Albatrosse überzeugen
Alba Berlin hat in der BBL einen Start-Ziel-Sieg hingelegt. Am 17. Januar entwickelte sich im Rasta Dome zu Vechta ein komplett einseitiges Spiel, besonders wegen enormer Wurfquoten der Berliner. Justin Bean war beim 95:83 Topscorer mit 18 Punkten. Tags darauf empfingen die Alba-Frauen die GiroLive Panthers Osnabrück. Nach sehr verhaltenem Start beider Teams steigerten sich die Gastgeberinnen. Beim 73:53 für Alba waren die Punkte innerhalb des Teams extrem ausgeglichen verteilt.
Banks entlassen
Der Start in die Spielzeit war durchwachsen, die Leistungen seitdem wechselhaft, die Körpersprache der Spieler wenig positiv. Intern soll die Stimmung bei den BR Volleys schlecht gewesen sein und der Spaß an der Arbeit so gering, dass Manager Kaweh Niroomand am 13. Januar Chefcoach Joel Banks absetzte. Der bisherige Co-Trainer und Scout Alexandre Leal übernahm. Am Tag danach beim SV Warnemünde verloren die Volleys Satz 1, gewannen aber die nächsten drei. Und auch am 18. Januar war zwar die Stimmung besser, die Leistung nicht immer. Dennoch stand auch gegen die starken Helios Grizzlys Giesen ein 3:1-Erfolg.
Wechselbad
Vergangene Woche Donnerstag gingen die Eisbären bei den Schwenninger Wild Wings per Doppelschlag mit 2:0 in Führung, dominierten lange, bauten die Führung bis zum 4:0 aus, zitterten sich in der Folge aber eben noch zu einem 5:3-Erfolg. Drei Tage danach in Wolfsburg gewannen die gastgebenden Grizzlys gegen die Berliner jedes Drittel und damit auch das Spiel. 5:2. Immerhin gab nach überstandener Achillessehnenverletzung Kai Wissmann sein Comeback bei den Eisbären und muss jetzt schnell in Olympia-Form kommen.
Gold verloren
Paarlauf-Gold sollte es werden, am Ende stand am 16. Januar nur Silber für die Berliner Minerva-Fabienne Hase/Nikita Volodin bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften im englischen Sheffield. Nach Fehlern im Kurzprogramm und Stürzen in der Kür mussten sie Anastasia Metelkina/Luka Berulava aus Georgien den Vortritt lassen. Die anderen Berliner, Annika Hocke/Robert Kunkel, wurden Vierte.
Tischtennis
Doppelspieltag mit Legende
Die vergangene Woche begann mit Tischtennis-Champions-League. Die Damen des TTC Berlin Eastside unterlagen am 13. Januar bei Linz AG Froschberg glatt mit 0:3. Wichtig war für sie aber nur der Doppelspieltag im Berliner Sportforum fünf Tage später. Zuerst empfingen sie als Spitzenreiter der Bundesliga den Tabellenletzten ESV Weil. Dafür hätte man nicht aus der angestammten Paul-Heyse-Straße ausweichen müssen. Für den anschließenden Tageshöhepunkt allerdings schon. Männer-Bundesligist Borussia Düsseldorf war wieder einmal auf Tour. So empfing der „Rekordmeister“ den TTC Fulda-Maberzell statt am Niederrhein in der Hauptstadt. Die Eastside-Ladies hatten leichtes Spiel mit der Konkurrenz aus Weil am Rhein, zumal jene nur mit drei spielfähigen Akteurinnen auflief. So hieß es schnell 6:0. Berlin bleibt Spitzenreiter. Das Spiel der Düsseldorfer (Kanak Jha, Dang Qiu, Yongyin Li) im Anschluss bot viele spektakuläre Ballwechsel. Fuldas Coach Qing Yu Meng musste unverhofft selbst ran und unterlag erst im fünften Satz gegen Jha, sein Sohn Fanbo Meng entriss Qiu nach 0:2-Rückstand noch das Match. 1:1. Li hielt Fuldas Abwehr-Ass Ruwen Filus in Schach, und Jha setzte mit seinem Sieg gegen Fanbo Meng den Deckel auf das 3:1 für Düsseldorf, das jetzt wieder die TBBL anführt. Zentraler Punkt des Rahmenprogramms für die 1.800 Fans waren diverse, umjubelte Veranstaltungen mit der ehemaligen Nummer eins der Welt Timo Boll.
