Ich stelle mir vor, wie das neue Jahr aussehen würde, wenn auch nur die Hälfte der wirklich ernsten Wünsche in Erfüllung gehen würde.
So ein bisschen träumen kann zum Beginn eines neuen Jahres ja nicht schaden, erst recht, wenn das vergangene Jahr einigermaßen nervig und die Zahl der guten Botschaften recht überschaubar war.
Kein Wunder also, wenn die meisten Ausblicke für dieses Jahr nicht gerade vor überschwänglichem Optimismus sprühen. Der ist auch realistischerweise nicht angebracht.
Aber wie wäre es mit Zuversicht?
Zugegeben, die Weltlage gibt dazu herzlich wenig Anlass. Ebenso wenig hierzulande die systematischen Attacken auf Demokratie, Freiheit, Institutionen und unser Zusammenleben.
Wir könnten jetzt das mit Wahlen gespickte Jahr damit zubringen beständig über die Zunahme extremistischer Kräfte zu debattieren, oder wie Kaninchen erstarrt vor der Schlange hilflos dreinblickend ein paar leere Standardsätze sagen.
Wir könnten auch ständig den wirtschaftlichen Niedergang beklagen und gleichzeitig alles Mögliche, was zumindest eine Chance auf Zukunft hat, verzögern, in Zweifel ziehen, zerreden und blockieren.
Wir können auch weiter beständig analysieren, was irgendwann einmal schiefgelaufen ist und wer an was schuld hat. Das Schöne daran ist: Wir können – aber wir müssen es nicht.
Wir können auch anders.
Es gibt keinen vernünftigen Grund, uns von lautstarken Defätisten die Agenda bestimmen zu lassen. Dafür aber gute Gründe, uns selbst mal wieder etwas zuzutrauen und dann auch zu machen. Natürlich gibt es weder Patentrezepte noch eine Erfolgsgarantie.
Eine Garantie gibt es aber durchaus: Nichts machen außer alles schlechtreden – daraus wird alles Mögliche, aber auf keinen Fall etwas besser.
Wir, das heißt zumindest immer noch eine klar deutliche Mehrheit, wissen durchaus, was in uns steckt, was wir können, erst recht, wenn wir wirklich gefordert sind. Und das sind wir in diesem Jahr ohne Zweifel.
Es wird anstrengend, ja klar, und nein: Wünsche werden nicht einfach in Erfüllung gehen. Schon gar nicht von selbst. Viel liegt an uns selber, wie das Jahr 2026 wird. Die Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen.