Um einen Satz
Nach der Auswärtspleite auf Gran Canaria mussten die Berliner Volleyballer am letzten Gruppenspieltag der Champions League auf Unterstützung von Lvi Prag gegen Las Palmas hoffen, während die eigenen Chancen gegen das Überteam Sir Sicoma Perugia minimal waren. Prag tat sein Bestes, verlor allerdings im Tiebreak doch noch 2:3. Somit musste der Deutsche Meister zu Hause gegen Perugia unbedingt einen Satz gewinnen, um gegenüber Las Palmas auf Rang zwei einzulaufen. Perugia aber ließ nichts zu, siegte 3:0. So verpassten die BR Volleys sogar den letzten Playoff-Platz als bester Dritter. Für sie geht es in den Playoffs des CEV-Pokals weiter.
Pech: Gegner ist das nächste italienische Top-Team mit Gas Sales Bluenergy Piacenza, zuerst am 4. März in Berlin, eine Woche später in Italien. Im VBL-Heimspiel gegen die Volley Goats Mitteldeutschland bekam Berlins junge Garde viel Spielzeit, für ein überlegenes 3:0 reichte es aber dennoch.
Olympia
Olympisches Gold sollte es werden, wie acht Jahre zuvor bei Aljona Sawtschenko und Bruno Massot, und nach dem Kurzprogramm lag das Berliner Eiskunstlaufpaar Minerva-Fabienne Hase/Nikita Volodin auch deutlich in Führung. In der Kür lieferten allerdings die japanischen Weltmeister Riku Miura/Ryuichi Kihara eine perfekte Vorstellung ab. Hase/Volodin hingegen patzten mehrfach und rutschten sogar noch auf den Bronzerang ab. Das zweite Berliner Paar Annika Hocke/Robert Kunkel landete auf Platz 10. Bob-Anschieber Georg Fleischhauer (SV Motor Babelsberg) ermöglichte seinem Piloten Johannes Lochner gleich zweimal die Erfüllung seines Lebenstraumes. Hatte Lochner immer im Schatten seines Konkurrenten Francesco Friedrich gestanden, so trat der 35-Jährige zum Karriereende endlich ins Licht und holte sich den Olympiasieg im Zweierbob (vor Friedrich und Adam Ammour) und im Viererbob (erneut vor Friedrich, Ammour mit Anschieber Joshua Tasche aus Brandenburg verpasste knapp Bronze).
Harte Arbeit
Am 19. Februar war der vorzeitige Einzug ins Viertelfinale der Handball-Champions-League perfekt. Die Füchse mühten sich lange bei Dinamo Bukarest und führten zur Pause nur mit einem Treffer. Durch bessere Verteidigung setzten sich die Berliner aber in Hälfte Zwei ab und erarbeiteten ein 27:21.
Beim HBL-Tabellen-Sechzehnten Bergischer HC stand am 22. Februar die B-Note ebenfalls im Hintergrund. Es zählte lediglich der Sieg. Die Füchse verspielten eine höhere Führung wieder, doch auch dank Tim Freihöfer (elf Tore) und Mathias Gidsel (neun) nahmen sie schließlich mit 35:28 die Punkte mit und rückten wieder auf Rang zwei. „Wir mussten 60 Minuten konzentriert bleiben, um dieses Spiel für uns zu entscheiden. Das haben wir glücklicherweise fast geschafft. Deshalb sind wir auch sehr zufrieden mit den beiden Punkten, die beim BHC nicht selbstverständlich sind“, sagte Füchse-Coach Nicolej Krickau nach der Partie.
Basketball
Pokal verspielt
Die Generalprobe am 17. Februar ging komplett daneben. Im letzten BBL-Spiel vor dem Pokal-Top-Four lag Alba Berlin daheim gegen die Veolia Towers Hamburg zwischenzeitlich 26 Punkte hinten, kämpfte sich zurück ins Spiel, um dann doch mit 87:93 zu verlieren. Vier Tage darauf lieferten die Berliner im Pokal-Halbfinale richtig ab. Im SAP Garden von München hatte Bamberg zuvor sensationell die Bayern nach Verlängerung eliminiert. Alba blieb gegen die EWE Baskets Oldenburg in allen Bereichen konsequent und siegte 98:78. Im Finale fielen weder bei Bamberg noch bei Berlin die Würfe wie tags zuvor. Alba hatte die Rebound-Hoheit, machte aber zu wenig daraus, warf den Ball zu oft weg. Dafür vergaben die Franken Freiwurf um Freiwurf. In der Schlussphase ließ sich Alba den sicher geglaubten Sieg noch entreißen. Bamberg holte mit 74:72 den BBL-Pokal. Albas Frauenteam schlug am 20. Februar den Mitteldeutschen BC mit 75:65.
