den Berlin Recycling Volleys der Kader schon seit Längerem komplett ist, war bei Lokalrivale Netzhoppers Königs Wusterhausen noch an letzten Stellschrauben zu drehen. Florian Lüddemann füllt die letzte Lücke auf Diagonal. Der 28-Jährige kommt von Zweitligist GSVE Delitzsch. Außenangreifer Denis Kaliberda allerdings ist weitergezogen. Der 35-jährige langjährige Nationalspieler läuft ab sofort als Außenangreifer für die WWK Volleys Herrsching auf.
Royals sind Nord-Meister
Die Potsdam Royals haben am 6. September ihre einzige Hauptrunden-Schlappe gerächt und die Dresden Monarchs noch als Nord-Meister abgefangen. Durch das 31:6 in Dresden gehen sie mit dem Heimvorteil in die Play-offs. Am 20. September empfangen sie im Stadion am Luftschiffhafen den alten Rivalen und Süd-Vierten Schwäbisch Hall Unicorns. Die Berlin Rebels schlugen parallel die Hildesheim Invaders 24:10 und reisen am 20. September zum Süd-Zweiten Munich Cowboys.
Basketball
Frade verlässt Alba Berlin
Er ist wahrscheinlich der beste Basketball-Individualtrainer Europas: Carlos Frade. Unter dem 50-Jährigen reiften seit 2017 der heutige NBA-Star Franz Wagner und Johannes Thiemann heran, sodass sie 2023 Weltmeister wurden, aber auch Spieler wie Jonas Mattisseck und Malte Delow. Unzählige wurden durch Frade zu essenziell besseren Basketballern, ob im Männer- oder Frauen-Team. Nun hat er Alba Berlin verlassen und sich selbstständig gemacht. Dadurch bekommt die Co-Trainerin der Frauen, Sasha Tarasava, noch mehr Aufgaben. Zum einen soll sie zusammen mit dem Italiener Emanuele Eberti Frade ersetzen. Zum anderen übernimmt sie nach dem Aufstieg von Kooperationspartner TuS Lichterfelde in die 2. DBBL Nord dort das Amt der Cheftrainerin. Der Kader von Alba Berlins DBBL-Team ist nun fix. Henriette Höfermann ist nach acht Jahren nicht mehr dabei. Sie legt den Schwerpunkt auf ihre Promotion. Im ersten Testspiel der Alba-Frauen am 6. September gegen das ersatzgeschwächte polnische Eurocup-Team InvestInTheWest Enea Gorzów Wielkopolski gelang im Trainingszentrum Schützenstraße ein 82:75-Sieg. Die Alba-Männer kassierten dafür ihre ersten beiden Niederlagen in der bislang erfolgreichen Pre-Season. Beim Turnier „Costa del Sol“ unterlagen sie am 5. September dem Gastgeber Unicaja Málaga nach starker erster Hälfte noch deutlich 76:92 und waren tags darauf gegen Real Madrid komplett überfordert – 65:90. Am 14. September testen beide Teams in der Sömmeringhalle: die Frauen gegen die TK Hannover Luchse, im Anschluss die Männer gegen die Rostock Seawolves.
Zhendong zeigt Klasse
Tischtennis-Superstar Fan Zhendong hat nach seinem missglückten Bundesliga-Debüt mit zwei Niederlagen nun seine Klasse gezeigt. Beim 3:1-Auswärtssieg des 1. FC Saarbrücken Tischtennis am Samstag beim TSV Bad Königshofen holte der Olympiasieger gleich zwei Punkte. In der ausverkauften Shakehands Arena brachte Kapitän Patrick Franziska die Saarbrücker mit einem klaren 3:0 gegen Andre Bertelsmeier in Führung. Danach legte Fan mit einem souveränen 3:1-Sieg über Filip Zeljko nach. Bad Königshofen kam durch Daniel Habesohns 3:1 gegen Eduard Ionescu noch einmal heran. Im entscheidenden Match traf Fan erneut auf Bertelsmeier, der mutig aufspielte und den Favoriten am Rande einer Niederlage hatte. Doch Fan behielt die Nerven und machte mit einem 3:1 (9:11, 11:9, 15:13, 12:10) den Saarbrücker Sieg perfekt.
Siegreiche HG Saarlouis
Erleichterung bei der HG Saarlouis: Der Handball-Drittligist hat am Samstagabend in der Stadtgartenhalle vor 1.160 Zuschauern seinen dritten Sieg im dritten Spiel gefeiert. Gegen den Aufsteiger Düsseldorf-Ratingen setzte sich das Team von Trainer Jörg Lützelberger nach anfänglichen Problemen mit 35:27 (14:15) durch. Die Gäste starteten stark, führten früh mit 3:1 und gingen dank Torhüter Sebastian Bliß (neun Paraden in Hälfte eins) mit einer verdienten 15:14-Führung in die Pause. Saarlouis fand zunächst kaum Zugriff in der Abwehr und vergab zahlreiche Chancen. Nach dem Seitenwechsel brachte Lützelberger Torhüter Daniel Schlingmann, der mit spektakulären Paraden das Spiel kippte. Ein 7:0-Lauf zum 24:19 brachte die Wende. Bester Werfer war Rückraumspieler Sven Eberlein mit acht Treffern. Lützelberger sah trotz allem noch gut Luft nach oben: „In der ersten Hälfte hat vieles gefehlt. Aber die Jungs haben die richtige Antwort gegeben“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“. Am 13. September tritt die HG Saarlouis bei Friesenheim-Hochdorf an.
Personalsorgen bei TG Saar
Kunstturn-Bundesligist TG Saar steckt weiter in Personalsorgen. Beim wichtigen Duell im Abstiegskampf am Samstag beim Siegerländer KV fehlt erneut Leistungsträger Daniel Mousichidis, der nach einer zweiten Ellenbogen-OP die gesamte Saison ausfällt. Auch die Ausländer-Position ist geschwächt: Nur Ringe-Spezialist Artur Avetisyan steht bereit, während Oleg Verniaiev, Matteo Levantesi und Joe Fraser fehlen. Die Hoffnungen ruhen nun auf Routiniers wie Waldemar Eichorn und Felix Remuta sowie Talenten wie Moritz Steinmetz, Gabriel Eichhorn und Maxim Kovalenko. „Ohne Daniel und ohne Ausländer wird es schwer. Aber wir sind gut vorbereitet“, sagt Kovalenko. Ein Sieg wäre für die TG im Kampf um den Klassenverbleib enorm wichtig.
Ocean’s Seven
Ausnahmeleistung
Freiwasserschwimmer Andreas Waschburger hat die siebte und letzte Etappe der legendären Ocean’s Seven erfolgreich beendet – und dabei gleich zwei Weltrekorde aufgestellt. Im Nordkanal zwischen Nordirland und Schottland schlug er nach 8:11:12 Stunden an und unterbot damit die Bestmarke des Iren Jordan Leckey (9:09:30) deutlich. Mit dem neuen Streckenrekord sicherte sich Waschburger zugleich den Gesamtweltrekord für die schnellste kombinierte Zeit aller sieben Meerengen. In 49:37:40 Stunden absolvierte er die „Ocean’s Seven“ mehr als 13 Stunden schneller als der bisherige Rekordhalter Andy Donaldson. „Ich hatte großen Respekt vor dem Nordkanal und der Kälte, dass ich den Rekord geknackt habe, ist überwältigend“, sagte Waschburger. Weltweit haben bislang nur 42 Schwimmerinnen und Schwimmer die sieben härtesten Freiwasserstrecken – darunter Ärmelkanal, Molokai-Kanal und Cook Strait – geschafft. Unterstützt wurde der 36-Jährige von seinem Team sowie von Offiziellen der Irish Long Distance Swimming Association. Steven Munatones, Gründer der Ocean’s Seven, sprach von einer „historischen Leistung“.