Die historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts haben viele Autoren inspiriert – so auch die Autorin Susanne Rubin. Ihr historischer Roman „Alsterglanz – Lottes Hoffnung“ spielt im Hamburg der 1920er-Jahre. Hier werden die Auswirkungen der Situation der damaligen Zeit auf die Menschen deutlich spürbar. Eindringlich zeigt der Roman, wie die Zwischenkriegszeit das Leben der Menschen prägte.
In die gesellschaftliche Gesamtsituation ist das Leben der Protagonistin Lotte eingewoben. Diese wirkt auf den ersten Blick stark und unabhängig, doch im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass der Eindruck täuscht. Seit Jahren bewahrt sie ein dunkles Geheimnis, bei dem es um ihre Vergangenheit und ihre wahre Identität geht. In Hamburg möchte die junge Frau in der überwältigenden, gerade erwachenden Metropole ein neues Leben beginnen, und fast sieht es so aus, als ob das funktionieren würde. Sie arbeitet als Schneiderin im Warenhaus Hermann Tietz, im später berühmten Hamburger Alsterhaus. Dort begegnet sie dem jungen, charmanten Kaufmann Jannes. Von Anfang an besteht eine gegenseitige Anziehung. Doch Lotte kann sich schweren Herzens nicht auf eine gemeinsame Zukunft mit ihm einlassen, da ihr Geheimnis es unmöglich macht. Die Gefahr ist zu groß und könnte im schlimmsten Fall tödlich enden.
Lotte ist gezwungen, vorsichtiger denn je zu sein. Ihre engsten Vertrauten schützen sie so gut es geht und halten sie über neue Entwicklungen auf dem Laufenden. Doch es zeigt sich, dass dieser Schutz nicht ausreicht: Plötzlich taucht eine Person aus ihrer Vergangenheit im Warenhaus auf, was Lotte in eine schier ausweglose Situation bringt.
Susanne Rubin gelingt es, mit dem ersten der Alsterhaus-Romane eine packend realistische Geschichte in der Krisenzeit jener Jahre zu erzählen. Wir tauchen ein in ein anderes Jahrhundert. Die goldenen Zwanziger scheinen zum Greifen nah – doch es gilt zu bedenken: Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold.