Berliner Künstler
Ehrung für Sven Regener
Der Berliner Schriftsteller und Musiker Sven Regener erhält den 41. Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreis von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz. Er wird Mainzer Stadtschreiber 2026. Die Verleihung des Preises ist für April kommenden Jahres geplant. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. Das teilt das ZDF mit. Der Preisträger erhält für ein Jahr Wohnrecht in der Stadtschreiberwohnung, die im Herzen der Mainzer Altstadt liegt, sowie das Angebot, gemeinsam mit dem ZDF und 3sat einen Film nach freier Themenwahl zu produzieren. „Sven Regener erzählt sowohl als Schriftsteller als auch als Musiker die großen Geschichten in scheinbar beiläufigem Ton“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Und weiter: „Seine Romane, Drehbücher und Songtexte beschreiben die Dramen des Alltäglichen und wissen um die Poesie des Strauchelns. Mit dem melancholischen Ton seiner Band Element of Crime und dem lakonisch norddeutschen Sound seiner Romane um Herrn Lehmann in Zeiten deutscher Umbrüche erreicht Sven Regener ein großes Publikum. Originell und vielfältig ist sein Werk, und es vermag immer wieder zu überraschen, wie sein aktuelles Sachbuch über den Humor, das mit seinem ganz eigenen Stil Genres und Gefühle neu sehen lässt.“ Regener wurde 1961 in Bremen geboren. 1985 in Berlin gründete er Element of Crime.
Todsünden im Museum
Kann denn Daddeln Sünde sein? Was ist so schlimm an dem, was wir tagtäglich am häufigsten berühren: unserem Smartphone oder Tablet mit seinen Posts, Tweets und Reels? Was uns umtreibt – die Sehnsucht, gesehen und wertgeschätzt zu werden und wirksam zu sein – das kann schnell ins Maßlose führen. Für das Maßlose gibt es den Begriff der Todsünde. So überrascht es nicht, wenn Reid Hoffman, unter anderem Linkedin-Co-Gründer, erklärt: „Soziale Netzwerke sind am erfolgreichsten, wenn sie eine der sieben Todsünden triggern.“ Auf einem Parcours durch die Ausstellung „Apropos Sex“ des Museums für Kommunikation soll „die Matrix von Social Media, von Sehnsucht und Sünde aufgedeckt und Alternativen entwickelt werden“. Weil Internet auch Spaß macht, lädt das Museum am 18. und 19. November abends spielerisch zu Exkursionen und Abenteuern ein, die von der Heldinnen-und -Heldenreise über den Western-Showdown bis auf die Therapie-Couch für Märchenprinzessinnen und -prinzen führen. Info: www.mfk-berlin.de
Kulturverführung vom 14. November 2025
Oper: So schnell kann’s gehen: Der Zusteller klingelt, man nimmt etwas entgegen, unterschreibt. Und obwohl man sich eigentlich nicht erinnern kann, eine übergroße Konservendose bestellt zu haben, öffnet man sie und findet darin – ein Kind. Eigentlich wollte Frau Berti Bartolotti am Abend mit Herrn Egon in die Oper, aber nun muss sie wohl umplanen. Niemals hätte Berti gedacht, dass sie durch die Fehlzustellung einer Konservenbüchse plötzlich Mutter wird. Die Firma Himmelblau, spezialisiert auf die Fließbandproduktion von Musterkindern, hat ihr das Modell „Premium Chromo.XY/3859“ geliefert, das einen Seitenscheitel trägt und Konrad heißt. Aber was braucht denn so ein Kind? Und woher weiß man, was es mag? Peperoni, Wackelpeter, Schnapspralinen oder doch lieber Ölsardinen? Ach, erst mal von allem ein bisschen auf den Teller. Konrad liebt Ordnung und Regeln, daher weiß er auch leider nur zu gut, dass brave Kinder ihren Teller immer leer essen. So läuft das in „Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse“, der Kinderoper von Samuel Penderbayne. Bis Ende des Jahres wird sie gespielt. Komische Oper, Bismarckstraße 110, 10625 Berlin, Karten und Informationen: www.komische-oper-berlin.de
Literatur: Berliner Verlage lassen ihren Blick in die Welt schweifen. Bis 19. Dezember 2025 präsentiert die Bibliothek am Luisenbad unter dem Titel „Neue Welten erlesen“ die Programme der unabhängigen Berliner Verlage Orlanda und Interkontinental. Die Verlage veröffentlichen internationale Literatur mit thematischen Schwerpunkten auf Diversität, Feminismus und afrodiasporischen Perspektiven. In der Ausstellung werden ausgewählte Publikationen aus ihren Programmen vorgestellt. Besucher können die Zweitexemplare der Ausstellung ausleihen, und auch die Ausstellungsexemplare bleiben nach Ende der Präsentation im Bestand der Bibliothek und stehen den Besucherinnen und Besuchern zur Ausleihe zur Verfügung. Bibliothek am Luisenbad, Badstraße 39, 13357 Berlin, Informationen unter Telefon 030-901845610, E-Mail: luisenbad@stb-mitte.de
Ausstellung: Die Künstliche Intelligenz ist längst in der Kunst angekommen. Die Ausstellung „Starmirror“ zum Beispiel kreiert ein Szenario, in dem KI-Modelle Menschen koordinieren, um für die Allgemeinheit nützliches Wissen zu generieren. Mit den hier gezeigten Arbeiten führen Holly Herndon und Mat Dryhurst ihre langjährige Tätigkeit an der Schnittstelle von Kunst, Musik, maschinellem Lernen und experimentellen Organisationsformen fort. In ihren Projekten entwerfen sie oftmals neue digitale Infrastrukturen – als Strukturen, in denen neue Arrangements zwischen Mensch und Künstlicher Intelligenz erprobt werden können. KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin, Tickets und Informationen gibt es im Internet unter www.kw-berlin.de Martin Rolshausen