Sätze verschenkt
Im Heimspiel der Champions-League-Gruppe C zwischen den BR Volleys und Lvi Prag ging es am 27. Januar alleine darum, die vollen drei Punkte einzufahren, um sich dem Einzug ins Viertelfinale weiter zu nähern. Doch die Tschechen erwiesen sich als harte Kontrahenten. Nach klar gewonnenem Auftaktsatz gaben die Berliner Satz zwei knapp ab, gewannen den ebenso engen dritten. In Satz vier lagen sie schon früh mit sieben Zählern in Rückstand, doch spätestens nach der Einwechslung von Nolan Flexen lief es wieder für die Gastgeber. Der hart erkämpfte 3:1-Erfolg war der dritte in vier Spielen. Auch in der Bundesliga gelang vier Tage später daheim kein 3:0. Gegen die FT 1844 Freiburg gewann der Deutsche Meister zwar drei Durchgänge glasklar, gab aber unnötig Satz zwei mit 30:32 ab. Nach ihrem Sieg in Friedrichshafen bleibt die SVG Lüneburg Spitzenreiter vor den punkt-, aber nicht sieggleichen Berlinern.
Serie gerissen
Ein Viertel lang waren die Basketballerinnen von Alba Berlin am 31. Januar in der Sömmeringhalle den Saarlouis Royals gleichwertig – 20:20. Doch während sich die Saarländerinnen auch weiterhin als DBBL-Spitzenteam erwiesen, verließen die Gastgeberinnen schlagartig Wurfglück und Ideen. In logischer Konsequenz setzten sich die Royals verdient mit 70:58 durch und beendeten die zuvor fünf Partien andauernde Alba-Siegesserie. Am besten trafen für Alba Tessa Stammberger (12 Punkte) und Lena Gohlisch (10).
Zum vierten Mal gewonnen
14 Monate hatte er kein Turnier gewonnen – und war dennoch in der Zweijahresrangliste die Nummer eins der Snookerwelt. Aber das German Masters im Berliner Tempodrom ist ein gutes Pflaster für den Engländer Judd Trump. Schließlich gewann er den Titel schon 2020, 2021 und 2024. Pandemiebedingt 2021 allerdings im englischen Milton Keynes. Diesmal waren nur drei Außentische rund um den TV-Tisch aufgebaut, obwohl das Feld mit 128 Teilnehmern gleich groß blieb: 16 Erstrundenmatches wurden bereits am 8. Januar in Sheffield ausgetragen, der Rest dann vom 26. Januar bis 1. Februar am Traditionsort am Anhalter Bahnhof. Trump hatte sich auf sein Sicherheitsspiel konzentriert, um endlich ein Finale zu gewinnen. Ihm im Weg stand dabei über zehn Gewinnframes sein Landsmann, Fanfavorit Shaun Murphy. Doch so überzeugend dieser, gleich Trump, in den Runden zuvor aufgetreten war, so wenig konnte er in den zwei Endspielsessions zeigen. Trump siegte 10:4, gewann zum vierten Mal das German Masters und strich überdies 115.000 der insgesamt 635.000 Euro Preisgeld ein, Murphy immerhin noch knapp 52.000 Euro. Zeit zum Feiern blieb für die Spieler nicht. Sie reisten schon am 2. Februar zum nächsten Turnier nach Hongkong.
Basketball
Luft ausgegangen
Die Berliner Träume vom Viertelfinale in der Basketball Champions League der Männer erhielten am 28. Januar einen ersten Dämpfer. Im ersten Duell der beiden wohl stärksten Teams der Zwischenrundengruppe J trafen AEK Athen und Alba Berlin aufeinander. Während der ersten beiden Viertel war Alba besser, führte zur Halbzeit mit vier Punkten und blieb auch im Abschnitt nach der Pause stets im Spiel. Im Schlussviertel allerdings ging bei den Berlinern nicht mehr viel, und die Griechen hatten schließlich mit 88:80 die Nase vorn. Beste Schützen bei Alba waren Jack Kayil (20 Punkte) und Moses Wood (17). Überschattet wurde die Woche von der Nachricht, dass der Chefcoach der Berliner von 1990 bis 1993, Faruk Kulenović, schon am 24. Januar im Alter von 73 Jahren verstorben ist. Als er sein Amt antrat, spielte der Club noch als BG Charlottenburg in der Sömmeringhalle. Erst zur Spielzeit 1991/92 fand die Umbenennung zu Alba Berlin statt. Er ließ defensiv harten, typisch jugoslawischen Basketball spielen, aber dies mit Erfolg. Zweimal scheiterte er mit seinen Spielern erst in der Endspielserie an Bayer Leverkusen.
