Traumatische Erfahrungen sind weit verbreitet und zeigen sich unterschiedlich. Oft wird der Begriff Trauma mit einem einzelnen schrecklichen Erlebnis in Verbindung gebracht, es gibt aber auch sogenannte sequenzielle Traumata, die durch viele kleine, wiederkehrende Verletzungen entstehen können.
Oft erkennen Betroffene nicht, dass sie durch ein Trauma aus dem Gleichgewicht geraten sind. Sie bemerken zunächst vor allem die Symptome, die sich etwa in Überforderung, Rückzug, starken emotionalen Reaktionen oder dem Gefühl, wie abgeschnitten zu sein, äußern. Das Buch von Susanne Nolte ist ein wichtiger und gut verständlicher Ratgeber, wie man Traumata erkennt und welche Wege der Heilung es gibt.
Susanne Nolte, Heilpraktikerin für Psychotherapie, systemische Beraterin und Diplom-Betriebswirtin, arbeitet schon lange mit Menschen durch traumasensibles Coaching.
Im Buch „Trauma verstehen – Heilung fördern“ gibt sie sowohl Beratern, Pädagogen und allen, die Traumapatienten begleiten, als auch Betroffenen selbst einen wichtigen Leitfaden an die Hand. Sowohl umfassende Erklärungen zum Thema als auch praktische Ansätze machen das Buch zu einer wertvollen Lektüre für alle, die sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen. So wird unter anderem beschrieben, wie Traumata entstehen und wie man sie bei sich oder bei anderen erkennt.
Da Traumata das Nervensystem aus der Balance bringen, finden sich auch Übungen, wie man das Nervensystem beruhigen kann, zum Beispiel mit Meditation, Erdungsübungen oder der im Alltag gut integrierbaren „5-4-3-2-1“-Übung, die auch im Büro oder beim Spaziergang funktioniert.
Einer wichtigen Form von Trauma widmet Susanne Nolte ein größeres Kapitel: Entwicklungs- und Bindungstraumata, die in frühester Kindheit entstehen und bis ins Erwachsenenleben nachwirken. Hier geht es um Sicherheit, die in der Kindheit nicht „angelegt“ wurde. Es wird verständlich beschrieben, wie sich diese Form von Trauma zeigt und wie eine Heilung gelingen kann.