BFC erreicht Halbfinale
Viertelfinale im Berliner Landespokal: Titelverteidiger BFC Dynamo trat beim BFC Preussen an. Nach der Trennung von Dennis Kutrieb wenige Tage zuvor wurden die Gäste erstmals vom bisherigen Assistenten Sven Körner betreut, der bis zum Saisonende im Amt bleiben soll. Der BFC trat zunächst dominant auf und ging durch einen Foulstrafstoß von Dadashov in Führung. Die Hausherren, bei denen Stephan Brehmer (nach Wilhelmshaven) vor dem Spiel verabschiedet worden war, kamen danach besser ins Spiel und glichen durch einen Kopfball von Frank zum 1:1-Pausenstand aus. Nach dem Wechsel ging Dynamo durch ein Traumtor von Knezevic wieder in Führung. Preussen mühte sich um den Ausgleich und bekam in der Nachspielzeit durch Oellers den K.-o.-Schlag.
Einspruchswelle befürchtet
Zahlreiche Proteste gegen die Wertung von Spielen im Amateurbereich drohen dem Berliner Fußball-Verband (BFV). Ausgelöst wurden diese vom Frohnauer SC, der eine Liste von zunächst vier Partien veröffentlichte, in denen gelbgesperrte Spieler zum Einsatz gekommen waren, nachdem ein Kontrahent gegen einen Sieg des FSC in der Berlin-Liga Einspruch erhoben hatte. Hintergrund ist, dass der BFV als einziger Verband im Bereich des DFB seit Sommer 2023 die Gelben Karten aus Meisterschaft und Pokal zusammenrechnet – das bundesweit angewendete System „DFBnet“ die Sperren nach dieser Zählweise aber nicht automatisch anzeigen kann. Vereine, die sich auf die Angabe des Systems verlassen haben, müssen nun für den Fall mit einer 0:2-Wertung pro Partie rechnen. Da zuvor noch keine Klage erhoben wurde, trat das Problem bislang nicht zutage. Die Chancen bei den Einsprüchen stehen gut: Ein Hinweis im System besagt, dass in letzter Instanz die Vereine verantwortlich für den Einsatz nichtspielberechtigter Fußballer sind.
Union und Viktoria siegen
Erfreulicher Jahresabschluss für die Berliner Vertreter im Profibereich der Frauen: Sowohl der 1. FC Union als auch Viktoria feierten am letzten Wochenende vor Weihnachten Siege. Für die Köpenickerinnen war der 2:1-Erfolg in der Bundesliga bei Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg besonders wichtig, denn nach sieben Partien ohne Sieg gelang vor der Winterpause der ersehnte nächste Dreier. Campbell und Heiseler brachten ihr Team mit einem Doppelschlag im ersten Durchgang in Führung, dem FCN gelang nur noch der Anschluss. Damit konnten sich die Unionerinnen dank des besseren Torverhältnisses vor den Gegner auf Platz 9 schieben. In der 2. Liga behielt Viktoria bei der SG 99 Andernach mit 2:0 die Oberhand: Grincenko vor sowie Wasiak nach dem Wechsel waren für die Himmelblauen erfolgreich. Mit nun 20 Punkten bleibt der Neuling (ein Spiel weniger) aus der Hauptstadt auf Rang 6 – für beide Berliner Profiteams geht der Ligabetrieb dann am Wochenende 23. bis 25. Januar weiter.
Berlin Pokal
Favoriten kommen weiter
In den weiteren Viertelfinalspielen des Berlin-Pokals setzten sich die Favoriten durch. Den Anfang hatte Regionalligist VSG Altglienicke mit dem 2:1-Sieg (Tore: Rieder, Nietfeld – Sunday) im vorgezogenen Spiel (9. Dezember) bei den zwei Klassen tiefer spielenden Füchsen gemacht. Trotz zwei Wochen Pause in der Regionalliga wegen Spielausfällen setzte sich dagegen der FC Hertha 03 bei SD Croatia souverän mit 6:1 durch. Ein Hattrick von Doll vor der Pause stellte die Weichen bereits auf Weiterkommen – Schulz, Jones und Abe erzielten die restlichen Treffer der Zehlendorfer. Für den Oberligisten aus Tempelhof reichte es nur zum zwischenzeitlichen 1:4 durch Brecht. Am schwersten tat sich der SV Sparta – die Lichtenberger befanden sich in der Oberliga zuletzt im Abwärtstrend – mit der Favoritenrolle. Zwar ging man durch Meyer in Führung, doch nach der Pause kam der zwei Klassen tiefer spielende FC Internationale durch Stanley zum Ausgleich. So konnte sich Sparta erst im Elfmeterschießen (5:3) für das Halbfinale qualifizieren.
