Zeitgenössische Kunst
Installationen in der ehemaligen Brauerei
Kindl, das Zentrum für zeitgenössische Kunst in der ehemaligen Brauerei in Neukölln, wechselt im Februar einen Teil des Programms. Wer sich die aktuellen Ausstellungen noch ansehen will, muss sich also beeilen. Bis zum 1. Februar ist Erik Schmidts umfassende Übersichtsschau zu sehen. Sie vereint sein malerisches Werk mit Zeichnungen, Videos, Performances, Fotografien und Collagen aus drei Dekaden. Bis zum 15. Februar sind „The subtle rules the dense“ von Phoebe Collings-James und „Demonst(e)rating the Untamable Monster“ von Cihad Caner. Collings-James verbindet Keramik, Zeichnung, Text und Sound zu vielschichtigen Arbeiten, die Gewalt, Begehren, Erotik und antikoloniale Praktiken thematisieren. Cihad Caner untersucht Bilder mithilfe von unterschiedlichen Medien wie Video, Fotografie, Musik, Motion-Capture, CGI und Installation. „Stolen Thunder“ von Cornelia Parker läuft noch bis zum 24. Mai. Cornelia Parker begreift Gewalt und Zerstörung als zentrale Momente bildhauerischer Praxis. In ihrem skulpturalen und installativen Werk verbindet sie Dekonstruktion und Neugestaltung. Alltägliche Gegenstände setzt sie Kräften aus, die deren Form verändern und neue Sinnzusammenhänge schaffen.
Informationen: www.kindl-berlin.de
Preis für Berliner Verlag
Der Berliner Verlag Edition Tiamat bekommt den Kurt-Wolff-Preis. „Deren Verleger Klaus Bittermann bereichert seit mehr als 45 Jahren die publizistische Landschaft mit politischen Essays und Büchern zu Geschichte und Zeitgeschehen mit einem Schwerpunkt Holocaust, Antisemitismus und Nationalismus. Belletristik, in Übersetzungen vor allem aus dem Englischen und Französischen, satirische Texte und Reportagen runden das Programm ab. Dank Klaus Bittermanns Engagement ergänzen seine Publikationen wichtige Stimmen im Meinungsstreit mit Unbequemem, Gesellschaftskritischem, historisch wie aktuell Relevantem, Humorvollem sowie linke Diskurse Erweiterndem“, heißt es in der Begründung. Die Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene wurde im Jahr 2000 von unabhängigen Verlegerinnen und Verlegern sowie dem damaligen Kulturstaatsminister Michael Naumann gegründet. Der Name der Stiftung erinnert an den Verleger des deutschen Expressionismus.
Kulturverführung vom 16. Januar 2026
Konzert: Wer es richtig britisch mag, der ist am 2. Februar in der Bar jeder Vernunft richtig. Dort gastieren Rebecca Carrington und Colin Brown. 30 Jahre auf der Bühne, 15 Jahre Therapie und ein Leben lang Musik – das ist die Zwischenbilanz des Duos. Mit seiner neuen Show „So British“ bringt das zauberhafte Musik-Comedy-Duo Carrington-Brown seine Geschichte live auf die Bühne. Vergangenes Jahr produzierten die beiden die Mockumentary „Cheers!“, einen fiktiven Dokumentarfilm, der die Objektivität und Relevanz des Genres parodiert, und kombinieren nun Ausschnitte daraus mit der neuen Bühnenshow – zwei britische Show-Stars, die seit fast 20 Jahren in Berlin leben, zelebrieren ihre Liebe zur Musik mit ihrem speziellen Sinn für Humor. Bar jeder Vernunft, Schaperstraße 24, 10719 Berlin, Karten und Informationen: www.bar-jeder-vernunft.de
Theater: Ole ist der Boss. Und als Boss weiß er, was Jungs so zu tun haben. Erstens: alles doof finden, was mädchenmäßig ist. Und zweitens: mit seiner Gangstergang schwächere Kinder einschüchtern. Doch dann trifft er auf die selbstbewusste Lu, die Neue in der Klasse – und alles wird anders. Denn dummerweise entdeckt ausgerechnet sie sein größtes Geheimnis: Ole liebt es nämlich, heimlich sein Prinzessinnenkleid anzuziehen und sich zu schminken. Jetzt hat Lu den Boss in der Hand. Und wenn der nicht auffliegen will, wird nun nach ihren Regeln getanzt. Oles sicher geglaubte Welt steht plötzlich Kopf. Darum geht es in „Princess“, dem Theaterstück nach dem gleichnamigen Film von Karsten Dahlem. Seit einem Jahr wird das Stück im Grips-Theater gespielt. Es steht weiter auf dem Spielplan – zum Beispiel am 25. und 26. Januar. Grips Theater, Hansaplatz, Altonaer Straße 22, 10557 Berlin, Karten und Informationen: www.grips-theater.de.
Ausstellung: Zum 100. Geburtstag des französischen Journalisten und Filmemachers Claude Lanzmann präsentiert das Jüdische Museum eine Ausstellung, die Geschichte hörbar macht. Zum ersten Mal ist das Audio-Archiv zu Lanzmanns Dokumentarfilm „Shoah“ (1985) öffentlich zugänglich. Die Sammlung umfasst 152 bisher nicht veröffentlichte Audiokassetten. Sie dokumentieren die Gespräche, die Lanzmann und seine Assistentinnen Corinna Coulmas und Irena Steinfeldt-Levy in den 70er-Jahren während einer mehrjährigen Recherchephase vor Beginn der Dreharbeiten führten – mit Überlebenden, Tätern und anderen Zeitzeugen. Zusammen mit dem Film zählt das Archiv seit 2023 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Tondokumente stehen im Zentrum der Ausstellung und werden ergänzt durch Objekte, Dokumente und Filmaufnahmen. Jüdisches Museum, Lindenstraße 14, 10969 Berlin, Informationen: www.jmberlin.de Martin Rolshausen