3. Halbzeit: Häme ist fehl am Platz
„Immer wieder Borussia“, hieß es vor nunmehr acht Jahren an ähnlicher Stelle. Bereits damals befand sich der dauerkriselnde Traditionsverein Borussia Neunkirchen in schwierigem Fahrwasser. Dass der Club für damalige Verhältnisse beachtliche Gehälter zahlte, dass das Ellenfeldstadion ein Sanierungsfall war, wusste jeder, der sich ein bisschen im Saarfußball auskennt. Die Reaktionen der zu der Zeit amtierenden Vereinsfürsten waren bezeichnend. Eine Schimpfkanonade ergoss sich über den Kolumnisten und der rührige, bis heute für den Verein tätige Pressesprecher Jo Frisch bot sogar journalistische Nachhilfe-Stunden an.
Eine Fast-Insolvenz später liegt der Verein nun vollends am Boden. Und die große Welle der Hilfsbereitschaft ist bisher ausgeblieben. Das ist kein Wunder. Die Borussia hat den Bogen schlicht überspannt. Da mag der Ehrenvorsitzende auf der Mitgliederversammlung von Belastungen durch die Berufsgenossenschaft und Energiekosten sprechen.
Auf der anderen Seite darf aber durchaus hinterfragt werden, warum der Verein – ein ziemlich durchschnittlicher Saarlandligist bis dato im Übrigen – laut eigener Angabe mehr als 15.000 Euro im Monat für die erste Mannschaft aufbringen muss. Ein derartiges Gehaltsvolumen hat nicht jeder Oberligist. Schon in der Winterpause vor einem Jahr wunderten sich Oberliga-Trainer, mit welchen Summen die Borussia am Markt agierte. Teilweise bot man doppelt so viel wie der Liga-Höhere. Attraktiv für alternde Abzocker sind solche Vereine immer schon gewesen. Dass dieses Spiel ohne Grenzen irgendwann schiefgehen würde, war absehbar. Dass ein Traditionsverein wie die Borussia immer wieder Anziehungspunkt für fußballerische Hütchenspieler und Cagliostro-Typen ist, hat sie nicht exklusiv. Vermutlich wird der Verein enden wie Röchling Völklingen und ganz unten wieder anfangen. „Ein Ende ist immer ein neuer Anfang“, heißt es so schön. Vielleicht finden sich wirklich ein paar „alte Borussen“, die es wirklich gut meinen und die nicht die brüchige Bühne eines marodierenden Ex-Bundesligisten benötigen, um ihr Ego aufzupolieren.
Es sollte in einer Stadt wie Neunkirchen möglich sein, als Sportverein seriös zu existieren und nicht permanent auf Pump zu leben. Denn irgendwann wird jede Rettungsaktion peinlich. Der Absturz der Borussia verdient Mitgefühl und keine Häme. Und die Hoffnung, dass im Ellenfeld auch künftig noch organisierter Fußball gespielt wird.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.
TVH verliert
Handball-Drittligist TV Homburg hat sein Heimspiel gegen Düsseldorf-Ratingen am Samstagabend verloren. Die Saarländer mussten sich den Rheinländern mit 26:29 geschlagen geben. Die Partie verlief fast durchgehend mit nur einem geringen Vorsprung der Gäste von ein bis zwei Toren. Mehrfach gelang dem TV Homburg der Ausgleich. Zur Halbzeit stand es 11:13. In der 49. Minute glich der TVH erneut zum 24:24 aus. Danach gelang es Düsseldorf-Ratingen aber, sich leicht abzusetzen und die Partie schließlich für sich zu entscheiden. Die Düsseldorfer sind am Samstag Gastgeber der HG Saarlouis.
HGS baut Führung aus
Der Handball-Drittligist HG Saarlouis bleibt in der Stadtgartenhalle eine Macht. Beim 37:31-Heimsieg (19:14) gegen den Aufsteiger aus Münster ließ der Tabellenführer vor über 1.300 Zuschauern von Beginn an keine Zweifel aufkommen und holte die ersten beiden Heimpunkte des neuen Jahres. Gleichzeitig spielten die Verfolger dem Spitzenreiter in die Karten: Gelnhausen kam gegen Köln nicht über ein 28:28 hinaus, Nieder-Roden unterlag Dutenhofen zu Hause 27:29. Angeführt von einem treffsicheren Yves Kunkel (elf Tore) und Patrick Weber (neun) behielt die HG stets die Kontrolle und gewann gegen den starken Aufsteiger ungefährdet. Auch defensiv passte vieles, Torhüter Michel Fiedler überzeugte mit wichtigen Paraden. Coach Jörg Lützelberger war zufrieden: „Das war sicherlich eine der besten Saisonleistungen von uns.“