Die Berliner Country-Band feiert in diesem Jahr ihr 20. Bühnenjubiläum – mit einem neuen Album, einer Clubtour durch Deutschland und der Stimme von Arnold Schwarzenegger. In Berlin gibt es ein Zusatzkonzert am 19. Oktober.
I’ll be back – Ich komme wieder. Das Versprechen, das Arnold Schwarzenegger 1984 in seinem ersten Film als Terminator abgibt, ist einer der markantesten Sätze der Filmgeschichte. Im Frühjahr hat die Berliner Band The BossHoss – als Vorgeschmack auf ihr neues Album und auf die dazugehörige Tour – eine Single unter diesem Titel veröffentlicht: „I’ll Be Back“. Arnold Schwarzenegger ist in dem Song mit seinem ikonischen Satz zu hören. Nein, das ist nicht alles nur geklaut. Arny hat den Berlinern diesen Satz quasi geschenkt. Er hat ihn für den Boss-Hoss-Song neu eingesprochen.
Gartenparty beim Terminator
Ein „großer Ritterschlag“ sei das für die Band gewesen, sagt Alec Völkel alias Boss Burns – einer der beiden Köpfe der Pop-Country-Musikformation. Er und Sascha Vollmer alias Hoss Power haben den Hollywood-Superstar vor drei Jahren kennengelernt. „Arnold ist seit seiner Zeit als Gouverneur von Kalifornien sehr stark im Klimaschutz engagiert, und in dem Rahmen haben wir uns auf einem großen Charity-Event für das Klima kennengelernt. Dort durften wir spielen, und dann hat er uns immer wieder eingeladen, weil es ihm, glaube ich, gut gefallen hat“, sagte Völkel dem SWR.
Es folgte die Einladung, bei Schwarzeneggers Oktoberfest und seiner Pokernacht, einer Veranstaltung, die Schwarzenegger nutzt, um Geld für Klimaprojekte zu sammeln, Musik zu machen. Schwarzenegger ist in Sachen Klimaschutz auch international unterwegs. The Boss Hoss finden das klasse. Als Arnold Schwarzenegger im vergangenen Jahr in Berlin war, um die Ehrendoktorwürdeder privaten Hochschule Hertie School entgegenzunehmen, habe man sich getroffen und einfach mal gefragt: „Arnold, hast du schon mal Musik gemacht? Könntest du es dir vielleicht vorstellen, mit uns einen Song zu machen?“ Die Antwort: Er könne sich alles vorstellen. Man habe vereinbart, dass Alec Völkel und Sascha Vollmer einen Song schreiben, ihn an Schwarzenegger schicken und man dann mal schaue.
Der Ex-Teminator und Ex-Gouverneur fand das, was diese Kerle aus Berlin ihm geschickt hatten, gut. Als The BossHoss nach Los Angeles zu Schwarzeneggers Gartenfest kamen, wurde dieses Wiedersehen auch genutzt, um ins Studio zu gehen und diesen Satz neu einzusprechen: „I’ll be back“. Alec Völkel: „Das ist irre. Hätte mir am Anfang einer gesagt, dass ich irgendwann bei Arnold im Garten sitze und wir einen Song zusammen machen. Wahnsinn!“
Auch wenn die Single zum neuen Album von The BossHoss „I’ll Be Back“ heißt: Die Band war nie weg, seit sie 2004 gegründet wurde. 20 Jahre Bandgeschichte! Im April 2005 erschien die erste Single „Hey Ya“ kurz darauf kam das The BossHoss-Debütalbum „Internashville Urban Hymns“ auf den Markt. 20 Jahre später nun ein neues Album. Die Band spricht dazu vom „unverkennbaren Sound einer Rückkehr zu den Wurzeln“.
„Back To The Boots“ heißt das Album, das vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Der Titel sei Programm, teilt das Band-Management mit und erklärt das so: „Die Berliner Band kehrt zurück zu dem, was sie von Anfang an ausgezeichnet hat. Ein unverwechselbarer Mix aus Country, Americana und urbanem Southern-Style, der große Bühnen füllt, aber aus den Clubs kommt.
Als Wegbereiter eines eigenständigen Country-Sounds im deutschsprachigen Raum haben The BossHoss über zwei Jahrzehnte hinweg ein Genre geprägt, das hierzulande lange kaum sichtbar war.“
Produziert wurde das neue Album von Sascha Vollmer und Alec Völkel selbst, aufgenommen in Berlin. „Back To The Boots“ ist aus ihrer Sicht „ein kraftvolles, handgemachtes Werk mit Ecken, Kanten und viel Charakter. Eine Rückbesinnung auf den Ursprung, mit einem Sound, der Tradition und Zeitgeist auf eigene Art verbindet.“
Thematisch bietet die Platte eine Bandbreite von klassischen Americana-Motiven über persönliche Geschichten bis hin zu gesellschaftlichem Statement. Als solches sehen Sascha Vollmer und Alec Völkel die Single „I’ll Be Back“. Der Song unterstützt die „Schwarzenegger Climate Initiative“. „Alle Einnahmen gehen an den Klimaschutz“, versprechen die beiden. Denn: „Arnold Schwarzenegger steuerte nicht nur seine ikonische Stimme bei, sondern auch die Haltung, für die er seit Jahren steht.“
Konzerte in Clubs statt in Arenen
Gegründet 2004 in Berlin, entwickelten The BossHoss ihren ganz eigenen Stil, irgendwo zwischen Nashville, Berlin und staubiger High-Noon-Fantasie. Was als augenzwinkerndes Country-Coverprojekt begann, wuchs schnell zu einer der erfolgreichsten Bands im deutschsprachigen Raum. Mit mehr als zwei Millionen verkauften Tonträgern, unzähligen Gold- und Platinauszeichnungen, Headliner-Slots auf den größten Festivals und einem festen Platz in der deutschen TV-Landschaft (unter anderem als Coaches bei „The Voice of Germany“) haben sich The BossHoss längst etabliert – ohne sich je verbiegen zu lassen, wie sie betonen.
Nach der Albumveröffentlichung geht es nun auf Clubtour. Das sei eine bewusste Entscheidung: Statt auf Arenen setzen die sieben Musiker auf „Nähe und direkte Fan-Connection“. „Eine Jubiläumstour, die so intim wie energiegeladen wird“, versprechen sie. Die Tour startet zwar am 26. September in der Großen Freiheit in Hamburg, die zweite Station ist aber dann gleich einen Tag später das Astra zu Hause in Berlin. Dieses Konzert ist ausverkauft. Deshalb ist für den 19. Oktober – ebenfalls im Astra – eine Zusatzveranstaltung geplant.