„UMRU (unrest)“ ist der abschließende dritte Teil einer bemerkenswerten Album-Trilogie von Daniel Kahn. 2021 hatte er diese mit „Word Beggar“ 2021 zunächst solo angeschoben. Mit „The Building & Other Songs“ 2023 setzte das Projekt im Verbund mit dem New Yorker Geiger Jake Shulman-Ment zu weiteren Höhenflügen an. Auf „UMRU (unrest)“ sind sie nun sogar zu dritt: Christian Dawid, ein in vielen Genres beheimateter Klarinettist, addiert weitere Finesse.
Daniel Kahn ist ein Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist, Dichter, Theater-Regisseur, Schauspieler und Festival-Initiator. Seine Darbietungen wurzeln im Jiddischen, sein Herz schlägt zudem für Jazz, Cabaret und (Balkan-) Pop. Um nur einige Stile zu nennen.
Er bewundert Leonard Cohen, Tom Waits, Lou Reed und Bruce SpringÂsteen – und drückte diese Verehrung auf dem Vorgänger-Album mit wohlselektierten, indes doch sehr selbstbewusst ins Klezmer-Genre überführten Coverversionen aus.
Dieses dritte Album enthält erneut einen Tom-Waits-Track: das legendäre, ungemein tröstliche Wiegenlied „Time“. Wer damit einsteigen mag, staunt gewiss darüber, wie sich diese charismatisch-rohe Waits-Ballade an eine sanfte, in Jiddisch singende Stimme anzuschmiegen vermag: filigran und schwelgend, behutsam und tatsächlich ebenso tröstend wie das Original.
Weitere sehr bekannte Stücke hat „UMRU (unrest) mit „Hard Times“ (Stephen Foster) und „Dirty Old Town“ (Ewan MacColl). Ersteres wird spartanisch zelebriert, letzteres mit Geigenstrich und PumpÂorgel dem legendären Pogues’schen Walzer-Ritt entfremdet.
Sehr bezaubernd geriet auch „Nomadic Revery“ (Bonnie Prince Billy) – ein ausgesprochen schrägcharmanter Auftakt.
Gleichwohl stehen die eigenen Stücke von Daniel Kahn dem gecoverten Repertoire in nichts nach. Das traumwandlerische Zusammenspiel der Akteure zieht ohnehin durchweg in den Bann. Lediglich vier Tage genügten für die Aufnahmen. Der gebürtige Detroiter Kahn lebt übrigens in Hamburg, wo er auch auf einem Schiff arbeitet, und geht Anfang 2026 auf Tour.