Gutes Comeback
Libero Kyle Dagostino konnte durch ein Hämatom am Auge nicht genug sehen. Der neue Headcoach der BR Volleys, Alexandre Leal, stellte statt seiner am 21. Januar beim Club-Weltmeister und Champions-League-Sieger Sir Sicoma Monini Perugia den erfahrenen eigentlichen Außenangreifer Ruben Schott auf. Allein, es half nicht viel. Nur in Satz 2 hatten die Berliner etwas vom Spiel, doch im Expresstempo hatte Perugia das Spiel gewonnen und Berlin Tabellenplatz der Gruppe C abgenommen. In der deutschen Bundesliga ging es drei Tage danach zu Spitzenreiter SVG Lüneburg. Dagostino war wieder spielfähig, und gegen die starken Angriffe der Lüneburger war das auch nötig. Nach knapp verlorenem ersten Durchgang setzte sich der Rekordmeister unerwartet klar mit 3:1 durch. An alter Wirkungsstätte überzeugte vor allem Florian Krage-Brewitz.
Um einen Punkt
In Maskat (Oman) erreichten beim „Contender“-Turnier von World Table Tennis zwei Spielerinnen des TTC Berlin Eastside das Achtelfinale. Hier scheiterte Nina Mittelham klar mit 0:3 an Zeng Jian, während Shan Xiaona der Chinesin Qin Yuxuan einen Satz abnehmen konnte, aber zu viele Fehler produzierte. Herausragend wieder einmal Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken-TT), der im Finale Matchball gegen den Chinesen Wen Ruibo hatte, aber sich nach dem 3:4 nur mit Silber begnügen musste – wie schon zuvor im Doppel zusammen mit Benedikt Duda.
Play-Ins drohen
Am 23. Januar empfingen die Eisbären in der DEL den ERC Ingolstadt. In der Uber Arena wucherten beide Teams mit ihren Chancen. So stand es in Minute 57 nur 1:1, als Marcel Noebels das Siegtor für die Eisbären erzielte. Schon nicht mehr mitwirken konnte Blaine Byron, der nach einer Muskelverletzung unters Messer musste und, wie auch Sturm-Kollege Patrick Khodorenko, bis Saisonende ausfällt. Zwei Tage darauf kassierten die Eisbären eine unverhoffte 1:4-Niederlage beim Tabellen-Vorletzten Löwen Frankfurt. Da gleichzeitig Bremerhaven gewann, fanden sich die Eisbären nur noch auf Rang 7 wieder und müssten sich erst über vorgeschaltete Play-Ins für die Play-offs qualifizieren.
Schwieriger Saisonstart
Sprinterin Gina Lückenkemper ist mit einem durchwachsenen Auftritt in die Saison gestartet. Beim New Balance Indoor Grand Prix in Boston belegte die 29-Jährige vom SCC Berlin über 60 Meter in 7,43 Sekunden den sechsten und letzten Platz. Lückenkemper war aus dem vollen Training heraus angetreten und verlor früh den Anschluss an die Konkurrenz. „Das Rennen war einfach kein Hit“, schrieb sie anschließend bei Instagram. Den Sieg holte die Britin Dina Asher-Smith, die in 7,08 Sekunden gewann. Lückenkemper bereitet sich derzeit in den USA auf die Saison 2026 vor, der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Freiluftsaison.
Basketball
Starke Nerven
Die Basketballer von Alba Berlin gewannen vergangene Woche ihre beiden Spiele im Stile einer Spitzenmannschaft. Sie steigerten sich, wenn es darauf ankam und zeigten sich nervlich stabil. Am Dienstag stand das schwere Champions-League-Auswärtsspiel bei Tofas Bursa an. Die heimstarken Türken gingen schnell in Führung, bei den Berlinern misslangen viele einfache Aktionen. Vom Neun-Punkte-Rückstand zur Halbzeitpause arbeitete sich Alba aber mit verbesserter Trefferquote und viel defensiver Intensität zurück in die Partie. Am Ende stand sogar ein in der Summe verdienter 94:90-Auswärtserfolg, zu dem Malte Delow 18 und Jack Kayil 16 Punkte beisteuerten. Am Sonntag war die Uber Arena belegt, sodass der 130. Klassiker zwischen Alba und Bamberg, zurzeit unter BMA365 Bamberg Baskets firmierend, in der Max-Schmeling-Halle stattfand. Beide Teams begegneten sich auf absoluter Augenhöhe. Alba setzte wie immer auf Mannschaftsspiel, Bamberg auf Einzelaktionen. Beides war gleich erfolgreich. Von außen trafen beide Teams fast gar nicht. Logische Konsequenz: Verlängerung beim Stand von 76:76. Hier setzten sich die Berliner durch, auch weil Bambergs Top-Akteure reihenweise mit fünf Fouls ausschieden. Jack Kayil (24 Punkte) verwandelte 16 seiner 17 Freiwürfe. Durch das 87:82 steht Alba jetzt in der BBL auf Rang 2 hinter Bayern München. In der DBBL traten am Samstag die Alba-Frauen bei den Eigner Angels in Nördlingen so ähnlich auf wie die Männer in Bursa. Nach einem Fahrkarten-Festival vor der Pause legten sie danach deutlich zu und fingen die Angels mit 68:65 noch ab zu Liga-Sieg 5 in Folge.