3. Halbzeit: Eine Frage des Geldes
In den vergangenen Wochen gingen die Wogen in der 3. Fußball-Liga wieder hoch. Nach dem nicht gegebenen Siegtreffer für Energie Cottbus im Spiel gegen Waldhof Mannheim folgten umgehend die Forderungen der nach der Einführung des Video-Assistenten in der höchsten Spielklasse des DFB oder zumindest zur Nutzung der Torlinientechnik. Doch dazu wird es nicht kommen. In der vergangenen Woche fand die Manager-Tagung in der Frankfurter DFB-Zentrale statt. In einigen dürren Worten teilte der Verband schließlich mit, dass man sich gegen einen VAR in der kommenden Saison entschieden habe. Statt des handelsüblichen VAR wird in der 3. Liga aber aus Kostengründen der sogenannte FVS – Football Video Support – als Alternative geprüft. Eine Art Challenge-System, wie man es aus der NFL kennt, und das nur bei spielentscheidenden Situationen wie Toren, Elfmeterpfiffen und Platzverweisen eingesetzt werden soll. Aktuell wird es in der 3. italienischen Liga getestet. Die Club-Chefs waren sich aber einig, dass dies für die 3. Liga nur in Frage kommt, wenn ein Einvernehmen auch unter den eigenen Fans besteht. Von dort hatte es immer wieder Protest gegeben. Es ist paradox. Ausgerechnet die, die am lautesten über die Schiedsrichter meckern, sollen mit ins Boot genommen werden? Es gibt Argumente für und gegen den VAR. Unter anderem der Hinweis, dass sich viele Fehlentscheidungen im Laufe einer Saison ohnehin ausgleichen. In der 3. Liga herrsche noch Fußball pur, sagen Romantiker. Auf der anderen Seite hatte die „Premiumliga“ des DFB in der vergangenen Saison erstmals die Schallmauer von 300 Millionen Euro Umsatz durchbrochen. Ein Blick in die ersten beiden Ligen zeigt: Der VAR kostet pro Spiel rund 20.000 Euro. In der 20er-Liga würde dies etwa 7,5 Millionen Euro pro Saison bedeuten. Das ist viel Geld, aber nicht utopisch viel, wenn es darum geht, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Darüber, ob das so wäre, darf man getrost streiten. Auf der anderen Seite muss man sich dann aber vor die Unparteiischen stellen. Ein Tor oder Nicht-Tor wie im Getümmel von Cottbus ist weder vom Schiri noch von seinen Assistenten zu erkennen.
Dominique Rossi, Sport-Redakteur bei FORUM.
HGS marschiert weiter
Die HG Saarlouis bleibt in der Südwest-Staffel an der Tabellenspitze. Beim Tabellenvorletzten TSG Haßloch setzte sich das Team von Trainer Jörg Lützelberger deutlich mit 40:18 (21:7) durch.
Bereits in der Anfangsphase stellten die Saarländer die Weichen auf Auswärtssieg. Nach vier Minuten führte die HGS mit 4:0 und nutzte in der Folge die Fehler der Gastgeber konsequent aus. Zur Pause war die Begegnung beim Stand von 21:7 praktisch entschieden. Erfolgreichste Werfer waren Zeb Bjerneld mit elf und Elyas Noh mit zehn Treffern. Die beiden schwedischen Neuzugänge Zeb Bjerneld und Olle Österhall, die erst wenige Tage vor dem Spiel zur Mannschaft gestoßen waren, fügten sich nach kurzer Trainingszeit nahtlos ein. Im Tor überzeugte Daniel Schlingmann mit 20 Paraden und einer Quote von 53 Prozent.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Haßloch mit einer offensiveren Deckung gegenzusteuern, ohne das Spiel noch einmal entscheidend zu beeinflussen. Saarlouis verwaltete den Vorsprung souverän bis zum Ende.
Doberstein verliert Titel
Der saarländische Profiboxer Jürgen Doberstein, 37, hat seinen Weltmeistertitel im Supermittelgewicht-Boxen verloren. Er unterlag seinem französischen Herausforderer Pierre Hubert Dibombe. In der sechsten Runde der Saarlouiser „Fight Night“ am Samstagabend landete Dibombe mit einem Linksausleger einen Treffer am Kopf des saarländischen Profis. Doberstein ging zu Boden und der Ringrichter zählte ihn an. Zwar kam Doberstein wieder auf die Beine, doch der Unparteiische entschied auf K. o. und Dibombe wurde zum Sieger und neuen Weltmeister des Verbandes GBC erklärt. Nach dem Kampf sprach Doberstein vom „schlimmsten Tag“ seiner bisherigen Karriere. Noch im Ring forderte er einen Rückkampf, den Dibombe auch nicht ablehnte. „Warum nicht? Ich bespreche das mit meinem Team. Aber es ist eine Möglichkeit“, sagt der Franzose.