Warten auf den Start
Nachdem bereits alle Partien des 20. Spieltags (30.01.-01.02.) wegen der winterlichen Witterung abgesetzt worden waren, kamen die Berliner Vertreter in der Regionalliga Nordost am vergangenen Wochenende erneut nicht zum Zug. Wegen ihrer Punktspielabsagen vereinbarten Hertha BSC II und die VSG Altglienicke so auf dem Kunstrasenplatz im Olympiapark einen gemeinsamen Test, der 1:1 endete (Tore: Trus – Sylla). Der BFC Dynamo, der zuvor schon einmal „erfolgreich“ zum Testen ins Neuruppiner Volksstadion ausgewichen war, wurde diesmal an selber Stelle gegen Phönix Lübeck aber doch noch von Schnee und Eis ausgebremst. Völlig überraschend kam die Absage jedoch nicht, konnte doch am Abend zuvor bereits die Partie des Ligarivalen BFC Preussen an selber Stelle ebenfalls nicht stattfinden. Die Lankwitzer verzichteten auf einen weiteren Test, auch der FC Hertha 03 organisierte sich keinen alternativen Gegner – beide Teams sollten schließlich diesen Mittwoch im Nachholspiel aufeinandertreffen (bei Redaktionsschluss nicht beendet).
Endspiel bleibt in Berlin
Das DFB-Pokalfinale bleibt vorerst im Olympiastadion – der DFB gab vergangene Woche die Verlängerung des Vertrags mit dem Land Berlin bis 2030 bekannt. „Das DFB-Pokalfinale in Berlin ist ein fester Bestandteil des deutschen Fußballs und ein echtes Highlight für Fans und Vereine“, bekräftigte DFB-Präsident Bernd Neuendorf zu diesem Anlass. „Wir wollen den Fans weiterhin ein unvergleichliches Erlebnis bieten, die besondere Atmosphäre dieses Finales bewahren und freuen uns, diese Erfolgsgeschichte gemeinsam mit Berlin fortzuschreiben.“ Seit 1985 ist die Arena im Westend feste Austragungsstätte des Endspiels in diesem Wettbewerb – die bisherige Abmachung galt bis zum Sommer 2026. Dabei zog der DFB nun Konsequenzen aus den 2024 und 2025 aufgetretenen Problemen beim Zutritt: „Im Zuge der Verlängerung wird die Infrastruktur des Olympiastadions weiter verbessert: ein zentraler Bestandteil ist der Ausbau des Einlasses Süd, um den Zugang für Fans zu erleichtern und Wartezeiten zu reduzieren.“
Heimschwäche hält an
Rückschlag für die Frauen des 1.FC Union in der Bundesliga: am Sonntag unterlagen die Köpenickerinnen durch ein spätes Gegentor mit 1:2 gegen Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena. Damit haben die „Eisernen“ keines ihrer letzten fünf Heimspiele gewinnen können, dazu war man im November auch zu Hause im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen die Thüringerinnen ausgeschieden. Heiseler (66.) hatte dabei nach 0:1-Rückstand für den Ausgleich gesorgt, in der Nachspielzeit kassierten die Unionerinnen aber noch den entscheidenden Treffer zum 1:2-Endstand. In der 2. Liga erkämpfte sich Viktoria Berlin im Duell der Aufsteiger bei Mainz 05 ein torloses Remis. „Matchwinnerin“ für die Hauptstädterinnen war dabei die erst im Winter vom 1. FC Union verpflichtete Torhüterin Melanie Wagner, die in der Schlussphase einen Foulelfmeter parieren konnte. Sowohl Mainz (28 Punkte) als auch Viktoria (24) bleiben damit nach dem 16. Spieltag klar auf Kurs Klassenerhalt.
Regionalliga Nordost
Wechsel bei Preussen
In der Regionalliga Nordost hat der BFC Preussen weiter den Kader justiert: Dem und Fisch (beide Ziel unbekannt) wurden etwa abgegeben sowie Gouano zur Reserve (Landesliga) beordert. Dazu präsentierte der Aufsteiger sechs Neue: Butkovic (21, Angriff – Bosnien), Götze (21, Angriff – Mainz 05 II), Iraqi (26, Angriff – SV Tasmania), Kühn (23, Angriff – USA), Schröder (20, Mittelfeld – Luckenwalde) und Voahariniaina (28, Mittelfeld – Hertha 03). Ligakonkurrent BFC Dynamo verpflichtete mit Kuffour (23) einen Abwehrspieler, der Regionalligaerfahrung hat (77 Einsätze für Ahlen, Zwickau) und zuletzt beim SV Amstetten (2. Liga/AUT) spielte. Hertha BSC II meldete außerdem Verteidiger Decker als Zugang – der 19-Jährige spielte bereits 25-mal in der 3. Liga (FC Ingolstadt). Eine Liga tiefer hält die Abwanderungswelle bei Viktoria Berlin an: Ari (Wilmersdorf), Dazuk (Sparta), Hasani (2. Liga Kosovo), Schultze (Croatia), Seitz (Babelsberg U19), Strand (Mariendorf) und Zekir Oglou (Lichtenberg 47) verließen das Schlusslicht.
Eklat im Zug
Nachdem es im Sonderzug der Fans des VfL Osnabrück auf dem Weg zum Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken Ende Januar zu einem Rassismus-Vorfall gekommen war, hat sich der Tatverdächtige inzwischen der Polizei gestellt.
Wie der NDR unter Berufung auf die Bundespolizei berichtet, habe ein 32-Jähriger die Tat zugegeben. Der Mann muss sich nun wegen Beleidigung und Volksverhetzung verantworten. Konkret hatte er während der Fahrt drei aus Somalia stammende Männer, die im Zug als Reinigungskräfte eingesetzt waren, mit abwertenden Gesten sowie Affenlauten diskriminiert und soll gefragt haben, ob sie Bananen haben wollen.
Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen Einzeltäter. Andere mitreisende Fans sollen sich unauffällig verhalten haben.
3. Liga finanziell so stabil wie nie
Die 3. Liga steht wirtschaftlich so gut da wie noch nie. Das ist das zentrale Ergebnis des Saisonreports 2024/25, den der Deutsche Fußball-Bund vorgestellt hat. Sowohl Einnahmen als auch Ausgaben erreichten neue Rekordwerte, gleichzeitig verringerte sich die Zahl der defizitären Klubs.
Insgesamt setzten die Drittligisten 334,79 Millionen Euro um – rund 15 Prozent mehr als in der Vorsaison.
Die durchschnittlichen Einnahmen pro Klub lagen bei 19,7 Millionen Euro. Haupttreiber waren steigende Erlöse aus Ticketverkäufen (4,2 Millionen Euro) und Sponsoring (6,4 Millionen Euro), das mit knapp 33 Prozent die größte Einnahmequelle darstellt.
Parallel stiegen die Ausgaben auf insgesamt 348,7 Millionen Euro.
Im Schnitt gab jeder Verein 20,52 Millionen Euro aus.
Größter Kostenfaktor blieb der Personalaufwand für Profis mit durchschnittlich 6,4 Millionen Euro. Trotz der hohen Ausgaben erwirtschafteten zwölf Klubs einen Gewinn, nur sieben schrieben rote Zahlen. Das durchschnittliche Eigenkapital war zum sechsten Mal in Folge positiv.
DFB
Freispruch
Fünf Jahre nach einer Razzia in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist Prozess gegen den letzten verbliebenen Angeklagten mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Die 2. große Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt/Main sah es als erwiesen an, dass sich Stephan Osnabrügge, von April 2016 bis März 2022 Schatzmeister des DFB, und der Verband nicht der Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben. „Dieser Freispruch ist eindeutig, klar – und ohne jede Einschränkung“, begründete die Vorsitzende Richterin Eva-Marie Distler ihr Urteil. „Stephan Osnabrügge ist zum Spielball zwischen DFB und den Finanzbehörden geworden.“ Laut Distler gebe es „keine Anhaltspunkte“ für ein Fehlverhalten Osnabrügges oder anderer DFB-Verantwortlicher. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.
Homburg gewinnt Test
Der FC 08 Homburg hat sein Testspiel im Trainingslager in der Türkei souverän gewonnen. Gegen den Tabellenführer der Regionalliga Nord, den SV Meppen, setzte sich der FCH nach einer ungewöhnlichen Spielzeit von dreimal 45 Minuten mit 4:1 durch. Trotz einiger Ausfälle zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Roland Seitz eine überzeugende Leistung.
Nicht zur Verfügung standen Sean Busch (Sprunggelenksverletzung) sowie Niklas Zapotoczny, Nils Röseler, Elias Cervenka und Steffen Nkansah (alle krank). Zudem verletzte sich Lukas Hoffmann am ersten Trainingstag am Oberschenkel und trat die Heimreise an. Der FCH bestimmte früh das Spiel und ging bereits in der achten Minute durch Kaan Inanoglu in Führung. Miguel Gonçalves erhöhte kurz vor der ersten Pause mit einem Distanzschuss auf 2:0. Auch nach zahlreichen Wechseln blieb Homburg spielbestimmend. Armend Qenaj traf in der 73. Minute zum 3:0, ehe Hilal El-Helwe einen Foulelfmeter zum 4:0 verwandelte. Meppen gelang kurz vor Schluss noch der Ehrentreffer.
„Es war ein guter Test gegen einen guten Gegner. Wichtig ist vor allem, dass sich niemand schwer verletzt hat“, zog Seitz ein positives Fazit. Der letzte Test der Wintervorbereitung steigt am heutigen Freitag gegen den Bahlinger SC.