Bode Museum
Die Pazzi-Verschwörung
Am 26. April 1478 wurden Lorenzo und Giuliano de Medici im Chor der Kathedrale von Florenz überfallen. Giuliano verlor sein Leben, Lorenzo überlebte und bestrafte anschließend die Drahtzieher dieser Verschwörung, allen voran die Familie Pazzi. In den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin befinden sich zahlreiche Objekte, die diese dramatischen Ereignisse illustrieren. So besitzt das Münzkabinett bedeutende Medaillen, die durch weitere Exemplare aus der Medaillensammlung James Simon in der Skulpturensammlung ergänzt werden. Dazu kommen Reliefs, Büsten und Porträts aus der Skuplturensammlung und der Gemäldegalerie, die viele dieser berühmten Personen zeigen – angefangen mit Giuliano, dessen Züge Sandro Botticelli nach seinem Tod mit gesenktem Blick malte. Die „Pazzi-Verschwörung“ ist eines der entscheidenden Ereignisse in der Geschichte des florentinischen Quattrocento. Es fasst die Bedeutung der italienischen Renaissance auf geradezu exemplarische Weise zusammen: eine Epoche, in der gewalttätige politische und religiöse Konflikte in unvergessliche künstlerische Kreationen umgewandelt wurden. Bis September kommenden Jahres zeichnet die Sonderausstellung „Die Pazzi-Verschwörung – Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance“ die tragische Geschichte anhand von Objekten aus verschiedenen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin nach.
Bode-Museum, Am Kupfergraben, 10178 Berlin, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr
Neuer Dvoráková-Roman
Die tschechische Bestsellerautorin Petra Dvor˘áková stellt am 11. November um 19 Uhr in der Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda ihren neuen Roman „Die Krähen“ vor. Mit Christina Frankenberg vom Tschechischen Zentrum Berlin spricht sie über ihre Erzählung und eigene Erfahrungen. Aus der deutschen Übersetzung von Hana Hadas liest die Berliner Schauspielerin Elna Lindgens. Zum Roman: Eine Krähe sitzt in ihrem Baum und beobachtet die Menschen im Haus gegenüber: eine Frau, einen Mann, zwei Mädchen. Die Kinder wirken unbeschwert, die Erwachsenen nicht. Manchmal passieren seltsame Dinge – dann wird es laut, ein Mädchen weint, während das andere stumm bleibt. Ab und zu erwidert eines der Mädchen den Blick der Krähe, sehnsüchtig, suchend. Aus der Perspektive von Tochter und Mutter entsteht eine vielschichtige Erzählung darüber, wie Beziehungen Halt versprechen und zugleich zerstören können.
Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda, Frankfurter Allee 14A, 10247 Berlin
Kulturverführung vom 7. November 2025
Ausstellung: Erstmals wird die Scharf Collection in ihrem gesamten Umfang präsentiert, eine deutsche Privatsammlung französischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössischer internationaler Kunst. Die Ausstellung zeigt bis zum 15. Februar eine Auswahl von rund 150 Werken, darunter Werke von Auguste Renoir, Pierre Bonnard, Edgar Degas sowie Claude Monet, und lädt zu einer Reise durch die Sammlung ein: von Goya und dem französischen Realismus über die französischen Impressionisten und Kubisten bis hin zu zeitgenössischer Kunst. Ein besonderer Teil der Ausstellung ist eine Auswahl des in der Sammlung vollständig erhaltenen druckgrafischen Werks von Henri de Toulouse-Lautrec. Alte Nationalgalerie, Bodestraße 1, 10178 Berlin, Informationen: www.smb.museum
Tanz: „Meine Tochter! Glück und Wahnsinn gehen weiter. Meine Mutter ist weiß, Deine schwarz. Ich bin am Westpol aufgewachsen, Du in einer Weltstadt. Meinst Du, die Geschichte ist damit vorbei? Berlin ist so groß, so frei, so provinziell gewaltsam. Die halbe Stadt war der Kosmos meiner Kindheit; mit Brathähnchen-Ausflug in die andere Galaxie. Sind Privilegien von kurzer Dauer? Öffnen sie den Horizont oder verblenden sie? Wem gehört die ganze Stadt? Für wen ist sie gemacht? Für Dich, für uns? Schwarze Berlinerin. Ich möchte, dass Dir ein paar Erfahrungen erspart bleiben.“ So beschreibt der Tänzer und Choreograf Raphael Moussa Hillebrand in seiner Soloperformance „Auf meinen Schultern“ seine Erfahrung, im Berlin der 80er- und 90er-Jahre aufgewachsen zu sein. Er unternimmt den Versuch, seine Lebenserfahrung in eine Form zu bringen, sodass die nächste Generation und das eigene Kind daran anknüpfen können. Entstanden ist eine getanzte und gesprochene Performance, musikalisch begleitet vom Cellisten Eurico Ferreira Mathias. Gezeigt wird sie an vier Abenden von 26. bis 29. November. Ballhaus Naunynstraße, Naunynstraße 27, 10997 Berlin, Tickets und Informationen: www.ballhausnaunynstrasse.de
Konzert: Ja, ist denn schon Weihnachten? Fast. Einen Sommer lang haben sich Victoria Fleer, Anne Weber und Sörin Bergmann mit Schlittenfahren auf dem Deich, der Verführung des Weihnachtsmannes, Schneeballschlachten an der Außenalster und weihnachtlicher Familienidylle beschäftigt und dabei festgestellt: Weihnachten entkommt man nicht. Weder in Barmbek noch auf Hawaii, wo „Fröhliche Weihnachten“ „Mele kalikimaka“ heißt. Ob mit oder ohne Schnee; ob Christkind oder Santa Claus; ob „Wir schenken uns nix“ oder „Hier ist dein Gutschein“. Obendrauf passt immer noch eine Prise Zimt. Deshalb nennen sich die Frauen als Trio „Die Zimtschnecken“. Am 15. Dezember gastieren sie mit ihrem Weihnachtsprogramm „Swingelingeling!“ in Berlin. Schlosspark Theater, Schlossstraße 48 a, 12165 Berlin, Karten und Informationen: www.schlossparktheater.de Martin Rolshausen