Thema Familie
Chöre im Humboldt Forum
Von den Bulgarian Voices bis zu den Pet Shop Bears: Neun sehr unterschiedliche Berliner Chöre kommen am Wochenende vom 18. und 19. April zum Vielstimmig-Festival im Humboldt Forum zusammen. Mit Kurzkonzerten auf allen Etagen bringen sie das ganze Haus zum Klingen. Als Höhepunkte der Veranstaltung sammeln sich alle Chöre – mehr als 200 Stimmen – zweimal täglich auf den Galerien des Foyers, um von drei Seiten aus miteinander zu singen. „Vielstimmig III“ ist nach zwei erfolgreichen Ausgaben die dritte Kooperation der Stiftung Humboldt Forum im Stadtschloss mit dem Chorverband Berlin. Inhaltlich ist das Festival vom Jahresthema des Humboldt Forums inspiriert: „Beziehungsweise Familie“. „Ob Ort von Frieden und Geborgenheit oder Keimzelle für Streit und Trauma: Familie berührt alle, Familie lässt niemanden kalt. Die dritte Ausgabe von ,Vielstimmig‘ leuchtet auf musikalische Weise das wechselvolle Beziehungsgeflecht aus, welches das vielschichtige System Familie in uns Menschen auslöst“, teilt das Humboldt Forum mit. Zusätzlich zum Besuch der Konzerte haben sangesfreudige Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich bei offenen Workshops in der Mechanischen Arena musikalisch zu erproben. Neben dem regulären Programm bietet „Vielstimmig III“ an beiden Tagen auch einen offenen Workshop mit dem Kinderkonzerthaus „Kleine Lotte“ an.
Neuer Kulturfonds-Chef
Hermann Parzinger, der ehemalige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, wird neuer Kurator des Hauptstadtkulturfonds. In dieser Funktion wird Parzinger unter anderem die Sitzungen der Jury leiten, gemeinsam mit dieser die eingereichten Projekte beurteilen, Beratungsgespräche führen und den Hauptstadtkulturfonds repräsentieren. Der Hauptstadtkulturfonds ist eines der zentralen Förderinstrumente des Bundes zur Stärkung der zeitgenössischen Kunst und Kultur. Er unterstützt Projekte mit überregionaler und internationaler Ausstrahlung und trägt damit dazu bei, Berlin als kulturelles Zentrum von nationaler Bedeutung zu profilieren. Hermann Parzinger studierte Archäologie und Geschichte. Er leitete viele Jahre das Deutsche Archäologische Institut. Er führte archäologische Forschungen in Ländern des Nahen und Mittleren Ostens sowie in Zentralasien und Sibirien durch und förderte auch den kulturellen Austausch mit diesen Ländern. Von 2008 bis 2025 war er Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Kulturverführung vom 6. März 2026
Theater: Das Gorki Theater feiert jedes Jahr traditionell Newroz, das Fest der Freiheit und des Widerstands. Für ihr erstes Berlin-Konzert präsentieren Muskila und Simona Abdallah dazu am 21. März eine Live-Performance, die, wie das Theater mitteilt, „in der rohen Energie nahöstlicher Percussion und alternativer elektronischer Musik verwurzelt ist. Gemeinsam schaffen die beiden einen Sound, der auf Widerstand, Feiern und interkulturellem Erzählen basiert – eine Hommage an ihre Wurzeln, die zugleich in futuristische Clubkontexte hineinführt. Auf der Bühne verschmelzen Bewegung, visuelle Elemente und eine rituelle Intensität zu einem immersiven Erlebnis, das über den Rahmen eines herkömmlichen Konzerts hinausgeht“, versprechen die Theaterleute. Begleitet wird der Abend von Orientalisman, eine kurdische DJane aus Hannover. Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin, Informationen und Karten gibt es unter: www.gorki.de
Comic: „Ein feines Gespür für die Absurditäten des menschlichen Alltags“ unterstellt die Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda dem Comic-Künstler Max Baitinger. Deshalb hat sie ihn eingeladen, am 11. März um 19 Uhr sein neues Werk „Hallimasch“ vorzustellen. Darum geht es darin: Dietrich, genannt Dietz, ist 48. Zusammen mit Volker, einem Musiker und notorischen Langfinger, fährt er übers Wochenende nach Leipzig, um nach Jahren den gemeinsamen Schulfreund Acki zu besuchen. In Leipzig angekommen, fehlt den beiden allerdings immer noch eine wesentliche Information: Ackis neue Adresse. Während sie auf Nachricht warten, schlagen sie die Zeit tot mit Kneipen- und Museumsbesuch, und Volker kann nicht widerstehen, ein antikes Schwert aus der Ausstellung zu entwenden. Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda, Frankfurter Allee 14A, 10247 Berlin
Ausstellung: Die Galerie Wedding zeigt bis zum 10. Mai die Ausstellung „Malplaquetstraße 33 – Jugend einer Monteurin“ von Ahu Dural. Die 1984 in Berlin geborene Künstlerin hat unter anderem an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert und untersucht das Zusammenspiel zwischen migrantischen Biografien, Architektur und kreativer Arbeit. In der Ausstellung geht sie Ereignissen im Leben ihrer Mutter nach, die in unmittelbarer Nachbarschaft der Galerie wohnte, nachdem sie im Alter von elf Jahren mit ihrer Familie aus der Türkei gekommen war. „Die Skulpturen bestehen aus meist industriegefertigten Grundelementen, die sie mit Fotografien, Textilien oder Alltagsobjekten kombiniert. Sie erzählen vom Ankommen und Arbeiten, migrantischen Lebenswelten und industriellen Rhythmen, aber auch von Erinnerung als montageartigem Prozess“, erklärt die Kuratorin Eylem Sengezer. Galerie Wedding, Müllerstraße 146/147, 13353 Berlin, Eintritt frei, Informationen: www.galeriewedding.de Martin Rolshausen