BFC verliert, Preussen überrascht
Am 15. Spieltag der Regionalliga Nordost musste sich der BFC Dynamo zu Hause trotz engagierter Vorstellung dem Tabellenzweiten Carl Zeiss Jena mit 2:3 geschlagen geben: Die Führung im Freitagsspiel durch Breitfeld (40.) egalisierten die Thüringer dabei nicht nur bereits vor der Pause, sondern zogen bis zur 63. Minute auf 1:3 davon. Für den BFC reichte es dann nur noch zum Anschlusstor durch Shcherbakovski (74.), der später obendrein Gelb-Rot sah. Am Sonntag sorgte der BFC Preussen jedoch mit seinem 2:0-Sieg gegen Ligaprimus Lok Leipzig für eine Überraschung: Fontein und Butendeich trafen für den Neuling jeweils in der Nachspielzeit beider Hälften. Die VSG Altglienicke bleibt dazu weiterhin sieglos, wenn Torjäger Nietfeld nicht trifft – beim 2:2 in Chemnitz war Saliger zweimal für die VSG erfolgreich. Einen wichtigen Dreier verbuchte dazu Hertha BSC II beim 1:0 in Luckenwalde (Tor: Telib) – der FC Hertha 03 trat erst nach Redaktionsschluss bei Magdeburg II an.
Pokal-Wochenende
Am Wochenende findet das Achtelfinale im Berlin-Pokal der Männer statt – die Auslosung ergab dabei, dass sich die Favoriten aus der Regionalliga weiterhin noch aus dem Weg gehen. Mit der Neuauflage des Endspiels zwischen Eintracht Mahlsdorf (Oberliga) und dem BFC Dynamo (RL Nordost) – die Hohenschönhauser hatten sich dabei im Mai mit 2:0 durchgesetzt – hat die Runde aber sicher ein reizvolles Duell zu bieten. Bei den Spielen der weiteren Regionalligisten VSG Altglienicke (gegen Pfeffersport /Landesliga), BFC Preussen (gegen BFC Meteor / Landesliga) sowie FC Hertha 03 (gegen Delay Sport / Bezirksliga) liegen Favoritenstürze jedoch nicht in der Luft. Spannung versprechen aber auch die beiden Oberligaduelle zwischen dem SV Sparta und Tennis Borussia sowie SD Croatia und SV Tasmania. Landesliga-Spitzenreiter FC Internationale will sich dazu gegen den Berliner AK (Oberliga) an der Überraschung versuchen, während sich die beiden Berlin-Ligisten Blau-Weiß 90 und Füchse im Duell zweier Traditionsvereine auf Augenhöhe begegnen.
Punktlose englische Woche
Angesichts des schweren Programms war zu befürchten, dass die Frauen des 1. FC Union in der englischen Woche der Bundesliga leer ausgehen könnten – und so sollte es auch kommen. Nach dem 0:3 in Bremen zum Auftakt reichte auch die 1:0-Pausenführung durch Halverkamps gegen den VfL Wolfsburg (1:4) am Ende nicht – und am Freitag war man beim Deutschen Meister FC Bayern (0:4) chancenlos. Damit sind die Köpenickerinnen auf Rang elf abgerutscht – weiter geht es am 21. November mit dem Heimspiel gegen den Hamburger SV. Aufwärts zeigt der Trend hingegen bei Viktoria Berlin in der 2. Liga: Nach dem 2:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt II ist der Aufsteiger auf Platz sieben vorgerückt und bestreitet am Sonntag das Nachholspiel beim punktgleichen SV Meppen. In einem Nachholspiel der Regionalliga Nordost setzten sich die Frauen von Hertha BSC dazu glatt mit 5:0 gegen Turbine Potsdam II durch.
NOFV-Oberliga
Tasmania weiter vorne
Am zwölften Spieltag der NOFV-Oberliga Nord konnte der SV Tasmania die Tabellenführung dank eines umkämpften 2:0-Erfolgs gegen die TSG Neustrelitz verteidigen – Cruz Magalhaes traf dabei doppelt für die Neuköllner. Der punktgleiche SV Lichtenberg 47 hielt mit einem 2:0 über Union Klosterfelde Schritt, Reiniger und Gruber sorgten mit einem Doppelschlag nach einer Stunde für den Dreier. TuS Makkabi hingegen unterlag bei Eintracht Mahlsdorf mit 2:4 (Bache, Matkovic – Hot 2, Mätzke, Noack) und ist bei einem Spiel mehr nun drei Punkte zurück. Schlusslicht Viktoria Berlin (Tor: Küc) gab außerdem mit dem 1:1 beim SV Siedenbollentin ein weiteres Lebenszeichen von sich, SD Croatia ergatterte als Tabellenvorletzter beim 1:1 (Tore: Uzuner – Keles) gegen den Berliner AK ebenfalls einen Zähler. Auch Tennis Borussia (Tor: Karabiyik) kam bei Optik Rathenow nicht über ein 1:1 hinaus, während der SV Sparta seine Durststrecke mit einem 5:1 (Tore: Nikol 2, Hänsch, Rehbein, Gashi) gegen Anker Wismar vorerst überwinden konnte.
Schweinfurt verliert wichtigen Mittelfeldmotor
Schock für den 1. FC Schweinfurt: Sebastian Müller hat sich beim Spiel in Essen schwer verletzt. Nach einem Foul von RWE-Profi Mizuta zog sich der 24-Jährige einen Riss des hinteren Kreuzbands zu. „Ich hoffe, dass es nichts Schlimmes ist“, hatte Trainer Viktor Kleinhenz direkt nach Abpfiff noch gesagt. Wenige Stunden später folgte die bittere Gewissheit. Müller, der in dieser Saison zehnmal aufgelaufen war und zu den zentralen Figuren im Spielaufbau zählt, wird monatelang fehlen. Immerhin gibt es auch positive Nachrichten: Mit Erik Shuranov und Fabio Luque-Notaro stehen zwei Offensivkräfte vor der Rückkehr. „Wir müssen jetzt enger zusammenrücken“, forderte Kleinhenz. „Sebastian ist auf dem Platz kaum zu ersetzen, aber wir werden das als Team auffangen.“
Wehen Wiesbaden verliert seinen Rückhalt
Bittere Nachricht für den SV Wehen Wiesbaden: Stammtorhüter Florian Stritzel hat sich beim Auswärtsspiel in Havelse eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zugezogen und fällt vorerst aus. Der 31-Jährige, seit 2021 im Verein und mit 137 Einsätzen eine feste Größe im Tor, musste in der 32. Minute ausgewechselt werden. Für ihn kam der erst 20-jährige Noah Brdar zum Einsatz – und feierte damit sein Drittliga-Debüt. Der Frankfurter Nachwuchsmann, seit 2018 im Klub, wird nun wohl auch in den kommenden Wochen zwischen den Pfosten stehen. Auf der Bank rückt der junge Ludwig Finn nach. Stritzel gilt als einer der konstantesten Keeper der Liga, entsprechend schwer wiegt sein Ausfall. Trainer Markus Kauczinski setzt derweil auf das Talent und die Nervenstärke Brdars: „Er hat das sehr ordentlich gemacht, das war kein einfacher Moment.“
Hoffen auf Freispruch
Das Verfahren gegen Ex-VfL-Trainer Marco Antwerpen geht in die nächste Runde. Ende November wird das DFB-Bundesgericht über seine Berufung verhandeln. Es geht um den Vorwurf der versuchten Spielmanipulation. Antwerpen soll Osnabrücks Athletiktrainer Tim Schütte aufgefordert haben, den an den Finalgegner Blau-Weiß Lohne verliehenen Bernd Riesselmann zu einem freiwilligen Verzicht auf seinen Pokaleinsatz zu bewegen. „Ich sollte eine Verletzung vortäuschen. Ich war fassungslos und konnte das nicht glauben“, berichtete dieser. Schütte hatte ausgesagt, er habe sich „unter Druck gesetzt“ gefühlt und den Wunsch weitergegeben. Antwerpen und Co-Trainer Frank Döpper bestritten dies, wurden jedoch zu Seppen von zwölf (Antwerpen) beziehungsweise drei Monaten (Döpper) verurteilt. Das Gericht wertete strafmindernd, dass es zu keiner tatsächlichen Spielbeeinflussung kam. Parallel läuft am 10. Dezember ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht Osnabrück, da beide gegen ihre fristlosen Kündigungen geklagt haben.
3. Liga
Neuer Trainer in Aachen
Alemannia Aachen hat einen neuen Cheftrainer gefunden: Mersad Selimbegovic soll die Schwarz-Gelben aus der Abstiegszone führen. Der 43-Jährige, der zwischen 2019 und 2023 beim SSV Jahn Regensburg arbeitete und zuletzt bei KAS Eupen in Belgien unter Vertrag stand, bringt reichlich Erfahrung mit – 150 Pflichtspiele als Zweitliga-Trainer, dazu ein Ruf als akribischer Arbeiter. „Ich habe sofort gespürt, dass auf beiden Seiten die Vorstellungen von Spielweise und Arbeitsweise sehr ähnlich sind“, sagte Selimbegovic bei seiner Vorstellung. Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi lobte seinen neuen Coach als „ehrgeizigen Entwickler“, der Mannschaften strukturiere und Spieler individuell verbessere. Unterstützt wird Selimbegovic von Ilyas Trenz, der nach zwei Spielen als Interimstrainer (sechs Punkte) wieder als Co-Trainer fungiert, sowie einem bewährten Team um Mele Mosqueda, Ivica Ljubicic und Lars Christopher Manz. Nach turbulenten Wochen kehrt damit Stabilität ein. Das Debüt des neuen Trainers verlief erfolgreich – beim VfB Stuttgart II siegte die Alemannia.