Comic
Captain Berlin
Der Weißblech-Verlag hat das 16. Abenteuer von Captain Berlin veröffentlicht. Das Heft wurde von Jörg Buttgereit, dem Erfinder des „Helds der Hauptstadt“, geschrieben und von Schwarwel gezeichnet. Captain Berlin bekommt es diesmal mit den Tücken der großen Politik zu tun: Seine alte Widersacherin Ilse von Blitzen ist wieder da – und sie ist gefährlicher als je zuvor. Die Frau, die schon als Mitarbeiterin Hitlers in früheren Heften für Grusel sorgte, versucht die Machtergreifung diesmal weder mit okkulten Monstern noch mit irrwitzigen Maschinen, nein, sie hat eine eigene Partei gegründet. Und nun droht nicht nur ihre Visage von Wahlplakaten, sondern sie schart auch noch neue Anhänger um sich. Nebenher feiert Captain Berlins Mentor und wissenschaftlicher Unterstützer Dr. Stein seinen 100. Geburtstag. Er hat einen ganz besonderen Gast zu seiner Feier mitgebracht. Parallel zum neuen Abenteuer bringt der Verlag den dritten Captain-Berlin-Sammelband auf den Markt. Darin enthalten sind die Hefte Nummer neun, zehn, elf und zwölf. Der Held der Hauptstadt hüpft in diesem Band auf 116 Seiten nicht nur durch die Dekaden – von den frühen 70ern (Roboter der Liebe) bis zur Fast-Gegenwart des Jahres 2019 (Die Gremlins vom BER) – sondern bekommt es mit fast schon ikonischen Supergegnern wie einer mutierten Riesenilse oder dem sinistren Space-Hitler zu tun. Jörg Buttgereit hat die Figur des Berliner Superhelden 1982 erfunden.
Advent in der Volksbühne
Darf man eine Russin mit zu einer Weihnachtsfeier nach Eichwalde mitbringen? Können Tagesschausprecher die Nachrichten am Heiligen Abend auch singen? Kann man mit der Deutschen Bahn in den Himmel fahren? Wie überlebt man die Vorweihnachtszeit auf einem herrenlosen Kreuzfahrtschiff in der Südsee? Diese seltsamen Fragen tauchen in den unchristlichen, aber doch feierlichen Weihnachtsgeschichten auf, die der Berliner Autor Alexander Osang jedes Jahr am Heiligen Abend veröffentlicht. Ein paar seiner neueren Christmas Stories lesen am 6. Dezember die Volksbühnenstars Kathrin Angerer und Bernhard Schütz sowie der Autor selbst vor. Masha Qrella spielt und singt dazu ihre Lieblingssongs aus den Weihnachtsgeschichten. Die „Weißes Rauschen im Advent“-Lesung auf der großen Bühne am Rosa-Luxemburg-Platz beginnt um 19 Uhr. Alexander Osang wurde in Ost-Berlin geboren, war Reporter bei der „Berliner Zeitung“, bevor er 2000 zum „Spiegel“ wechselte.
Karten: www.volksbuehne-berlin.de
Kulturverführung vom 28. November 2025
Konzert: Vor vier Jahren erschien das letzte Album von Feine Sahne Fischfilet. Mit „Sturm & Dreck“ schaffte es die Gruppe aus Mecklenburg-Vorpommern mit dem Sprung auf Platz drei erstmals weit nach vorne in die Charts, und im Anschluss bescheinigten ihnen Musikkritikerinnen und Musikkritiker das, was man gemeinhin „den großen Durchbruch“ nennt. Das war ungewöhnlich für eine Band, die bereits 2004 von ein paar Schulkameraden in der vorpommerschen Provinz gegründet wurde, um in erster Linie in ihrem direkten Umfeld was loszumachen, nicht zu lamentieren und zu warten, dass andere etwas tun, sondern sich selber in jeder Hinsicht geradezumachen, privat, politisch und auch sonst. Am 22. Dezember kommen sie in Frieden nach Berlin. So heißt nämlich das neue Album: „Wir kommen in Frieden“. Mit einer Collage aus vielen ihrer Songtexte reflektiert die Band darauf den wilden Trip, der sie aus der vorpommerschen Provinz bis an die Spitze der deutschsprachigen Musikszene geführt hat. Max-Schmeling-Halle, Falkplatz 1, 10437 Berlin, Informationen und Karten: www.max-schmeling-halle.de
Ausstellung: Wenn sich in Vietnam Menschen mit Mobilität auseinandersetzen, dann hat das auch etwas mit Berlin zu tun: Die Galerie Nord zeigt nämlich, was bei diesem „Month of Art Practice (MAP)“ wichtig war. MAP ist ein jährlich stattfindendes Projekt des Heritage Art Space in Hanoi, das Sichtweisen auf das Thema Mobilität vereint. Internationale Künstlerinnen und Künstler kommen dabei mit Absolventinnen und Absolventen der Kunsthochschulen zusammen, um gemeinsam zu erforschen, wie sich weltweit Menschen, Güter, Ideen und immaterielle Dinge bewegen – und welche Spuren sie dabei hinterlassen. Die Ausstellung ist bis zum 23. Dezember zu sehen. Bis zum 24. Januar ist in der Galerie in Kooperation mit der MiK-Jugendkunstschule auch eine große Auswahl der von den jungen Künstlerinnen und Künstlern für den Jugendkunstpreis eingereichten Arbeiten zu sehen. Galerie Nord, Turmstraße 75, 10551 Berlin, der Eintritt ist frei, Informationen: www.kunstverein-tiergarten.de
Theater: „Wenn wir die Macht besitzen, machen wir die Wahrheit. Und was wir sagen, ist Gesetz.“ So beschwört Lady Macbeth ihren zunächst wenig ehrgeizigen Gatten. Eine unglaublich rasante Karriere haben die Hexen ihm vorausgesagt: König soll er werden. Also entwickelt die Lady einen mörderischen Plan. Aber welche menschlichen Eigenschaften sind gefragt? „Narzisstische. Rücksichtslosigkeit, Skrupellosigkeit“, heißt es in John von Düffels Fassung des Shakespeare-Klassikers, die vom 9. Dezember bis zum 27. Januar gespielt wird. Denn: Eine Tyrannei nutzt wenigen und schadet vielen. Aber alles ist eine Frage des Verkaufens. Theater am Frankfurter Tor, Karl-Marx-Allee 133, 10243 Berlin, Karten und Informationen: www.theater-am-frankfurter-tor.de Martin Rolshausen