Die Royals sind auch nach der Hammer-Saison 2024/2025 auf Kurs: In Liga und Pokal überwintern die Saarlouiser Basketball-Frauen in der Spitzengruppe – nur im EuroCup mussten sie früh die Segel streichen.
Die Saarlouis Royals stehen schon zum dritten Mal in Folge im „TOP 4“, dem Finalturnier der Deutschen Damenbasketball-Bundesliga (DBBL). Die Titelverteidiger aus dem Saarland hatten sich Anfang Januar im Viertelfinale mit 67:54 gegen den Herner TC durchgesetzt. Ebenfalls für das „TOP 4“ qualifiziert sind die Ligakonkurrenten Alba Berlin, der BC Marburg und die Rutronik Stars Keltern. Auch in der Liga sind die „Königlichen“ auf Kurs: Nach dem Jahreswechsel lag Saarlouis gleich hinter dem amtierenden Meister Rutronik Stars Keltern auf Platz zwei. Mit dem Pokalsieg und der Deutschen Vizemeisterschaft 2025 in der Bundesliga hatten die Royals ihr Comeback in der nationalen Spitze gefeiert. „Wir sind in der Liga und im Pokal dort, wo wir gerne sein wollten“, bringt es Hermann Paar auf den Punkt. Der Sportdirektor der Royals nimmt auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Formulierung der Saisonziele geht: „Wir wollen den Pokal gewinnen. Das ist eindeutig und unser klares Ziel. Auch bei der Meisterschaft wollen wir ein Wörtchen mitreden und unbedingt wieder ins Finale einziehen. Natürlich wollen wir das dann auch gewinnen“, stellt Paar klar.
Die „Königlichen“ sind auf Kurs
Die Erfolge der Vorsaison sind wesentlich für die starken Auftritte und das große Selbstbewusstsein der laufenden Spielzeit. „Wir haben die Saison analysiert und gesehen, was wir richtig gemacht haben. Das trägt zu unserem Selbstbewusstsein und natürlich auch zu den guten Ergebnissen bei. Wir wissen also, was wir können, aber wir wissen auch, woran wir noch arbeiten müssen“, betont Hermann Paar und merkt an: „An diesen Dingen sind wir dran, und ich finde, wir sind ganz allgemein auf einem guten Weg.“ Daran habe aus sportlicher Sicht vor allem der Trainer Matiss Rozlapa einen „sehr großen Anteil.“ Der 33 Jahre alte Lette ist seit 2024 für das Team verantwortlich und besitzt auch eine Option auf Verlängerung seines Arbeitspapiers bis 2027. „Von uns aus steht einer Zusammenarbeit über das Saisonende hinaus nichts im Weg“, versichert Paar und ergänzt: „Wir haben aber auch den Trainerstab erweitert und für mehr Input gesorgt, und auch darüber hinaus sind wir organisatorisch professioneller geworden.“ Auch deshalb hätten sich die Verantwortlichen und auch die Mannschaft einen größeren Zuschauerzuspruch, vor allem im Europapokal, gewünscht.
Zu dem, woran Verein und Mannschaft noch arbeiten müssen, zählt auch die Performance auf internationaler Bühne. Nach 16 Jahren sind die Royals mit dem Einzug in den EuroCup auf diese zurückgekehrt. Allerdings haben sie die Bühne sieglos und damit auf schnellstem Wege schon wieder verlassen: „Keine Frage, wir hätten gerne ein oder zwei Spiele gewonnen. Aber das hätte auch nichts daran geändert, dass wir nicht weitergekommen sind“, ordnet Hermann Paar ein. Ihm hat vor allem der Auftritt im ersten Heimspiel gegen Emlak Konut SK Istanbul gut gefallen. „Das war unser bestes Spiel im Europapokal, das wir aber leider unglücklich verloren haben. Da hat man gesehen, dass Erfahrung auf internationalem Parkett schon ein wichtiges Gut ist“, sagt er zum 73:81 (Rückspiel: 69:89) in der Stadtgartenhalle. Es folgten je zwei Niederlagen gegen die Serbinnen von KKZ Crvena Zvezda (65:78 und 55:79) und TTT Riga aus Lettland (61:75 und 72:80).
Für die in diesem Bereich noch recht unerfahrene Mannschaft aus Saarlouis kam die Teilnahme am Europacup dennoch nicht zu früh, findet Paar: „Das hat dem Team sehr dabei geholfen, sich weiterzuentwickeln. Das hat man in der Bundesliga gesehen. Und jetzt wissen wir aber, wie wir uns aufstellen müssen, um auch dort erfolgreich zu sein.“ Ob es noch während der laufenden Saison personelle Neuerungen im Kader geben wird, ist noch nicht klar. Grundsätzlich will der Verein auf „Beständigkeit und nachhaltige Entwicklung“ setzen. Dafür steht die bisher starke Emma Eichmeyer, die wie Teamkollegin Jessika Schiffer zum Aufgebot der deutschen A-Nationalmannschaft gehört. Die Nachverpflichtung der US-Amerikanerin Jordyn Jenkins erfolgte nach Vereinsangaben „ausschließlich als Reaktion auf den verletzungsbedingten Ausfall von Elina Koskimies“. Die 23-jährige Jenkins begann ihre College-Karriere an der University of Southern California (USC) und wechselte anschließend zu den UTSA Roadrunners, wo sie sich zu einer der dominantesten Spielerinnen ihrer Liga entwickelte. „Eventuell werden wir noch einmal tätig“, sagt Paar, der allerdings derzeit keine konkrete Position mit Nachholbedarf sieht: „Wir haben den Markt im Blick und können nach den Bedürfnissen der Mannschaft handeln.“
Royals wieder europäisch unterwegs
Schon jetzt steht fest, dass die Royals auch in der kommenden Saison wieder auf europäischer Ebene antreten werden. Um dort besser mithalten zu können als in der laufenden Spielzeit, will der Verein die Mannschaft bis dahin quantitativ und qualitativ stärker aufstellen. Das könnte im Erfolgsfall auch wieder mehr Zuschauer für die Heimspiele anlocken. „Wir wollen auch im Europacup den nächsten Schritt machen und in der kommenden Saison über die Gruppenphase hinauskommen. Dafür haben wir uns jetzt schon rangemacht, das Ganze personell und auch organisatorisch stemmen zu können“, sagt Hermann Paar. Denn auch organisatorisch machte sich der höhere Aufwand deutlich bemerkbar. Zum einen logistisch durch das Mehr an Reisen, aber auch infrastrukturell. Wobei sich negative Auswirkungen in Grenzen hielten. Einmal stand der Mannschaftsbus mehrere Stunden im Stau, woraufhin der Hinflug zu einer Partie verpasst wurde. Und einmal gab es eine offizielle Strafe des europäischen Verbands FIBA: Die rückwärts laufende 24-Sekunden-Uhr, die den Zeitraum anzeigt, in dem ein Angriff abgeschlossen werden muss, muss in den letzten fünf Sekunden auch die Zehntelsekunden anzeigen. Das wurde bei einem Heimspiel versäumt. „Als Neuling nur eine Strafe bekommen zu haben, ist eine sehr ordentliche Leistung“, meint Paar und weiß: „Aus solchen Erfahrungen lernt man, und wir können das eine oder andere jetzt besser abschätzen.“