Erneuter Nackenschlag
Die Berlin Recycling Volleys spielen weiterhin eine trotz 17 Liga-Erfolgen in Serie und Platz 2 in der Tabelle nur mäßig überzeugende Saison. Beim Tabellenzwölften ASV Dachau pausierte Diagonal-Star Jake Hanes. Stellvertreter Daniel Malescha steuerte 23 Punkte bei. Dennoch war der Deutsche Meister nicht auf höchstem Konzentrations- und Annahme-Level. Die niedrige Halle in Dachau machte den Berlinern stark zu schaffen. So mussten sie in den Tiebreak-Satz Nummer 5, gewannen diesen nur knapp. Auch beim Heimspiel gegen die Baden Volleys des SSC Karlsruhe vier Tage später hatten die Berliner unnötig viel Mühe. Am Ende stand ein in den Einzelsätzen wenig überzeugendes 3:0. Überschattet wurde das Spiel von der erneuten Verletzung von BRV-Mittelblocker Nehemiah Mote. Er feierte gegen Karlsruhe sein Comeback nach langer Verletzung. In Satz 2 knickte er schwer um und musste vom Platz getragen werden.
Im Mittelfeld eingenistet
Es waren in den letzten Jahren immer spannende, intensive Begegnungen zwischen den TK Hannover Luchse und den Basketballerinnen von Alba Berlin. Diesmal trafen beide Teams als Vierte (Hannover) beziehungsweise Fünfte (Alba) der DBBL aufeinander. Am 8. Februar in der Sporthalle Birkenstraße in Hannover-Südstadt fiel bei Alba Forward Marie Bertholdt aus. Das machte sich in Brettnähe durchaus bemerkbar. Die Berlinerinnen mussten sich fast ausschließlich auf die Scorer-Fähigkeiten von Guard Deeshyra Thomas und Distanzschützin Nina Rosemeyer verlassen. Thomas rettete Alba mit ihrem Treffer zum 57:57 noch in die Verlängerung, doch dort brachen viele Unkonzentriertheiten und anhaltendes Wurfpech Berlin das Genick. Mit dem 60:69 rutschte Alba auf Rang 6 ab, Hannover kletterte auf den dritten.
Die Hauptstadt ist fast außen vor
Das natürliche Endspiel im deutschen Wasserball-Pokal der Männer hatte das Los ja bereits am 13. Dezember als Achtelfinale angesetzt. Und wieder einmal hatte damals Waspo Hannover gegen die Wasserfreunde Spandau 04 die Nase vorn – mit 17:12. Doch die Hauptstadtregion hatte im Viertelfinale noch zwei Eisen im Feuer. Doch der OSC Potsdam scheiterte 9:15 beim ASC Duisburg, später scheiterte die SG Neukölln bei Waspo spektakulär nach zuerst fast vier torlosen Minuten noch mit 11:34. Im Final Four am 1. und 2. Mai stehen mit dem ASC und dem SV 98 zwei Duisburger sowie Waspo und den White Sharks zwei Hannoveraner Clubs. Bei den Frauen, die in einer gemeinsamen Veranstaltung mit den Männern ihren Pokal ausspielen, ist hingegen Spandau genau wie Blau-Weiß Bochum per Freilos im Endturnier.
Hockey
Titel klar verpasst
Die Meisterschafts-Saison im deutschen Hallenhockey kulminierte am 7. und Februar beim Volvo E.R.B. Final4 in der Süwag Energie Arena in Frankfurt am Main. Aus Berlin hatte es ein Vertreter ins Halbfinale geschafft: die Frauen vom Berliner Hockey-Club als Erster der Oststaffel; der TuS Lichterfelde war im Viertelfinale ausgeschieden. Hoffnung auf den Titel gab die Tatsache, dass der BHC mit den Nationalspielerinnen Benedetta Wenzel und Philine Drumm antrat, der besten Torschützin der Hauptrunde mit 28 Toren in acht Spielen. Gegner im Halbfinale war Rot-Weiss Köln (West-Zweiter), zuletzt 2022 im Final Four. Die Rheinländerinnen erwiesen sich als deutlich effizienter im Abschluss und die BHC-Deckung als löchrig. Nach dem 2:6-K. o. brachte es BHC-Kapitänin Alina Jäger auf den Punkt: „Wir waren immer einen Schritt zu langsam.“ Im Finale gewann der Düsseldorfer HC mit 3:2 gegen die Kölnerinnen seine fünfte Deutsche Meisterschaft. Im Männer-Finale holte sich der UHC Hamburg mit einem 5:4 gegen den Mannheimer HC zum vierten Mal den Titel. Ostmeister Zehlendorfer Wespen hatte schon im Viertelfinale die Segel streichen müssen.
3. Halbzeit: Kuntz in der Falle
Ist Stefan Kuntz ein Mann mit zwei Gesichtern, wie es ein überregionales Magazin kürzlich schrieb? Klar ist, es gibt den öffentlichen Kuntz und den privaten. Das ist bei „Berühmtheiten“ übrigens keine Seltenheit. Der gelernte Polizist hat aus seiner Karriere viel gemacht. Er ist ein Stehaufmännchen. Als Trainer galt er früh als gescheitert, als Funktionär war er es zu Ende seiner Lauterer Zeit eigentlich auch schon. Er hat sich immer wieder selbst erfunden, brachte die deutsche U21 zurück in die Weltspitze und führte dann den Hamburger SV zurück in die Bundesliga. Das schafft man in der Schlangengrube Profifußball nur, wenn man hart ist. Zu sich und zu anderen. Privat ist Kuntz ein echter Saarländer. Er kann Anekdoten erzählen, ist nahbar. Er ist ein Typ, der sein Gegenüber gerne mal in den Arm nimmt und mit dem man schnell per Du ist. Auf der anderen Seite kann Kuntz auch rustikal. Ein negativer Bericht kann ausreichen, um jahrelang mit einem Interview-Boykott überzogen zu werden. Auch das ist branchenüblich. In Kaiserslautern war bekannt, dass der „Sunnyboy“ den Verein mit harter Hand führte, dutzendweise Mitarbeiter verschliss. „Kuntz rasiert ohne Schaum“, sagte mal ein ehemaliger Trainer über ihn. Nun scheint die beachtliche Karriere von Stefan Kuntz ein unrühmliches Ende zu finden. Was genau hinter den Kulissen des HSV passiert ist, wissen nur die Beteiligten. Möglich, dass erst ein Gerichtsverfahren die Wahrheit ans Licht bringen wird. Der Vorwurf eines auflagenstarken Magazins, dass Kuntz stellvertretend für Frauenfeindlichkeit im deutschen Fußball stünde, geht aber an der Realität vorbei. Die Profiabteilung des HSV hat rund 300 Mitarbeiter. Es handelt sich um ein Wirtschaftsunternehmen. Gerüchte, dass der Chef der Sekretärin nachsteigt, gibt es in einer Firma dieser Größenordnung fast zwangsläufig. Gut möglich, dass sich Kuntz falsch verhalten hat. Ebenso gut möglich ist, dass er Opfer einer Intrige wurde. Denn der Unterschied zum normalen Betrieb ist die Öffentlichkeit des Fußballs. Kuntz sitzt in der Falle. Ob er sich da selbst reinmanövriert hat oder reingelegt wurde, ist fast schon zweitrangig. Denn das Ende seiner Karriere ist absehbar.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.
Calderano kommt
Mit einem Top-Transfer setzt der 1. FC Saarbrücken Tischtennis ein deutliches Signal: Hugo Calderano, Weltranglisten-Dritter und aktueller Weltcup-Sieger, schlägt künftig für den FCS auf. Der Brasilianer zählt seit Jahren zur Weltelite und soll nach dem Abgang von Darko Jorgic die Führungsrolle übernehmen. „Einer der besten Spieler der Welt“, betont Manager Erwin Berg. Calderano will in Liga, Pokal und Champions League angreifen. Auch dahinter rüstet Saarbrücken auf. Mit Álvaro Robles kommt der Doppel-Vizeweltmeister von 2019, der Erfahrung und Stabilität ins Team bringt. Zudem stößt Talent Albert Vilardell aus Mainz dazu. Dagegen werden auch Cedric Meissner und Yuto Muramatsu den Verein verlassen.
HGS siegt weiter
Die HGS Saarlouis bleibt in eigener Halle ungeschlagen. Gegen die Bundesliga-Reserve der MT Melsungen setzte sich der Tabellenführer der 3. Liga Südwest mit 34:25 (17:14) durch und feierte den zehnten Heimsieg im zehnten Spiel. Lange tat sich das Team von Jörg Lützelberger jedoch schwer. Personelle Ausfälle – unter anderem die schwere Verletzung von Hubert Kornecki und Sven Eberlein (Grippe) – erschwerten die Vorbereitung, die Partie blieb bis zur 40. Minute beim Stand von 20:20 offen. Dann folgte die entscheidende Phase: Zwölf Minuten ohne Gegentor nutzten die Saarländer zu einem 10:0-Lauf und zogen auf 30:20 davon.
Kapitän Tom Paetow übernahm früh Verantwortung und erzielte vier der ersten sechs Treffer. Auch Silas Geis sowie die Routiniers Yves Kunkel und Lars Weißgerber prägten das Spiel. Im Tor stabilisierte Finn Zecher die Defensive. Vor 1.300 Zuschauern sorgte der Zwischenspurt schließlich für klare Verhältnisse. Lützelberger zeigte sich zufrieden mit Einsatz und Moral seiner Mannschaft. Für die HGS geht es erst am 21. Februar in Haßloch beim Vorletzten weiter.