Inter wirft BAK raus
Für einen Paukenschlag sorgte der FC Internationale im Achtelfinale des Berlin-Pokals: Der Landesligist schaltete den zwei Klassen höher spielenden Berliner AK nicht nur aus, sondern mit einem 4:0 (Tore: Henrich Paya 2, Nieto, Schneider) auch in überraschender Deutlichkeit. Im ersten Duell zweier Oberligisten setzte sich dazu der SV Sparta mit 2:1 gegen Tennis Borussia durch: Bilbija hatte die Gäste zunächst in Führung gebracht, Spartas Doppelschlag durch Schnur und Nikol sorgte dann nach der Pause für die Wende und die gelungene Revanche für die 1:2-Pleite im Punktspiel einen Monat zuvor. Der SV Tasmania hatte die Ligapartie bei SD Croatia im August sogar mit 5:2 gewonnen, doch der aktuelle Spitzenreiter schied nun mit 1:2 an selber Stelle aus. Croatias 2:0-Führung dank Woznikiewicz und Rehberg konnten die Neuköllner nur noch durch ein Kopfballtor von Baak verkürzen. Im Duell der Berlin-Ligisten zogen dazu die Füchse durch ein 4:2 (Tore: Sunday 2, Sivaci, Brechler – Engel, Köhne) bei Blau-Weiß 90 ins Viertelfinale ein.
Union-Frauen scheiden aus
Das Viertelfinale im DFB-Pokal der Frauen findet ohne Berliner Vertreter statt – in der Runde der letzten 16 musste der 1. FC Union zu Hause im Bundesligaduell gegen den FC Carl Zeiss Jena mit 0:1 die Segel streichen. Vor 4.700 Zahlenden im Stadion an der Alten Försterei gelang Ihlenburg mit dem Pausenpfiff der Treffer des Tages für die Thüringerinnen. Unions Frauen bestreiten nun bereits am Freitag, 21. November, in der Bundesliga das Duell der Aufsteiger gegen den Hamburger SV. Nichts zu holen gab es für Viktoria im Nachholspiel der 2. Liga in Meppen: Beim 0:3 waren sämtliche Gegentore bereits in der ersten Halbzeit gefallen. Sie bleiben aber auf Rang sieben und empfangen am Sonntag Borussia Mönchengladbach in Lichterfelde. In der Regionalliga Nordost gewann Hertha BSC das „kleine Derby“ gegen Union II mit 2:0 und rückte auf Platz zwei vor – für die Frauen von Türkiyemspor setzte es eine deutliche 0:4-Niederlage beim 1. FC Magdeburg.
US-Investor für „Viki“
Die Frauen von Viktoria Berlin haben vergangene Woche die strategische Partnerschaft mit dem Investor Monarch Collective publik gemacht. Damit erweitert der Zweitligist als erster Club im deutschen Profifußball der Frauen den Weg der Unterstützung durch externe Geldgeber auch auf den US-Markt – demnach soll über die nächsten Jahre ein niedriger Millionenbetrag an den Verein, dessen Frauenabteilung 2022 ausgegliedert wurde, fließen und dafür schrittweise bis zu 38 Prozent Anteile an Monarch Collective abgegeben werden. Der auf Frauensport spezialisierte Fonds ist bereits an drei US-Profiteams beteiligt, aber nun auch in Europa aktiv. Der Schritt soll Viktoria dabei unterstützen, mittelfristig in der Bundesliga zu spielen. Sechs deutsche Investorinnen hatten vor drei Jahren das Modellprojekt angeschoben – ein Club, der hauptsächlich von Frauen unterstützt und geführt wird. Die Professionalisierung im deutschen Frauenfußball machte nun wohl die Kooperation mit einem größeren Investor notwendig.
Berlin-Pokal
Zwei Favoriten mit MĂĽhe
Vor dem Ausscheiden stand Titelverteidiger BFC Dynamo am vergangenen Sonntag im Achtelfinale des Berlin-Pokals: In der Neuauflage des Endspiels vom Sommer lag der Regionalligist durch ein Tor von Köster bei Eintracht Mahlsdorf in Rückstand, ehe Polte in der Nachspielzeit der Ausgleich gelang. In der Verlängerung sorgte dann das späte 2:1 von BFC-Verteidiger Happi Monthe (120.+1) für den Einzug ins Viertelfinale. Auch für Hertha 03 sah es nach Platzverweis und Rückstand bei Bezirksligist Delay Sport (Tor: Ernst) schlecht aus – doch Smailovic, Wilton und Abé drehten das Ergebnis noch in einen 3:1-Sieg. Deutlich machte es die VSG Altglienicke: Bei Pfeffersport (Landesliga) gelang ein 8:0-Erfolg, bei dem Qenaj, J. Manske und Schickersinsky jeweils doppelt trafen sowie Saliger und Türpitz die restlichen Tore beisteuerten. Bereits am Freitagabend hatte sich der BFC Preussen dank eines 4:0-Erfolgs (Tore: Ramadan, Häusl, Hoch, Fontein) beim Landesligisten BFC Meteor 06 für die Runde der letzten Acht (19. bis 21. Dezember) qualifiziert.
Erhöhter Druck
Die Zukunft des LEAG Energie Stadions beschäftigt Energie Cottbus seit Monaten – und Präsident Sebastian Lemke fand bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend deutliche Worte. Das Land Brandenburg hatte für die Sanierung insgesamt zwei Millionen Euro zugesagt, die für dieses und nächstes Jahr vorgesehen sind. Doch angekommen ist bisher kein Cent. Für den Verein, der die bisher notwendigen Maßnahmen aus eigenen Mitteln vorfinanziert hat, ist die Geduld erschöpft. „Es ist fünf nach zwölf. Dieses Stadion und dieses ganze Gelände hat mit Profifußball nichts mehr zu tun“, so Lemke. Die Arena ist für die 3. Liga noch ausreichend, für die 2. Bundesliga hingegen bereits nicht mehr zulässig. Dass Brandenburg als einziges Bundesland über kein zweitligataugliches Stadion verfügt, sei ein unhaltbarer Zustand. Lemke verwies in diesem Zusammenhang auf Osnabrück, wo die Stadt zuletzt 33 Millionen Euro für die Modernisierung der Bremer Brücke bereitgestellt hatte.
Neuer Präsident
Beim FC Erzgebirge Aue hat sich am Freitagabend die personelle Spitze neu geordnet. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde Thomas Schlesinger, bislang Vizepräsident, vom neu gewählten Aufsichtsrat zum Präsidenten bestimmt. Der 53-Jährige folgt auf Roland Frötschner, der nach drei Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl angetreten war. Gemeinsam mit ihm trat auch ein Teil der bisherigen Führungsriege ab: Sportvorstand Volker Schmidt und Vorstandssprecher Robert Scholz. Mit Jens Haustein übernimmt ein neues Gesicht den Posten des Sportvorstands und gleichzeitig das Amt des Vizepräsidenten. Andres Stark wird künftig als Finanzvorstand agieren, während Jörg Püschmann weiterhin als Mitglieder- und Fanbeauftragter Teil des Vereins bleibt. Der Aufsichtsrat wurde ebenfalls neu zusammengesetzt. Künftig gehören ihm unter anderem Nico Dittmann als Vorsitzender sowie André Leonhardt und Henry Sobieraj als Stellvertreter an. Der Verein präsentierte außerdem die Zahlen für die Saison 2024/25. Laut „Freie Presse“ wurde die Spielzeit mit einem leichten Gewinn von 40.000 Euro abgeschlossen. Zwar stiegen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr – vor allem durch höhere Personalausgaben – um rund 400.000 Euro, gleichzeitig konnten die Einnahmen auf 13,6 Millionen Euro gesteigert werden, unter anderem durch Merchandising.
SSV Ulm
Pavel Dotchev ĂĽbernimmt
Sechs Tage nach der Freistellung von Moritz Glasbrenner hat der SSV Ulm 1846 mit Pavel Dotchev einen neuen Cheftrainer präsentiert. Der 60-Jährige, der am Sonntag vorgestellt wurde, unterschreibt bei den Spatzen einen Vertrag bis 2027 und soll die zuletzt angeschlagene Mannschaft stabilisieren. Für Dotchev ist Ulm bereits die achte Station in der 3. Liga – nach Engagements in Paderborn, Sandhausen, Münster, Aue, Rostock, Köln und Duisburg. Seine größte sportliche Leistung bleibt der Zweitliga-Aufstieg mit Erzgebirge Aue im Jahr 2016. Später kehrte er nach verschiedenen weiteren Stationen im Herbst 2021 noch einmal nach Aue zurück, konnte den Abstieg in die 3. Liga allerdings nicht verhindern und blieb dort bis Ende 2024 im Amt. In Summe bringt Dotchev 366 Partien in der 3. Liga und 60 Einsätze als Trainer in der 2. Bundesliga mit – keine andere Trainerperson im deutschen Profifußball kommt auf mehr Spiele in der dritthöchsten Spielklasse. Diese Erfahrung war für die Verantwortlichen in Ulm ausschlaggebend. „Bereits mehrfach hat er seine Mannschaften stabilisiert und zum Klassenerhalt geführt – das ist genau das, was wir jetzt brauchen“, sagt Aufsichtsratschef Dominik Schwärzel. Auch Uli Eitle aus dem Aufsichtsrat spricht von einer „Wunschlösung“: Dotchev habe in den Gesprächen durch sein Auftreten und seine Klarheit überzeugt. Ulm befindet sich nach fünf Niederlagen in Serie in einer gefährlichen Tabellenlage. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt derzeit bereits vier Punkte, weshalb eine schnelle Stabilisierung als oberste Priorität gilt. Dotchev selbst spricht von „Respekt und einer gemeinsamen Vision“ während der Vertragsgespräche. Er sei überzeugt, dass in der Mannschaft Qualität stecke und man gemeinsam erfolgreich sein könne. Sein erstes Training leitete er am Montag, das Debüt folgt am Samstag beim TSV Havelse. Parallel arbeitet der Verein weiterhin an einer Lösung für die Position des Sportlichen Leiters, nachdem Geschäftsführer Markus Thiele freigestellt wurde. Die Gespräche mit potenziellen Kandidaten sollen sich in der finalen Phase befinden.