Nur wenige Singer-Songwriter vermögen uns so zu berühren, wie Robert Forster es tut. Vor zwei Jahren sahen wir den Australier und Wahl-Regensburger mit Ehefrau, Tochter und Sohn im Kreis sitzen und einen Song namens „She’s A Fighter“ darbieten.
Karin Bäumler, seine Frau, machte gerade eine Chemotherapie durch und klopfte während dieser drei innigen Minuten wacker das Tambourin. Jene dem Schicksal trotzende Energie dieser Familie sprang auf den Hörer über.
Das dazugehörige Album „The Candle And The Flame“ war wenig überraschend ein weiteres Meisterwerk des Künstlers, dessen Karriere damit nicht geizt.
Vom furiosen Repertoire der Go-Betweens bis zu seinem fabelhaften Solo-Werk füllte Forster bislang mehr als vier Jahrzehnte mühelos mit beglückendem Klang.
Im Vorfeld von „Strawberries“ erschien erneut ein Video, welches ans Herz greift. Der Titel-Track zeigt Forster mit seiner Frau, einander keck umgarnend, in der Küche. Die Frage, die im Raum steht: Wer hat denn nun all die süßen Erdbeeren vernascht?
Bäumlers Therapie ist zunächst überstanden, das Glück der beiden strömt aus jeder Pore.
Das neue Album eröffnet mit „Tell It Back To Me“, einem hochkonzentriert gesungenen, zugleich köstlich locker geschrabbelten, mit Mundharmonika veredelten Forster-Song. Diverse Tempi und Brüche werden hier im Verbund mit einer berückenden Melodie aus dem Ärmel geschüttelt, als gäbe es keine beiläufigere Übung. Auch „Good To Cry“ perlt extrem charmant in die Gehörgänge. „Breakfast On The Train“ ist ein sparsamst inszenierter Acht-Minuten-Schleicher. Erst am Ende schlingert eine Orgel das Stück gen Pop-Himmel.
Forsters schwedische Begleitband (die ihn auch auf Tour begleiten wird) hält sich hier zurück. Das folgende „Strawberries“ mag das wichtigste Stück des Albums sein, das beste ist es nicht, eine sympathische Fingerübung allemal. „All Of The Time“ rockt, und „Such A Shame“ geriet mit Glockenspiel, Chorus-Stimmen und prall angeschlagenen Saiten zum verspieltesten Track dieser acht betont unspektakulären, gleichwohl vollmundigen „Strawberries“.