Körperöle gelten nicht mehr nur als Spa-Accessoire – sie sind echte Alltagshelden. Die Öle pflegen nicht nur die Haut, sondern auch das Haar, stärken die natürliche Schutzbarriere und lassen die Haut geschmeidig strahlen. Hier fünf besonders wirkungsvolle Öle und ihre Vorzüge.
Körperöle lassen sich ganz einfach in die Routine integrieren. Am effektivsten ist die Anwendung direkt nach dem Duschen auf noch leicht feuchter Haut. So stockt das Öl die bereits vorhandene Feuchtigkeit und verbindet sich mit dem hauteigenen Lipidfilm. Für Massagen lässt sich das Öl durch Erwärmen in den Händen angenehm auftragen. Bei Haaren empfiehlt es sich, ein paar Tropfen auf die Spitzen oder die Kopfhaut zu geben, je nach Bedarf als Leave-in oder als Kur vor dem Waschen. Eine gute Idee ist auch, Öle zu mischen. Zum Beispiel kombiniert Jojobaöl seine leichte Textur mit den antioxidativen Eigenschaften von Argan- oder Marulaöl. Hagebuttenöl ist ein starkes Regenerationsöl, das sich gut mit sanfteren Ölen wie Mandelöl mischen lässt. So entsteht eine maßgeschneiderte Pflege, die Haut und Haar gleichermaßen anspricht. Beim Kauf von Körperölen am besten auf Bezeichnungen wie „kaltgepresst“, „reines Pflanzenöl“ oder Bio-Zertifikate achten. Diese garantieren, dass das Öl schonend extrahiert wurde und möglichst viele nützliche Inhaltsstoffe intakt sind. Außerdem ist eine dunkle, lichtgeschützte Flasche an einem ebensolchen Ort zur Aufbewahrung ideal, um die Haltbarkeit zu verlängern. Einige Öle, besonders solche mit vielen mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Rosehip, neigen sonst schneller zur Oxidation. Die Haltbarkeit schwankt allgemein zwischen wenigen Monaten und einem Jahr, je nach Produkt. In einer ausgewogenen Pflegeroutine ergänzen Öle Cremes oder Shampoos ideal und zwar ganz natürlich, wirksam und luxuriös zugleich. Speziell die durch warme Heizungsluft im Inneren und die klirrende Kälte draußen gestresste Winterhaut freut sich über ein extra Maß an Fürsorge. Ideal ist diese auch für Allergiker, denn reine Körperöle kommen ohne Zusätze aus und sind deshalb gut verträglich. Im Zweifelsfall trotzdem zuerst an einer weniger sichtbaren Stelle wie der Armbeuge oder dem Bein testen, ob keine Hautirritationen entstehen.
Mandelöl
Mandelöl wird aus den Kernen süßer Mandeln gewonnen, meist durch Kaltpressung, damit wertvolle Fettsäuren und Vitamine erhalten bleiben. Es ist reich an ungesättigten Fetten wie Omega 6 und Omega 9, außerdem enthält es Mineralien wie Kalium, Magnesium und Kalzium. Für die Haut bedeutet das eine besonders sanfte, beruhigende Pflege. Mandelöl hilft, den Feuchtigkeitshaushalt zu stabilisieren, glättet die Haut und stärkt ihre natürliche Schutzbarriere. Bei Anwendung auf dem Körper zieht es tief ein, ohne zu fetten, und eignet sich sogar als Badezusatz oder als Make-up-Entferner. Für die Haare ist Mandelöl ein sanfter Helfer. Das Haar erhält mehr Glanz, die Spitzen wirken weniger spröde und die Kopfhaut kann von den Mineralstoffen profitieren, die das Haarwachstum unterstützen.
Jojobaöl
Das Öl wird aus den Samen der Jojobapflanze (Simmondsia chinensis) gepresst. Interessanterweise handelt es sich bei dem gewonnenen „Öl“ chemisch gesehen um ein Wachs. Die Samen enthalten sehr viel von diesem Wachs, das durch schonendes Pressen gewonnen wird. Das Ergebnis ist ein sehr stabiler, oxidationsbeständiger Spross, der dem menschlichen Hauttalg chemisch erstaunlich ähnlich ist. Jojobaöl zieht gut ein, fettet kaum und verstopft die Poren selten, weshalb es sich hervorragend für empfindliche oder zu Unreinheiten neigende Haut eignet. Im Haar wirkt es ausgleichend. Es schützt die Kopfhaut, stärkt die Haarfollikel und verleiht Glanz, ohne das Haar zu beschweren.
Arganöl
Arganöl stammt von den Kernen des marokkanischen Arganbaums. Für die hochwertige Variante werden die Kerne traditionell handgepresst – und das ist aufwendig. Um einen Liter reines Arganöl zu gewinnen, werden etwa 30 Kilogramm Früchte benötigt. Dazu braucht es mehrere Tage Arbeit. Das Pressverfahren bewahrt die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamin E, Antioxidantien und essenzielle Fettsäuren. Auf die Haut aufgetragen spendet Arganöl reichlich Feuchtigkeit, verbessert die Elastizität und schützt vor freien Radikalen. Im Haar glättet es die Struktur, mildert Frizz, versiegelt die Spitzen und bewahrt die Geschmeidigkeit.
Marulaöl
Marulaöl wird aus den Kernen der Wildmarulafrucht gewonnen, die vor allem im südlichen Afrika wild wächst. Die Herstellung erfolgt in Kaltpressung, damit die empfindlichen Vitamine erhalten bleiben. Das Öl besteht überwiegend aus Ölsäure, einer einfach ungesättigten Fettsäure sowie einem kleinen Anteil Linolsäure. Diese Zusammensetzung macht das Öl sehr hautfreundlich. Es zieht schnell ein, fettet kaum und hinterlässt ein weiches, geschmeidiges Gefühl. Marulaöl ist hochstabil gegenüber Oxidation, sodass es lange haltbar bleibt. Auf der Haut wirkt es beruhigend, schützt die Hautbarriere und versorgt sie intensiv mit Feuchtigkeit. Antioxidantien wie Vitamin E und C im Öl wirken Alterungsprozessen entgegen. Im Haar nährt es trockene Spitzen, hilft gegen Haarbruch und verstärkt den Glanz, ohne zu beschweren.
Hagebuttenkernöl (Rosehip Oil)
Hagebuttenöl, auch Rosehip- oder Wildrosenöl genannt, wird aus den Kernen von Wildrosenfrüchten wie der Hundsrose (Rosa canina) extrahiert. Für eine hochwertige Qualität empfiehlt sich eine schonende Kaltpressung. Das daraus resultierende Öl hat eine gelbliche bis orangerote Farbe und enthält zahlreiche ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure, Alpha-Linolensäure) sowie eine Fülle an Vitaminen, unter anderem A, C und E. Die Kombination dieser Inhaltsstoffe macht es besonders wirksam gegen Zeichen der Hautalterung. Es fördert die Zellregeneration, mildert Falten und verbessert die Elastizität. Hagebuttenöl beruhigt auch unreine oder empfindliche Haut. Es reguliert die Talgproduktion, ohne die Poren zu verstopfen. Auf die Kopfhaut geträufelt und einmassiert lindert das Öl Trockenheit und Schuppenbildung. Auf die Spitzen aufgetragen, glättet es und reduziert Spliss.