3. Halbzeit: Gnadenloses Geschäft
Kürzlich hat das Satire-Format Wumms, das von Radio Bremen verantwortet wird, einen Beitrag, in dem der aktuelle Trainer von Werder Bremen, Host Steffen, auf einen Rollator gestützt abgebildet wurde. Die Sprechblase legt dem Fußballtrainer die Aussage „Ich bringe den Offensiv-Fußball nach Bremen“ in den Mund, und die Antwort des auf dem Bild befindlichen Begleiters lautet: „Ganz genau, Horst. Und jetzt ab zurück nach Elversberg.“ Wer den aufgeräumten, stets zugewandten Steffen in seiner Zeit als Trainer der SVE erlebt hat, der hat sich gefreut, dass er mit 56 Jahren den Sprung in die Bundesliga geschafft hat. Und es ist für den neutralen Beobachter durchaus schmerzhaft zu sehen, wie schnell Steffen in den Mühlsteinen des Geschäfts zerrieben wurde. Als diese Zeilen gedruckt wurden, war Steffen bereits seinen Job wieder los. Dass er seinen Vertrag an der Weser erfüllen wird, daran wird er seit Wochen nicht mehr geglaubt haben. Das Geschäft ist gnadenlos, aber alle Beteiligten wissen, worauf sie sich einlassen. Xabi Alonso führte Bayer Leverkusen zum ersten deutschen Meistertitel, sagte Bayern München und englischen Top-Clubs ab, bis der Trainerposten bei seiner „Jugendliebe“ Real Madrid frei wurde. Der Topf hatte im Sommer endlich seinen Deckel gefunden? Pustekuchen! Ein halbes Jahr später ist das Kapitel schon wieder Geschichte. Und der frühere Saarbrücker Trainer Lukas Kwasniok arbeitete beim SC Paderborn lange und beharrlich auf eine Bundesliga-Chance hin. Beim 1. FC Köln hat er sie im Sommer bekommen. Sechs Monate später hat die organsierte Fan-Szene mit ihm gebrochen. „Kwasi Yok“ (türkisch für Nein), stand unlängst auf einem Banner und ein lokales Medium beantwortete die Frage, ob der Coach noch im Amt sei, mit dem Wortspiel „Quasi Noch“. Nun, über Geschmack lässt sich bekanntermaßen trefflich streiten. Aber über die Tatsache, dass das Profi-Geschäft keine Schwächen verzeiht, auch nicht. Die Fälle Steffen, Alonso und Kwasniok zeigen, dass die Meriten von gestern nichts wert sind. Und: Ein Trainer, der bei einem Verein funktioniert, bringt keine Erfolgsgarantie zum nächsten Club mit. Das wissen alle Beteiligten. Und das als Abfindung titulierte Schmerzensgeld ist auch hoch genug.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.
Verletzung überschattet Sieg
Es hätte so was, wie ein perfekter Abend sein können: In der 3. Handball-Liga ballerte Spitzenreiter HG Saarlouis die Bundesliga-Reserve aus Friesenheim-Hochdorf mit 38:25 (19:9) aus der Festung Stadtgartenhalle. Und als schon alles in Sack und Tüten war, in Minute 54, der Schock-Moment. Hubert Kornecki geht zu Boden, wird Minuten lang behandelt und verlässt mit schmerzverzerrtem Gesicht die Halle: „Schulterluxation“ heißt die Diagnose von Teamarzt Dr. Holger Groß. Ein heftiger Wermutstropfen bei diesem neunten Heimsieg im neunten Spiel. Am Ende hatten die Pfälzer nie eine Chance gegen einen überragenden Tom Paetow, seinem kongenialen Partner Sven Eberlein und einer insgesamt starken Mannschaftsleistung des Tabellenführers, der in eigener Halle weiter ungeschlagen ist. Wieder waren rund 1300 Zuschauer in die Stadtgarten-Festung gekommen und waren am Ende sehr zufrieden mit ihren Jungs. Am Ende fiel der Jubel über den deutlichen Sieg durchaus gedämpft aus, nach der Verletzung von Hubert Kornecki. „Wir werden jetzt enger zusammenrücken in der Mannschaft“, so ein deprimierter Cheftrainer Jörg Lützelberger, der nicht mehr damit rechnet, dass Kornecki bald zurückkehren kann. Schon am nächsten Samstag geht es für das Team mit Heimspiel Nummer 10 gegen die Melsunger Bundesliga-Reserve weiter.
Klarer Sieg
Der 1. FC Saarbrücken Tischtennis bleibt in der Tischtennis-Bundesliga auf Kurs. Beim amtierenden Meister TTF Ochsenhausen setzten sich die Saarländer trotz des Fehlens zweier Stars klar mit 3:0 durch. Schlüsselspieler war Darko Jorgic, der nach 0:2-Satzrückstand gegen Shunsuke Togami noch gewann und in der Liga ungeschlagen bleibt.
Eduard Ionescu und Yuto Muramatsu machten den Auswärtssieg perfekt. Saarbrücken festigte damit Rang drei und unterstrich seine Playoff-Ambitionen. Saarbrücken ist mit nun 22:8 Punkten weiter Dritter und liegt nun schon sechs Zähler vor dem Tabellensechsten TTF Ochsenhausen (16:14). Das nächste Spiel bestreitet der FCS am Dienstag, 10. Februar, um 19 Uhr zu Hause in der Joachim-Deckarm-Halle gegen den TTC Zugbrücke Grenzau. Nach der Partie gab der Verein bekannt, dass mit Darko Jorgic einer der Top-Spieler zum Saisonende abwandern wird. Ihn zieht nach Polen, wie der FCS in einer Presseerklärung mitteilte.