3. Halbzeit: Die neue Satzung leben
Für Kenner der Szene war die Entscheidung des amtierenden Präsidiums und des neuen Aufsichtsrates, den bisherigen Manager Rüdiger Ziehl bis zum Saisonende mit der Sportlichen Leitung zu beauftragen, keine große Überraschung. Über den Zeitpunkt kann man sich trefflich streiten, über die Art und Weise der Kommunikation sicherlich auch. Zwar unterschrieb Ziehl seinen Vertrag bereits am Freitagmittag, mit Rücksicht auf das Abendspiel in Köln sollte die Verkündung erst einen Tag später erfolgen. Doch wie es mit solchen Informationen so ist. Noch vor Anpfiff landete die Personalie bei den Magenta-Kommentatoren. Und nun haben die neuen, alten FCS-Verantwortlichen gleich wieder eine Personaldiskussion. Dabei ist der Fakt an sich sehr unspektakulär. Im anlaufenden Lizenzierungsverfahren muss der Verein einen sportlich Verantwortlichen benennen. In den vergangenen Jahren war das Sportdirektor Luginger. Als Trainer scheidet er nun aus. Hinzu kommen die Vertragsgespräche, die einfach geführt werden müssen. Blicken wir mal zurück: Als die außerordentliche Mitgliederversammlung des FCS im vergangenen Oktober die neue Satzung verabschiedete, war die Freude in der Saarlandhalle groß. Gleichzeitig schnellten die Aktivitäten von Spielerberatern in der Plattform Transferroom hoch. Mehr als ein Dutzend aktueller Akteure wurde in der Folge-Woche bereits als „vereinssuchend“ angeboten. So ist das Geschäft nun mal. Mit der Sieglos-Serie haben die Spieler natürlich wenig Eigenwerbung betrieben. Dennoch müssen jetzt Gespräche geführt werden. Auf der anderen Seite schreibt die neue Satzung ein ausführliches Bewerbungs- und Auswahlverfahren für die neuen Vorstände vor. Dass die erst zur neuen Saison beginnen können, versteht sich von selbst. Die laufende Saison ist ausbudgetiert, eine Nachlizenzierung nach Ende der Transferperiode nicht mehr möglich. Eigentlich ist das, was gerade passiert, ziemlich unspektakulär. Dass gemeckert wird, zählt irgendwie zur DNA des Clubs. Davon dürfen sich Daniel Hager und Co. aber nicht beirren lassen. Die neue Satzung muss gelebt werden. Für Ungeduld ist da kein Platz.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.
HGS siegt souverän
Der Tabellenführer der Südwestgruppe der 3. Handball-Liga setzte am 18. Spieltag ein deutliches Ausrufezeichen. Die HG Saarlouis gewann am Sonntagnachmittag bei Interaktiv Handball Düsseldorf-Ratingen klar mit 32:23 (14:10). Vor fast 300 Zuschauern in Ratingen ließen die Saarländer über weite Strecken keinen Zweifel an ihrer Überlegenheit und gaben sich auch auswärts keine Blöße. Trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von Top-Torjäger Yves Kunkel präsentierte sich Saarlouis stabil. Torhüter Michel Fiedler überzeugte mit 13 Paraden und entschärfte vier von fünf Siebenmetern der Gastgeber. Ratingen hielt die Partie in der Anfangsphase offen und nutzte kleinere Unsauberkeiten der Gäste, doch Saarlouis blieb auch in schwierigen Phasen – unter anderem in doppelter Unterzahl – konzentriert und setzte sich bis zur Pause ab. Nach dem Seitenwechsel kontrollierte Saarlouis Spiel und Gegner, baute den Vorsprung kontinuierlich aus und ließ Interaktiv nicht mehr näher herankommen. Am Samstag geht es zu Hause gegen Friesenheim weiter.
Sterne des Sports
Jubel bei den Mitgliedern des TV Völklingen im Eventcenter der DZ-Bank in Berlin: Sie sind auf dem vierten Platz bei der Verleihung der legendären Sterne des Sports für Vereine, die sich vor allem um das Ehrenamt kümmern, gelandet und konnten so für die Vereinskasse 1.000 Euro einbringen. Der TV Völklingen hat mit seiner Initiative „Inklusiv. Aktiv. Begeisternd. – Cheerleading für alle“ auch auf bundesweiter Ebene überzeugt. Saar-Innenminister Rheinhold Jost zeigte sich überglücklich: „Die Verleihung der Sterne des Sports in Gold sind für uns nun die Rampe, für die größte weltweite Parasport-Veranstaltung in diesem Jahr, den Special Olympics im Saarland im Juli.“