Neuer Campus
Um Profifußball und Geschäftsstelle an einem Standort zu bündeln, realisiert der VfL Osnabrück im Stadtteil Schinkelberg einen neuen Campus. Nun steht auch der Zeitplan: Der Spatenstich ist für Januar 2026 vorgesehen, die Fertigstellung soll dank einer systematisierten Bauweise innerhalb von zwölf Monaten erfolgen. Gemeinsam mit dem Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck entsteht auf rund 2.050 Quadratmetern ein Neubau, der sportliche Funktionsräume und moderne Büroflächen vereint. „Goldbeck hat uns mit seinem Konzept vollständig überzeugt, gemeinsam eines der größten Projekte der Vereinsgeschichte umzusetzen“, erklärt Geschäftsführer Michael Welling. Die Kombination aus ganzheitlicher Planung, schneller Umsetzung und individueller Anpassung an die Bedürfnisse des Vereins entspreche exakt den Vorstellungen des VfL. Zudem soll auch der Nachwuchsbereich profitieren, da durch den Umzug an anderen Standorten zusätzliche Kapazitäten frei werden. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund sechs Millionen Euro. Neben der VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA ist auch die Brückenpfeiler eG mit zehn Prozent am Bauprojekt beteiligt. Das dreigeschossige Gebäude sieht im Erdgeschoss unter anderem Umkleiden sowie Athletik- und Medizinbereiche vor, während in den oberen Etagen Büros, Besprechungsräume, Videoanalysebereiche und die komplette Geschäftsstelle untergebracht werden. Die schlüsselfertige Übergabe ist für Dezember 2026 geplant, der vollständige Umzug soll im Januar 2027 erfolgen.
Gutes Jahresergebnis
Der MSV Duisburg hat in der vergangenen Spielzeit trotz des erstmaligen Abstiegs in die Regionalliga ein positives Jahresergebnis erzielt. Am Ende stand ein Gewinn von 685.000 Euro, wie der Kaufmännische Leiter und Prokurist Marvin Schmickler in einem Interview auf der Vereins-Homepage erläuterte. Nach dem Abstieg sei es gelungen, den Club in seiner strukturellen Ausgestaltung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Maßnahmen zu definieren, die die Rückkehr in den bezahlten Fußball ermöglichen. Einen entscheidenden Beitrag leisteten dabei Fans, Partner und die Stadt Duisburg. Eine Geberrunde im Dezember 2024 mit wirtschaftlichen Zusagen von Sponsoren und der Stadt hatte einen „elementaren Beitrag“ zur Finanzierung der laufenden Spielzeit erbracht. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Perspektive herausfordernd. Dass der MSV dauerhaft nicht problemlos in der 3. Liga überlebensfähig sei, hatte Geschäftsführer Michael Preetz bereits mehrfach betont. Das bestätigt auch Schmickler: Auch mit Blick auf die Saison 2026/27 stehe die nachhaltige Stabilisierung im Fokus.
3. Liga
Jubelstimmung in Essen
Bei Rot-Weiss Essen herrschte nach dem 3:2-Erfolg gegen den SSV Ulm 1846 am Samstag ausgelassene Stimmung. Durch den Sieg schob sich die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat vorerst auf Rang drei der Tabelle. Überschattet wurde der sportliche Erfolg allerdings vom massiven Einsatz von Pyrotechnik aus der Essener Fanszene. Insbesondere auf der Westtribüne brannten Bengalos nahezu im Minutentakt. Mehrfache Durchsagen von Stadionsprecher Walter Ruege, das Zünden der Pyrotechnik zu unterlassen, blieben ohne Wirkung. Als es in der zweiten Halbzeit erneut hinter dem Tor brannte, fand Ruege deutliche Worte und sprach von einer Situation, die „so langsam peinlich“ werde. Auch auf den übrigen Tribünen reagierten zahlreiche Zuschauer mit hörbarem Unmut. Für RWE dürfte der erneute Pyroeinsatz spürbare finanzielle Konsequenzen haben. Bereits in der laufenden Saison wurden Geldstrafen in Höhe von 82.250 Euro wegen Fehlverhaltens der Fans verhängt – ligaweit der zweithöchste Wert.