Eine spannende Geschichte über das leidige – wenn auch stets präsente – Thema „Älterwerden“ erzählt die Autorin und Journalistin Katja Keweritsch, die bereits mit ihrem Roman „Agnes geht“ ein unterhaltsames Buch verfasst hat. Auch dieses Mal ist die Hauptfigur eine genervte Ehefrau. Und auch dieses Mal gibt es eine produktive Lösung.
„Alice und das Blau des Wassers“ lautet der sinnstiftende Titel des neuen Romans. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind diesbezüglich auch durchaus erwünscht, werden aber nicht explizit genannt. Außerdem werden die Figuren nie boshaft geschildert – stattdessen werden empathische Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt. Klingt vielleicht ein wenig zu brav, ist aber durchaus unterhaltsam, zumal die Autorin selbst gerne verreist und sich für unterschiedliche Kulturen interessiert.
Zum Inhalt: Alice erfährt ausgeraechnet an ihrem Hochzeitstag, dass ihr Ehemann sie betrügt. Doch nun ist Alice stolze 49 Jahre alt – und muss sich ihrem Albtraum stellen: eine Zukunft ohne ihren Ehemann. Denn dieser ist nicht nur mit einer wesentlich jüngeren Frau ausgegangen, ohne dass sie es gemerkt hat, sondern hat diese auch noch geschwängert. Aber Alice ist nicht dumm. Anstatt theatralisch in Selbstmitleid zu baden oder destruktive Rachegefühle auszuleben, beschließt sie, zu verreisen. Ihre Tochter schlägt ihr einen Haustausch vor. Hauptsache weg.
Auf Guernsey, einer der Kanalinseln zwischen England und Frankreich, lernt sie daraufhin viele nette Menschen kennen, mit denen sie Freundschaften knüpft – und auch eine neue Liebe, die eigentlich nicht so ganz in ihr konservatives Weltbild passt…
Sie trifft unter anderem Elsie, eine Frau mit blauen Haaren, einen malenden Belgier – und den traditionsbewussten James. Sie erlebt einige wegweisende Dinge, genießt ihre neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen – und ihr Leben bewegt sich in eine andere, positivere Richtung… Denn auch die Wechseljahre sind nicht das Ende.