Loriot-Abend
„Die Ente bleibt draußen!“
Vicco von Bülow alias Loriot ist seit 15 Jahren tot – seine Kunst lebt weiter. Am 5. April, 14.30 Uhr, werden im Berliner Tempodrom einige seiner Sketche auf die Bühne gebracht. Das Ensemble präsentiert Loriots brillant beobachtete groteske Situationen des Alltags und verspricht, „die liebevoll unsinnigen und verrückten Szenen detailgetreu zu spielen“. Die Szenenwechsel werden musikalisch begleitet. Ob es die legendäre Ente des Herrn Müller-Lüdenscheidt in der Badewanne ist, die Eheberatung, die Parkgebühren, der Lottogewinner Erwin Lindemann oder das schiefe Bild an der Wand – allein schon der Gedanke daran lässt viele Menschen grinsen. „Die Ente bleibt draußen“, „ein Klavier, ein Klavier“ oder „Das Ei ist hart“ dürfen nicht fehlen. Ein beherztes „Ach was“ bringt die Zuschauer ebenso zum Lachen, wie die Bemerkung „Sie haben da was!“. Die Aufführung dauert 100 Minuten, die von 20 Minuten Pause unterbrochen werden. Die Veranstalter kündigen an: „Das Publikum kommt aus dem Lachen nicht heraus, viele Erinnerungen werden wach bei der Auswahl an urkomischen und verrückten Ausschnitten aus dem vielseitigen Repertoire des grandiosen Pedanten.“
Karten und Informationen: www.tempodrom.de
Gedenktafel für Dora Hitz
Die Senatsverwaltung für Kultur erinnert mit einer Gedenktafel am Lützowplatz 17 in Tiergarten an die Künstlerin Dora Hitz. 1894 bezog sie eine Wohnung mit Atelierräumen in der vierten Etage an diesem Ort, wo sie bis zu ihrem Tod mit 71 Jahren am 20. November 1924 lebte – viele Jahre davon gemeinsam mit ihrer Lebenspartnerin, der Künstlerin Maria von Brocken. Hier eröffnete Hitz eine eigene Malschule, in der sie angehende Malerinnen ausbildete. Heute existiert das frühere Wohnhaus nicht mehr. Nach dem Studium an der Kunstschule für Mädchen in München, Stationen am rumänischen Königshof, in Paris und Dresden, kam sie 1893 dauerhaft nach Berlin. Hitz prägte die Berliner Kunstszene der Jahrhundertwende entscheidend mit. Sie war als einzige Frau Mitglied in der avantgardistischen Künstlergruppe „Vereinigung der XI“ und als eine von nur vier Frauen (unter 64 Männern) Gründungsmitglied der Berliner Secession. Seit 1913 wirkte sie als Vorsitzende des Frauenkunstverbands, der sich für Frauenrechte im Kunstbetrieb einsetzte.
Kulturverführung vom 20. März 2026
Lesung: Zwei befreundete Paare fahren für ein gemeinsames Wochenende an die Ostsee, und zum ersten Mal ist auch Ola dabei. Ola ist Single, liebt Frauen und Männer und hat eine Biografie von Hildegard von Bingen im Gepäck. Für Amalias Freund Christian ist Ola mit ihren feministischen Bemerkungen eine einzige Katastrophe. Das zweite Paar, Kata und Lenny, ist zunehmend irritiert von Christians Verhalten, aber weitgehend mit seinen eigenen unterdrückten Streitereien beschäftigt. Spätestens als Amalia und Ola plötzlich unauffindbar sind, eskaliert die Situation. Darum geht es im neuen Roman von Bianca Nawrath: „Schöne Scham“. Sie stellt ihn am 26. März um 19 Uhr vor.
Bianca Nawrath ist Autorin und Schauspielerin mit polnischen Wurzeln. 1997 in Berlin geboren, stand sie als Moderatorin einer Jugendsendung mit 14 Jahren das erste Mal vor der Kamera. 2018 gab sie ihr Schauspieldebüt und spielte seitdem unter anderem an der Seite von Judi Dench, Jürgen Vogel und Christian Ulmen. 2021 erschien ihr erster Roman „Iss das jetzt, wenn du mich liebst“, 2023 folgte der Roman „Wenn ich dir jetzt recht gebe, liegen wir beide falsch“. Bezirkszentralbibliothek Pablo Neruda, Frankfurter Allee 14A, 10247 Berlin, der Eintritt ist frei.
Film: Am 29. März um 19.30 Uhr gibt es Stummfilmkino mit Klaviermusikbegleitung – und zwar Buster Keatons grandiose Groteske „Sieben Chancen“ über die Tücken des Geldes und dessen Auswirkung auf den Heiratswillen tausender Frauen. Darum geht es: Busters Firma ist in finanzieller Bredouille. Doch just kündigt sich ein rettendes Erbe an. Unter einer Bedingung: Um das Erbe anzutreten, muss noch rasch geheiratet werden – bis sieben Uhr abends an seinem 27. Geburtstag, welcher natürlich ausgerechnet an diesem Tag ist. Auf die Schnelle eine Frau zu finden, gestaltet sich zunächst schwierig, wird am Ende aber zum Fluch und schließlich zur Flucht, als eine wahre Lawine heiratswilliger Damen über ihn hereinbricht. Kann er da die richtige noch finden? Den Klassiker begleitet Stummfilmpianist Richard Siedhoff am Flügel, während der Film durch den historischen 16-mm-Projektor rattert. Ballhaus Wedding, Wriezener Straße 6, 13359 Berlin, Informationen und Karten: www.ballhauswedding.de
Konzert: Das neue Album von Vinter ist da – jetzt kommt die Tour. Die Songs: bittersüß, ehrlich, voller Gefühl. Die Künstlerin: eine Stimme wie ein leiser Sturm, eine Erzählerin zwischen Pop und Poesie. Ihr Sound vereint cineastischen Alt-Pop, organischen Indie-Folk und literarisches Storytelling. „Romance Is Dead“ heißt das Album, das inspiriert ist durch Figuren ihrer Lieblingsbücher und deren Geschichten über Brüche, Hoffnung und Neuanfänge. Kulturhaus Insel Berlin, Alt-Treptow 6, 12435 Berlin, Karten und Info: www.inselberlin.de Martin Rolshausen