Weihnachten ist noch ein paar Tage hin, für Geschenke ist es also noch zu früh. Aber ein paar kleine Überraschungen darf es schon geben.
Der erste „Saarland-Monitor“, beauftragt vom Landtag, hatte da schon in einigen Teilen etwas zu bieten, zeigt er doch, wie die Saarländerinnen und Saarländer derzeit so ticken. Da ist schon einiges bemerkenswert.
Dass wir in außerordentlich hohem Maße (89 Prozent) von der Demokratie als bester Form für unsere Gesellschaft überzeugt sind, kann sich sehen lassen. Dass knapp über die Hälfte auch noch zufrieden ist, wie Demokratie funktioniert, ist einerseits eher bescheiden, aber gefragt wurde nach dem Funktionieren in Deutschland insgesamt. Und da erscheinen die über 50 Prozent in ganz anderem Licht.
Diktatoren mögen wir gar nicht, aber so ein gewisser Hang zu einer starken Partei und einer starken Führungsperson ist nicht zu leugnen. Ebenso wenig wie gewisse Anfälligkeiten gegenüber populistischen Einflüssen und andere Merkwürdigkeiten.
Dass trotz einer positiven Einschätzung der eigenen Situation ein eher wenig zuversichtlicher bis sogar pessimistischer Blick in die Zukunft vorherrscht, ist kein schöner Befund, zeigt aber eine gehörige Portion Realismus.
Soweit im Groben der Befund. Und was lehrt uns das?
Wir werden damit leben müssen, dass ein Teil etwas kruden Ansichten anhängt. Die gab es schon immer. Sie machen sich nur deutlicher bemerkbar, besonders mit der Ansicht, man könne seine Meinung ja nicht mehr frei sagen.
Ansonsten: Die große Zustimmung zur Demokratie muss Ansporn sein, die Zufriedenheit mit dem Funktionieren zu verbessern. Dafür gibt es bekannte Stellschrauben.
Anders als bei der verbreiteten Sorge, dass sich die Lage verschlechtern und man selbst zu den Verlierern gehören könnte. Zuversicht lässt sich nicht einfach per Kabinetts- oder Landtagsbeschluss herbeizaubern und wächst auch nicht, wenn ständig alles schlechtgeredet wird.
Ein Patentrezept gibt es nicht.
Und falls doch: Bitte unterm Weihnachtsbaum ablegen.