Musikfestspiele
Potsdam macht Licht an
„Es werde Licht!“ Das ist das Motto der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci in diesem Jahr. Von 12. bis 28. Juni sind 37 Veranstaltungen geplant, darunter eine szenische Opernentdeckung, eine konzertante Oper, ein halbszenisch dargebotenes Oratorium, zwei große Open-Air-Konzerte und das traditionelle Fahrradkonzert. Der Kartenvorverkauf dazu hat begonnen. „Das Phänomen des Lichts wird in seinen unterschiedlichen Dimensionen musikalisch erforscht und reflektiert: als Naturereignis, als Symbol, als geistig-philosophische Metapher der Aufklärung oder als Teil unserer Alltagskultur“, kündigen die Musikfestspiele an. Im Eröffnungskonzert widmet sich das Ensemble Correspondances unter der Leitung von Sébastien Daucé dem Sonnenkönig Ludwig XIV. und der Verbindung zu Friedrich II., dessen Selbstverständnis als Apoll des Lichts und der Künste eine ganze Epoche prägte. Als Premiere sind die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci zu Gast im Filmpark Babelsberg. Hier bringen Asya Fateyeva und die „lautten compagney Berlin“ ihr Programm „Dancing Queen“ rund um Kompositionen von Rameau und Hits von Abba auf die Bühne des Vulkans. Ergänzt wird dieses Konzert durch eine Abba-Party.
Karten und Informationen: www.musikfestspiele-potsdam.de
James Gaffigan verlängert
Seit dem sanierungsbedingten vorübergehenden Umzug ins Schillertheater mit Beginn der Spielzeit 2023/2024 übernahm James Gaffigan den Posten des Generalmusikdirektors an der Komischen Oper Berlin.
Nun verlängert er seinen Vertrag, der zunächst bis zum Sommer 2027 geschlossen war, bis 2030. In seiner bisherigen Tätigkeit als Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin leitete Gaffigan zuletzt Neuproduktionen von „Salome“, „Lady Macbeth von Mzensk“ sowie das Projekt „Tausend in Tempelhof“ mit dem Deutschen Symphonie-Orchester und dem Rundfunkchor Berlin im Hangar. Da es ihm am Herzen liegt, junges Publikum anzusprechen, übernimmt er an der Komischen Oper auch die musikalische Leitung der Kinderkonzerte. Gaffigan ist als Gastdirigent bei Orchestern und Opernhäusern in Nordamerika und Europa gefragt. Er arbeitet regelmäßig an der Metropolitan Opera.
Mit Beginn der Spielzeit 2027/28 wird er neben seinem Berliner Amt Musikdirektor an der Houston Grand Opera.
Kulturverführung vom 13. Februar 2026
Ausstellung: Vor 12.000 Jahren schufen Jäger und Sammler in der heutigen Türkei monumentale Anlagen – bis heute sind Archäologinnen und Archäologen damit beschäftigt, diese Bau- und Kunstwerke zu entschlüsseln. In Zusammenarbeit mit der Türkei wurden nun spektakuläre archäologische Funde aus Göbekli Tepe und anderen Orten der Umgebung auf die Museumsinsel Berlin geholt. Mit gewaltigen Statuen, Monumentalgebäuden und massiven, figürlich verzierten T-Pfeilern – stilisierte Menschenbilder von bis zu sechs Metern Höhe – war damals die Welt der Jäger und Sammler am Übergang zur Sesshaftigkeit voller faszinierender Bildwerke und Symbole. Lange bevor Stonehenge errichtet oder die ersten Pyramiden erbaut wurden, schufen die ersten sesshaften Gemeinschaften in der Provinz Şanlıurfa im Südosten der Türkei einmalige Gebäude mit fantastischen, überlebensgroßen Bildwerken. Die Ausstellung in der James-Simon-Galerie zeigt genau diese sowie Alltagsgegenstände und Schmuck, die vom Zusammenleben der Menschen während dieses menschheitsgeschichtlichen Umbruchs erzählen. James-Simon-Galerie, Bodestraße 1–3, 10178 Berlin, Informationen: www.smb.museum
Theater: Wer bin ich, wenn niemand hinsieht? Und wer darf ich sein, wenn alle mich sehen? Diese Fragen wirft der norwegisch-finnische Regisseur Heiki Riipinen in seiner Berliner Inszenierung von Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ auf. Dorian Gray ist jung, schön und begehrt. Sein Äußeres öffnet ihm Türen, verschafft ihm Anerkennung, schützt ihn. Was dieses Bild stört – Schuld, Begehren, Alter – verschwindet. Es landet in einem Gemälde, das niemand sehen darf. „Dorians Geschichte ist kein fernes viktorianisches Märchen. Heute verschwinden Widersprüche in Zahlen, Profilen und Marktwert. Wir glätten Biografien, filtern Emotionen, denn: Sichtbar sein heißt bewertet werden, unsichtbar sein heißt verschwinden“, interpretiert der Regisseur die Geschichte. Premiere ist am 19. März, Karten sind jetzt schon sehr begehrt. Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, 10117 Berlin, Karten und Informationen: www.berliner-ensemble.de
Konzert: Peters Großvater lebt mit vielen Tieren in der Nähe des Waldes. Dort wohnt auch ein Wolf, der es auf Peters tierische Freunde abgesehen hat. Doch der clevere Junge weiß, wie er seine Freunde beschützen kann: den flatternden Vogel, die watschelnde Ente, die schleichende Katze. Jedes Tier erklingt mit seiner eigenen Melodie in Prokofjews Musikmärchen „Peter und der Wolf“. Autor und Sprecher Tilman Birr bringt die Erzählung am 22. Februar in einer neuen Version auf die Bühne. Dabei: eine Geräuschemacherin und Mitglieder der Berliner Philharmoniker. Philharmonie Berlin, Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin, Karten und Informationen: www.berliner-philharmoniker.de Martin Rolshausen